Warum schaltet ein U-Boot im Ernstfall auf Rotlicht?

8 Antworten

In deinen Augen gibt es zwei Sehsysteme (wenn wir mal das System für die Innere Uhr außen vor lassen). Zapfen für das Farbsehen und Stäbchen für das sehen in von schwachem Licht.

Es stimmt nicht, daß Stäbchen kein rotes Licht empfangen können, Sie sind nur im roten Bereich weniger empfindlich. Mit Rotlich stellt man nicht auf "Nachtsicht" um. Solange man noch "Rot" sehen kann, sieht man mit seinen Zapfen. Wenn man keine Farben mehr sehen kann ist es volle Nachtsicht und dann ist egal ob das eine schwache rote oder weiße Lampe ist.

Was ist die Situation an Bord eines U-Bootes mit Feindkontakt? Oder an Bord eines Landenden Flugzeugs, etc.? Man will sein Farbsehen erhalten. Man muß ja Instrumententafeln ablesen, Monitore betrachten. Das geht sogar mit Licht in einer Wellenlänge noch besser, weil man die Kontraste detailierter sieht. Trotzdem muß man seine Nachtsicht parat haben, auf alten U-Booten waren die Periskope optisch, man brauchte also Augen im "Lichtempfindlich" Modus um was zu sehen bei Nacht. Falls das Boot (oder Flugzeug) evakuiert werden muß möchte man auch eine akzeptabel Nachtsicht haben, sonst steht man in Dunkeln erstmal blind rum wenn man nach draußen kommt.

Das ist mit schwachem weißem Licht möglich (Flugzeug), funktioniert mit schwachem rotem Licht wegen des https://en.wikipedia.org/wiki/Purkinje_effect noch ein kleine wenig besser.

Außerdem ist rot doch psychologisch "Alarm" und macht den Leuten klar das gerade nicht Schicht wie immer ist...

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Rotes Licht blendet nicht. Die Augen brauchen sich wenn man z.b. auf die Brücke geht nicht an die Dunkelheit gewöhnen.

Rotlicht bedeutet Alarmbereitschaft ... Falls ein Periskop ausgefahren ist und es im U-Boot hell ist, kann er nicht in der Dunkelheit etwas erkennen ... Das ist dasselbe als wenn du Sterne sehen willst und neben dir ein helles Lagerfeuer brennt... Licht verhindert nun mal die Sicht und man ist geblendet , wenn man im Dunkel schnell etwas erkennen will... Daher erst Rotlicht , damit sich das Auge an die Lichtverhältnisse umgewöhnen kann... Weißes Licht ist immer noch zu hell auch wenn es gedimmt wird, für das Auge , vor allem aber wenn es zu stark gedimmt wird, würde die Besatzung herumstolpern...

Woher ich das weiß:Hobby

Besser spät als nie:

Tarnung wird mit blauem Licht gemacht, blaues Licht geht im mondschein unter, in einigen Kasernen wird der Strom für die normale Beleuchtung abgestellt und eine Art Notbeleuchtung mit schwachen, blauen Birnen eingeschaltet. Dann geht überall schwaches blaues Licht an. Das alarmiert die Soldaten und der blaue Schimmer kann von Flugzeugen sehr schlecht erkannt werden. Die Kaserne ist damit verdunkelt.

Die innere Uhr des Menschen synchronisiert sich hauptsächlich über blau. Damit wird die Morgen- und Abendröte ignoriert. In Kernkraftwerken wird besonders blauanteiliges, starkes Licht verwendet um die Reaktorfahrer fit zu halten.

Rot ist das genaue Gegenteil von alledem. Man sieht da sehr schlecht, rot ist auch vom weiten sehr auffällig weswegen rote Lichter an Brücken, Strommasten und Sendetürmen verewendet wuird um Flieger zu warnen.Auch wird man durch rotes Licht viel schneller müde.

Der Grund ist simpel. Die Nachtsicht geht nur über die Stäbchen im Auge. Die können keine Farben unterscheiden. Werden die durch Licht angeregt, verbrauchen die eine Chemikalie die die Sehnerven anregt. Das auf sdiese Chemikalie treffende Licht lässt die Chemikalie den Nerv anregen. Diese Chemikalie wird laufend neu produziert. Im Dunklen wird wenig verbraucht und der Vorrat der Chemikalie ist voll. Das Auge kann also sehr schwaches Licht sehen. Im Hellen ist der Vorrat stark abgebaut, es dauert bis zu 20 Minuten den wieder voll aufzufüllen. Bis die maximale Nachtsicht hergestellt ist vergehen also bis zu 20 Minuten. Sehr niederfrequentes, fast Infrarotes Licht können die Stäbchen nicht sehen. Das spezielle rote Licht stellt also maximale Nachtsicht her. Die Besatzung sieht dann über die farbsehenden Zäpfchen imauge und schont die Stäbchen. Imgefecht kann es sein, dass der Strom ausfällt und alle schnell das Schiff verlassen müssen.da ist Nachtsicht wichtig! Auch die Offiziere unmanschaftsmitglieder die imgefecht das Bordgeschütz bedienen müssen bzw. AufWachposten feinde (Flugzeuge und Schiffe) erspähen müssen haten sich einige Zeit bevor es log seht nur in rotem Licht auf.

