Was bedeutet "Zölibat"?

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Der Zölibat ist der Eid auf einen Lebenslangen verzicht auf Ehe und Sex. Also totale sexuelle Enthaltsamkeit.

Mit kein Sex vor der Ehe" hat es nichts zu tun.

Verzicht auf Frauen, aber ich denke nicht auf Sex. Es wird nur nicht darüber geredet. Oder glaubst du, ein Priester beisst die ganze Zeit die Zähne zusammen wegen seiner ihn peinigenden Libido?

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@Frapo

Was man macht und was man offiziell sagt ist natürlich zweierlei ;-) Sex ohne Ehe ist bei der katholischen Kirche völlig undenkbar, wodurch Ehelosigkeit Sexverzicht logischerweise mit einschliesst.

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Falsch: ehelos leben. Nicht aber ohne Sex!

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@Azizamasrya

Ohne Ehe heisst bei der katholischen Kirche automatisch ohne Sex. Also ist es richtig, wie ich es geschrieben habe, nur ist das "ohne Sex" überflüssig, da es sich ohnehin ergibt.

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Die lateinische Kirche verlangt den Zölibat (Ehelosigkeit und lebenslängliche Enthaltsamkeit) und lässt sich darin von der Hl. Schrift leiten. Es ist offensichtlich, dass Christus und die Apostel den Zölibat förderten (....um des Himmelreiches willen), aber dazu auch eine besondere Berufung gegeben sein muss, um dieses Gelübde erfüllen zu können. Priester entscheiden sich in Freiheit und wissen,dass sie sich ganz und ungeteilt an Christus binden und auf eine menschliche Liebe bzw. Familie aus Liebe zu Ihm verzichten. Dieses Leben kann zur tiefsten Erfüllung werden, auch wenn es zeitweise Opfer abverlangen mag, was zu einer höheren Spiritualität führen wird. Für die heutige Welt mag dies schwer zu verstehen sein, aber schon Jesus sagte "Wer es fassen kann, der fasse es ." Ehestand und Ehelosigkeit sind zwei verschiedene Berufungen. Es ist ein großer Irrtum, dass ein Leben ohne Sexualität nicht glücklich gelebt werden kann. Nach dem kath. Glauben darf die S. nicht von Liebe und Verantwortung getrennt sein und hat nur in der Ehe ihren Platz und das ist auch gut so! Außerdem gibt es außer Priestern noch andere Ehelose, die aus ihrem Glauben heraus auch enthaltsam leben. Es kann nicht geleugnet werden, dass es Geistliche gibt, die ihr Gelübde nicht gut leben, das ändert aber nichts daran, dass die Ehelosigkeit und Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen ein großes Gut ist.

Der Zölibat (von lat. caelebs „allein, unvermählt lebend“; umgangssprachlich manchmal auch das Zölibat) bezeichnet das Versprechen, für das weitere Leben die Verpflichtung zur Ehelosigkeit zu übernehmen. Neben der römisch-katholischen kennen auch die orthodoxe, anglikanische und evangelische Kirche für Ordensfrauen und -männer, geweihte Jungfrauen, Eremiten und Diakonissen das Versprechen bzw. Gelübde der Ehelosigkeit.

Zölibat bedeutet, dass katholische Priester nicht heiraten dürfen. Ich verstehe es auch nicht ganz, aber manche meinen, dass sich Pfarrer voll und ganz auf die Gemeinde konzentrieren sollen, doch ich finde, dass kann ja jeder Pfarrer für sich entscheiden, ob er es schafft oder nicht. Denn wenn sich ein Priester ernsthaft verliebt, muss er wohl seinen Beruf aufgegeben, wenn er sie wirklich heiraten will.

ZÖLIBAT (aus dem kath. Erwachsenen-Katechismus): "In der lateinischen Kirche sind die Bischofs- und die Priesterweihe mit der Verpflichtung zum ZÖLIBAT verbunden, d. h. mit der Pflicht, ehelos und in vollkommener Keuschheit zu leben. Diese Verpflichtung ist vom Wesen des Priestertums nicht gefordert, wie die Praxis der frühesten Kirche und die Tradition der Ostkirchen zeigen; sie muss außerdem im Zusammenhang mit der Sorge für die Seelen, dem obersten Gesetz in der Kirche gesehen werden. Sie wird in der lateinischen Kirche vom 4. Jahrhundert an von verschiedenen Synoden immer wieder betont, aber erst im 11. Jahrhundert als allgemeines Gesetz erlassen. Das II. Vatikanische Konzil hat dieses Gesetz erneut gebilligt und bekräftigt. Nach den Aussagen des Konzils ist die Zölibatsverpflichtung dem Priestertum in mehrfacher Hinsicht angemessen. Die freiwillige Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen (vgl. Mt 19,12) ist ein besonderes Zeichen der Nachfolge Jesu, der selbst ehelos lebte, des ungeteilten Dienstes für Jesus Christus und seine „Sache“ (vgl. 1 Kor 7,32) Zeichen der vollkommenen Hingabe für Gott und die Menschen, des neuen Lebens und der kommenden Welt, die der Priester in besonderer Weise zu bezeugen hat. Mit dieser Begründung sind die mannigfachen Schwierigkeiten dieses Gesetzes nicht verkannt. Das Konzil geht in der geistlichen Kraft der Hoffnung davon aus, dass der Herr seine Kirche auch künftig eine hinreichende Zahl von Priestern für den Dienst in den Gemeinden berufen wird, wenn nur die Priester selbst und die Kirche insgesamt inständig darum bitten. Der Priestermangel in vielen Ländern der Welt muss Anlass sein, um das Entstehen von mehr Initiativen und Verantwortlichkeit in den Gemeinden selbst zu aktivieren. Dass der gegenwärtige Priestermangel in vielen Ländern der Welt ein Symptom einer tiefer liegenden und umfassenderen Krise darstellt und nicht isoliert durch bloße Änderung eines Gesetzes behoben werden kann, wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass in unserer Zeit nicht nur die Ehelosigkeit, sondern auch die Ehe und Familie in eine tiefe Krise geraten sind. Beides hängt zutiefst zusammen."

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