Was bedeutet "an der Hand reiten"?

4 Antworten

Du meinst sicherlich "an die Hand reiten." Das macht man, wenn das Pferd willig von der aktiv untertretenden Hinterhand bei losgelassen schwingendem Rücken  nach vorne vertrauensvoll an das Gebiss herantritt. Und da das Gebiss an der Reiterhand hängt, sagt man "das Pferd geht an die Hand." An die feinfühlige und nicht ziehen und zerrende Hand.

Dann gibt es noch den Ausdruck "mit der Hand geritten." Wenn meine RL das zu mir sagt, kommt leider schon mal vor, dann ist das die größt mögliche Kritik, die sie sagen kann. Denn dann wird das Pferd im Maul gezogen. Das passiert mir schon mal , wenn ich die Ganze Parade üben soll. Dann sagt meine RL  dann mit Ton des Abscheus: "Das war jetzt gezogen, mit der Hand geritten." Ein totwürdiges Verbrechen in ihren Augen gegen die gute, feine Reiterei und gegen das Pferd natürlich.

Das mit der Hand reiten sieht man überall. Bei den Anfängern, die es noch nicht besser können bis hin zu Olympiasiegern und Weltmeistern. Gal, Kittel, van Grunsven sind solche Handreiter. Rollkur kann man nämlich nur mit der Hand reiten.

Hallo Pollygone,

Für mich ist dieser Ausdruck gleichbedeutend mit "in Anlehnung reiten". Das wiederum heißt für mich, dass das Pferd nicht merkt, dass du die Zügel in der Hand hältst. Du ziehst nicht an den Zügeln und sie hängen nicht durch.

Das erreichst du, indem du "mit der Kopfbewegung mitgehst". Das erreichst du im Schritt dadurch, dass deine Fäuste sich wie eine Metallfeder bewegen. Wenn das Pferd an den Zügeln "zieht", weil es gerade den Kopf nach vorne bewegt, öffnest du die Fäuste am unteren Rand (also mit kleinem, Ring- und Mittelfinger). Zeigefinger und Daumen halten den Zügel fest. Lässt der "Zug" nach, schließt du die Fäuste wieder.
ACHTUNG: das soll eine passive Bewegung sein. Also wirklich wie die Metallfeder - nicht ein aktives Öffnen und Schließen der Faust.

In manchen Lehrbüchern wird auch beschrieben, dass man die Fäuste nach innen und zurück in die Grundposition dreht. Für mich - und auch für alle, die ich unterrichtet habe und noch unterrichte - hat sich die oben beschriebene Methode besser bewährt, weil die Hände "ruhiger" bleiben.

Im Trab und im Galopp reicht die Bewegung der Fäuste nicht mehr aus. Da wird sie durch Vor- und Rückwärtsbewegen des Armes aus der Schulter heraus "vergrößert".

Wenn du das in allen Gangarten perfekt beherrschst und auch noch Sitz und Beine unter Kontrolle hast, fängt für mich das Reiten erst richtig an. Denn dann erst kannst du ganz gezielte Hilfen geben ;-)

Besonders gut kann man das beim Ausreiten üben, indem man sich einfach nur auf die Kopfbewegung konzentriert. Ins "Narrenkastl" schauen, Aufmerksamkeit auf die Hände bzw. den Zügelzug fokussieren, . . . .und Aufziehen lassen und schließen . . .

Irgendwann kannst du gar nicht mehr anders am Pferd sitzen ;-)

Gut Ritt!

soweit ich weiss , dass du zu deinem Pferd eine leichte aber beständige Verbindung mit den Zügeln hast. Also,dassdein Pferd nicht vollkommen "auseinanderfällt" ,sondern schön versammelt läuft :)

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