Natürlich könnte man ja die ganze Zeitr rotlicht machen, hätte viele Vorteile, nur sieht man da schlecht und wird schnell müde. Also weißlicht solange es geht.

Das spezielle rote Licht stellt also maximale Nachtsicht her.

Das ist ein häufiges Mißverständnis. Solange es noch rot aussieht, ist es keine volle Nachtsicht! Wenn Du die rote Farbe noch wahrnehmen kannst, siehst Du mit den Zapfen. Um die volle Nachtsicht zu haben muß es sehr schwaches Licht sein. Das kann auch sehr schwaches weißes Licht sein...

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ich denke ein sehr wichtiger Faktor ist auch die Signalwirkung. Jeder weiß gleich "Rotlicht=Alarm" d.H. ruhig sein und schnell reagieren.

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Hallo,

Bei Dunkelheit wird durch das Auge das Pigment Rhodopsin gebildet, welches die Lichtempfindlichkeit des Auges verstärkt. Zudem werden bei rotem Licht die Stäbchen des Auges durch den Purkinje-Effekt weniger beansprucht und das Auge ist dann besser für das Sehen bei Dunkelheit angepasst (Dunkeladaption).





Das war die einzige wahre Antwort, warum es Rotlicht ist, und nicht gedimmtes weißes, oder grünes oder blaues :)

Für den Eintritt plötzlicher Dunkelheit ist es für das Auge am besten wenn vorher Rotlicht da war. Die Sehkraft passt sich dann am schnellsten der Dunkelheit an :)

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@BAWolf

Das geht mit gedimmtem weißen Licht ganz genau so. Du kannst weißes Licht so schwach machen, daß Du keinerlei Farben mehr siehst, volle Nachtsicht hast... les die Antwort oben genau: da steht "weniger beansprucht"...

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@matmatmat

Nein das geht eben nicht mit gedimmmtem weißen Licht. Damit würdest du dir auf lange Sicht die Augen kaputt machen.

Etwa noch nie gehört, daß man nicht bei Dunkelheit oder Kerzenlicht lesen soll? Das gilt auch für gedämmtes weißes Licht. Das überbeansprucht deine Augen extrem. Und gerade U-Boot-Matrosen mussten viele Instrumente ablesen, Torpedos einstellen und die Karten lesen.

Rotlicht führt also nicht nur zu schnelleren Anpassung der Augen bei plötzlich eintretender Dunkelheit, es ist auch schonender für die Augen zu lesen.

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@matmatmat

Damals glaubte man noch daran, genau wie heute.

Außerdem war das ja wiegesagt nicht der Hauptgrund.

Der Hauptgrund für rotes Licht ist nach wie vor, daß sich die Augen schneller an plötzliche Dunkelheit anpassen können.
Probiere es doch einfach aus:

Mache nachts in deinem Zimmer weißes Licht an, (von mir aus auch gedimmtes) und halte dich etwa 15 Minuten in dem Raum auf. Dann machst du plötzlich das Licht aus und zählst die Sekunden bis du einigermaßen etwas in der Dunkelheit siehst.

Danach machste das gleiche mit Rotlicht. Du wirst feststellen, daß du bei vorigem Rotlicht viel schneller wieder in der Dunkelheit siehst.

Ich kann mir hier den Mund fusselig reden. Das beste ist und bleibt, du probierst es selbst aus. Der Fakt wird für sich selbst sprechen.
Achja: Gänzlich unvoreingenommen sein, du willst dich ja schließlich nicht selber belügen, oder? ;)

Und du brauchst mir das Ergebnis auch nicht mitzuteilen, ich kenne das Ergebnis jetzt schon.
Teste es allein für dich, denn du bist da der es nicht glaubt :)

So nebenbei erwähnt, nutzen auch Sternwarten rotes Licht. Frag doch mal bei einer Sternwarte nach warum die das machen. Die werden dir sicher den gleichen Grund nennen den wir schon alle nannten und den du bei deinem Selbsttest auch rausfinden wirst.

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@BAWolf

Ich habe - für das bedienen des Fotoapparates in der Nacht - ein halbes Dutzend Taschenlampen ausprobiert. Am besten ging es mit einer die Weißlich hat, weniger als 1 Lumen. Da war quasi kein Unterschied zwischen Lampe an und Lampe aus, wenn man die Umgebung angeschaut hat.

Deckt sich auch mit dem, was ich im Studium so gelernt habe.

Wie gesagt: Solange Du noch rot siehst ist es Farbsehen...

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@matmatmat

Es geht um das plötzliche eintreten von Dunkelheit. Nicht um das bedienen von Fotoapparaten oder U-Boot-Steuerelementen bei schwachem Licht.

