Warum sollte ein Anzug aus Schurwolle sein?

5 Antworten

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aaalso... ;) reines polyester da wünsch ich dir im sommer viel spass mit, da kommst ausm schwitzen nimmer raus. schurwolle hat da n genialen vorteil: sie wirkt klimaregulierend (kein scherz is wirklich so). das polyester im futter leitet den schweiß nach außen, die wolle nimmt ihn auf, neutralisiert ihn und verdampft ihn.. sozusagen ne frühe form der "sportbekleidung". ich empfehl dir in jedem fall schurwolle was besseres gibts nich. oder im sommer leinen.

40-65% sind keine 100% also auch kein reines Polyester ! Ich glaub das eine hatte 60% Polyester 38% Viskose und 2% Elasthan... muss ich nochmal die Tage schauen.

Du sagst also das Polyester gut Wasserdampf aufnehmen kann vom Körper und ihn gut weiterleiten kann aber ihn nicht verdunsten kann? Schurwolle wiederum kann es gut verdunsten? Warum dann kein Futter aus Schurwolle?! ;)

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@imrstr

aufnehmen nicht, weiterleiten. polyester nimmt in etwa 0% wolle auf.. die wolle dagegen schon... die kann bis zu 200 % feuchtigkeit aufnehmen (je nach qualität). und der trick is den schweiß vom körper wegzubekommen damit man sich nicht verschwitzt fühlt. glaub nem studierten textiler ;)

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@ananasie

Ok also Polyester nimmt keine Feuchtigkeit auf, kann sie aber weiterleiten (klingt seltsam da es ja von Seite A auf Seite B irgendwie muss).

Wolle nimmt 30% Feuchtigkeit auf ohne sich nass anzufühlen.. Du schreibst bis 200%, dann ist sie sicher nass ;)

Also lautet die Antwort, #

das Obermaterial sollte nicht aus Polyester sein, da Polyester keine Feuchtigkeit aufnehmen kann und sie sich so am Körper sammeln würde. #

Bei Mischgeweben sollte das aber nicht so arg sein oder? (Anzüge mit 100% Schurwolle (Obermaterial) und 100% Viskose, oder Baumwolle als Futter (soll ja beides auch gut Feuchtigkeit aufnehmen können und einigermaßen abgeben) wären wohl das ideal, sind sicher auch teuer)

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@imrstr

es geht darum das der schweiß vom körper WEG kommt... das schaffst du mit keiner baumwolle, das fühlt sich immer verschwitzt an. polyester "leitet" den schweiß weiter, durch die kapilarwirkung zwischen den fasern. dadurch wird der körper "getrocknet". also fühlt man sich nich verschwitzt. das is der ganze trick... darum is jedes funktionstshirt aus polyester... schweiß weg vom körper un an der körperfernen seite verdunsten.. so einfach wie effektiv

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@imrstr

Warum kein Futter aus Schurwolle? Weil ein solches Futter ständig kleine "Wollmäuse" bilden würde: Der Futterstoff reibt sich an der darunterliegenden Kleidung, und ein Wollstoff würde hier ganz schnell verfilzen (liegt an der Schuppenschicht der Tierhaare. Dasselbe passiert, wenn Du Dir länger nicht die Haare bürstest.). Deshalb sind Futterstoffe generell nicht aus Wolle. Aber alternativ könnte man ein Futter aus Seide oder Baumwolle nehmen. Leider tun das die wenigsten Kleiderfirmen, da Polyester einfach billiger und in allen möglichen Farben verfügbar ist. Zudem ist Polyester natürlich auch widerstandsfähiger. Ich persönlich kann Deine Argumentation: Wenn außen hochwertiger Stoff, warum dann nicht innen auch? absolut nachvollziehen. Würde mir wünschen, dass zumindest mehr Baumwolle eingesetzt wird als Futter. Denn ich und einige Bekannte von mir ebenfalls, empfinden Polyesterfutter genau gegenteilig wie hier beschrieben: Es bringt einen nämlich erst zum Schwitzen, da es wirkt wie eine Plastiktüte zu tragen. Baumwolle oder Seide dagegen sind von Natur aus atmungsaktiv.

Und Polyesterfutterstoff kann man nicht (!) mit Funktionsbekleidung vergleichen, da bei Funktionsbekleidung den Stoffen bereits im Spinnvorgang oder beim Weben / Zusammenfügen der Garne bestimmte Eigenschaften mitgegeben werden, wie etwa Atmungsaktivität. Bei Futterstoffen ist das nicht der Fall.

