Was haltet Ihr von "Hausweinprobe"?

10 Antworten

Ich war mehrere Jahrzehnte in dieser Branche tätig und kann deshalb ziemlich gut mitreden. Die sogenannte "Hausweinprobe" ist meines Erachtens ein Relikt des vergangenen Jahrhunderts, sodass sich nur ein kleiner Teil von potentiellen Kunden darauf einlässt.

Darunter sind dann leider auch Individuen wie "Wolle", der sich auf Kosten anderer betrinken möchte. Jeder weitere Kommentar zu solchen "Patienten" erspare ich mir an dieser Stelle.

Es gleicht insofern der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, um mit Hausbesuchen Geld zu verdienen..

Da solche Firmen heutzutage nur noch Vertragsverhältnisse als sog. Handelsvertreter anbieten und ca. 20% Provision auf den Nettoumsatz bezahlen, kannst du dir selbst ausrechnen, wie hart bzw. fast schon unmöglich es ist, dauerhaft (auch in den Sommermonaten) ein ausreichendes Einkommen zu erzielen, welches bei mindestens 3500 € bis 4000 € monatlich liegen müsste, da du neben der Krankenversicherung, spätestens nach 2 Jahren Pflichtmitglied in der gesetzlichen RV wirst und mangels "Arbeitgeber" sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerbeitrag alleine aufbringen musst. Das sind zurzeit etwa 20% deiner Einnahmen.

Rechenbeispiel:

Selbst wenn du wochentäglich für 1000 € (stornobereinigt) Wein verkaufst, wären das ca. 22000 € im Monat. Bereinigt um Sektsteuer, Mehrwertsteuer und Abgabe auf Weinzwischenerzeugnisse bleiben ca. 18000 € Nettoumsatz (nur darauf gibt es Provision), was zu einer Provision von ca. 3600 € führt. Bei diesem "Fleiß" fallen ca. 600 € an Kfz-Kosten an. Verbleiben also 3000 €. Verteilt auf 22 Tage á 10 Stunden entspricht das einem Stundenlohn von ca. 13,50 € BRUTTO


Als selbstständiger Handelsvertreter ist das eindeutig zu wenig! In der Realität erwirtschaftest du als Anfänger und ohne Stammkundenkartei wahrscheinlich aber nur 300  € - 350 € Tagesumsatz. Noch Fragen?

Ich rate dir - lass die Finger weg.






Ich würde nicht bestellen.

Nur ein Lieferant ist etwas einseitig. Sie sollte Weine von mehreren Produzenten zur Auswahl anbieten können. Wenn sie das richtig gross aufziehen möchte, dann muss sie sich auch vergleichbare Weine dazu aussuchen. Eine Degustation sollte immer gut vorbereitet sein und führt auch nur so zu einem Erfolg.

Danke für die Antworten,Reichsgraf von Plettenberg ist eine Weinvertriebsfima die mehrere Weingüter betreut (vermarktet). Ich dachte vielleicht hat jemand als Weintrinker genau damit Erfahrung. Wie die Weine schmecken, das Preis-Leistungsverhältnis, diese Art einzukaufen. Bitte nicht nur negatives.

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@Sorgenbeutel

okay, verstehe. Wenn Deine Frau das entsprechende Fachwissen und Publikum dafür hat, steht dem nichts im Wege.

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Ich kenne die Weinvertreter Szene aus meinem Umkreis. Erst werden alle Bekannten abgeklappert, die auch kaufen wg der Bekanntschaft, ein guter Anfangs Erfolg, die Bekannten kaufen ein, zwei mal, dann nimmer, weil der Vertreter Besuch lästig ist und der Wein teuer. Auf Messen und dann nach Tel. Aquisitation privat Adressen aufsuchen ist ein hartes Brot. Wer will denn Weinvertreter im Wohnzimmer sitzen haben?

Wer nicht frühzeitig abspringt, endet als abhängiger Säufer. Nur die Besten haben da Erfolg. Und das ist ein verschwindend geringer Teil. Mein Rat: sie soll es lassen! Gruss Theo