Das Rotlicht wurde nur in Gefechts-Situationen benutzt (Auf Gefechts-Station).
Denn wenn das U-Boot mit Wasserbomben angegriffen wird, konnte es passieren daß es die Sicherungen raushaut. Dann wäre es schlagartig dunkel gewesen.

Und dann haben sich die Augen der U-Boot-Matrosen schneller an die Dunkelheit angepasst, als wenn vorher weißes Licht gebrannt hätte.

Es geht also nicht um das Farbsehen, sondern um das plötzliche Nixsehen.

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@BAWolf
Es geht um das plötzliche eintreten von Dunkelheit. Nicht um das bedienen von Fotoapparaten

Vielleicht muß ich erklären wie das läuft beim Bilder machen vom Nachthimmel: Ich bediene meinen Fotoaparat mit Lampe und schalte dann die Lampe aus. Was passiert? Überraschung: Es tritt plötzlich Dunkelheit ein, so richtig, denn bei Vollmond gehe ich selten Bilder machen. Ich muß gute Nachtsicht haben und mir die auch erhalten (keine Zeit zwischen einstellungsanpassung und sehen können vom Motiv 15 Minuten zu warten).

Noch mal: Wenn es rotes Licht ist, daß Du noch als solches erkennen kannst, dann ist das noch keine Nachtsicht, Du benutzt noch deinen farb-seh-Aparat. Ist es so dunkel, daß Du es nicht als rot erkennen kannst, dann paßt es und ist dunkel genug, aber kein großer Unterschied mehr zu dunklem weißlicht. So dunkel ist es aber meines Wissens im U-Boot nicht das Rotlicht... also wird Nachtsicht nicht der primäre Grund sein, hm?

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@matmatmat

Im U-Boot ist es weitaus dunkler, da du im U-Boot keinen freien Sternen-Himmel über dem Kopf hast. Wenn die elektrik ausfällt ist es nahezu stockdunkel.

Ein weiterer Grund für das Rotlicht ist die Signal-Funktion. Wenn ein Matrose frisch aufwacht und rotes Licht sieht, weis er sofort daß eine Gefechts-Situation herscht. Dann weis er auch, daß absolute Stille angesagt ist.
Denn wenn du da unten mit den Kameraden gröhlst, redest, irgendwas fallen lässt, irgendwo stolperst und aufs Deck knallst oder laut pfurzt ^^ ... dann hört das der Feind über dir mit seinen "Hydrophonischen Sensoren" (Passives Sonar). Da könntest gleich schreien: "Wir sind hiiieeer!".

Du siehst, wir haben jetzt schon 3 Gründe für das Rotlicht zusammengetragen.

Was den Selbst-Test angeht: Ich sagte nicht umsonst du solltest den Test in einem Raum machen, da das U-Boot auch ein dunkler Raum ist wo keine Sterne und keine Monde am Himmel leuchten.

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@BAWolf
Im U-Boot ist es weitaus dunkler, da du im U-Boot keinen freien Sternen-Himmel über dem Kopf hast. Wenn die elektrik ausfällt ist es nahezu stockdunkel.

Wenn die Elektrik ganz ausfällt hast du gar kein Licht. Da hilft Dir auch Nachtsicht nicht. Teste das mal in einem wirklich dunklen Raum, Du kannst deine eigene Hand vor Augen nicht sehen, egal wie gut du Dunkelangepaßt bist.

Ein weiterer Grund für das Rotlicht ist die Signal-Funktion.

Stimm genau. Da ist rot viel aussagekräftiger als weiß oder rot das zu schwach ist es als rot zu erkennen. Schreib ich oben in meiner Antwort.

Nachtsicht erzeugen / erhalten ist nicht der Grund für rotes Licht. Das ist der Grund dafür, daß es gedimmtes Licht ist. Wenn es nur darum ginge wäre ganz egal ob rot oder grün oder weiß.

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@matmatmat

Es gab immer etwas Restlicht, sei es von der Instrumentenbeleuchtung oder beleuchtete Schalter. Allein das Funkmessortungsgerät (FMO) leuchtete grün.

Also wenn die Hauptbeleuchtung ausfiel, war immer noch etwas Restbeleuchtung da. Was insgesamt aber immer noch dunkler ist als ein Sternenhimmel.

Keiner redet davon Nachtsicht erzeugen zu wollen. Es geht um die schnellere Anpassung der Augen von Hell auf Dunkel.

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@BAWolf
Es geht um die schnellere Anpassung der Augen von Hell auf Dunkel.

Und dafür ist ziemlich egal welche Farbe das Licht hat.

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@matmatmat

Nein, weil die Anpassung bei "von Rot auf Dunkel" schneller geschieht als bei "von Weiß auf Dunkel".

Probiers doch einfach aus. In einem Raum wo vielleicht ein paar Lichtquellen von hi-Fi-Geräten oder so hast.

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@BAWolf
Nein, weil die Anpassung bei "von Rot auf Dunkel" schneller geschieht als bei "von Weiß auf Dunkel".

Tut sie nicht. Rotes Licht mit gleicher wahrgenommener Helligkeit führt zu gleicher Dunkelanpassung.

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