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Hallo, hab mich jetzt auch intensiv mit dem Thema beschäftigt. Ich rate auch zu Schurwolle. Zumindest mit großem Anteil, wenn nicht gar 100 Prozent. Negativ an diesen Anzügen: sie knittern relativ schnell, sie müssen definitiv in die Reinigung und sind recht fleckempfindlich. Aber die positiven Seiten überwiegen. Sie sitzen sehr gut und fallen auch super, grad für Menschen ohne Modelmaße gut. Sie fühlen sich gut an, man schwitzt nicht da sie klimaregulierend sind. (je höher der Kunstfaseranteil, umso schneller bekommt man das "Plastiktütengefühl") Auf Dauer, grad für Menschen die viel und lange Anzug tragen müssen, sind sie angenehmer zu tragen, auch vom Hautgefühl. Außerdem sind sie meist besser und hochwertiger verarbeitet und sehen besser/edler aus. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Also von reinem Poleyester kann ich auch nur abraten. Ohne aber verwirren zu wollen: Reine Schurwolle hat aber auch Nachteile, denn im Vergleich zu Anzügen mit Poleyesteranteilen, knittern diese schneller.

Deswegen mein Rat: reine Schurwollanzüge dann, wenn der Anzug nicht mehrere Tage hintereinander getragen werden muss und bspw. nach einem Tag tragen erst mal einen Tag regenerieren kann

Anzüge mit Poleyesteranteil(max. 45-60%) haben den Vorteil, dass diese bei einigen Herstellern so gut wie garnicht knittern. Die werden dann i.d.R. auch so bezeichnet. Und sind bspw. gut für eine Reise geeignet.

Grundsätzlich kommt es frelich auf die Qualität des Stoffes an, ob er knittert oder nicht - und das schlägt sich meist im Preis nieder.

Ich hab mir vor kurzem einen Anzug aus 100% Schurwolle gekauft für ca.400€, mein Vater hatte beim gleichen Anlass, als ich ihn getragen hatte einen Anzug (ebenfalls aus 100% Schurwolle an) für 99€ und am Ende des Tages war seiner weit mehr zerknittert als meiner. Ich hatte selbst nach stundenlangem Sitzen quasi keine dauerhafte Falte im Rücken.

Was das Futter betrifft, ist es oft nicht Polyester, sondern Viskose - das sind künstlich geglättere Naturfasern (Baumwolle, Wolle, Flachs usw.) - eigentlich braucht man das Futter auch nur in Rücken und Ärmeln, damit man besser ins Sakko reinschlüpfen kann.

Meiner Meinung nach würde ich grundsätzlich bei allen Kleidungsstücken auf Kunstfasern verzichten. Wie bei Schuhen - die besten Schhe bestehen immernoch aus natürlichen Materialien.

Es ist klar, dass reine Polyesteranzüge zum Schwitzen führen, aber was ist in der Tat bei Anzügen bei 54% Polyester, 2% und den Rest Viskose oder Schurwolle. Hat man bei dieser Mischung auch ein Schwitzproblem???

Abhängig vom Körper und der Verarbeitung des Polyesters... allgemein fand ich mittlerweile heraus das Anzüge mit einem Polyesteranteil von unter 40% noch zu den guten zählen können. Damit wäre 54% schonwieder zuviel, wer aber wenig Schwitzt der könnte damit aber evtl. kein Problem haben. Ich habe ein Sakko mit etwa 52% Polyester von JAKES und im Sommer echt heiss drin, allerdings ist das vermutlich bei allen Sakkos so ;) Und wenn man billige Hemden trägt behalten die ja schon das Wasser in der Unterwäsche ;) (sehr gutes Hemd kostet ca. 60.-EUR ein gutes gibts aber auch schon um die 20.-)

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@imrstr

Ich denke, dass das Polyester von dem Anzug, den ich im Auge habe, schon sehr gut verarbeitet ist, da er 400 EUR kostet. Insgesamt kann man natürlich dann schon die Sinnfrage stellen, ob 400 EUR für Polyester überhaupt zu rechtfertigen sind. Aber ich könnte damit leben (wichtiger Anlass), wenn ich wenigstens die Gewissheit habe, dass ich mich nicht kaputtschwitze.....

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