Warum macht sie erst Schluss und will dann wieder Kontakt?
Guten Abend,
Es geht um eine Frau.
Wir hatten über ein Jahr lang Kontakt, die Initiative ging meiste Zeit von mir aus, mal war sie sehr engagiert, mal distanzierter und kühler, aber das ist wohl ihre Art.
Sie ist sehr temperamentvoll und nicht wirklich ausgeglichen. Ich bekam schon einige Attacken ihrer Stimmungsschwankungen ab, indem sie sich einfach mal distanzierte oder treffen absagte oder oder oder... Damit ihr versteht: Sie ist Borderlinerin. Außerhalb dieser Schübe hielt es sich in Grenzen. Sie konnte auch lieb, gefühlsvoll und warm sein.
Gegen die Stimmungsschwankungen wurde ich dann immun. Ich reagierte einfach gelassen drauf, da ich verstand, dass sie es nicht mit Absicht macht. Darüber beschwerte sie sich irgendwann auch und meinte, ich sei abgestumpft und nicht empfindsam ihr gegenüber. Bei den Telefonaten darauf erklärte ich ihr immer wieder, dass sie mir trotzdem wichtig ist und ich sie gerne habe. Ich versuche nur Verständnis zu zeigen und mich der Sache anzupassen.
Wir wollten uns gestern treffen, sie sagte einige Stunden vorher ab per WhatsApp. Ihr ginge es mental nicht gut im Moment und sie hat wieder mit depressiven Attacken zu kämpfen. Hat die Nacht nicht durchgeschlafen usw. Sie möchte im Moment keine Zweisamkeit. Ok, hat mich traurig gemacht aber ich habe es akzeptiert. Habe sie angerufen, um ihr zu zeigen, dass ich für sie da bin und ob sie reden möchte. Sie verneinte es und sagte, dass ihr im Moment niemand helfen kann, sie müsse es allein mit sich ausmachen.
Hinterher schrieb sie, dass sie dankbar ist, mich zu haben und bedankte sich fürs Gespräch.
Dann der Knaller: Heute morgen wachte ich mit einer Nachricht auf von ihr, in der es hieß, sie sei zum Entschluss gekommen, dass es besser wäre, wenn wir uns nicht mehr sehen. Sie braucht Zeit für sich und wie sie zu mir steht, weiß sie nicht, weil sie es erstmal herausfinden muss. Ich sei ja extrem abgekühlt ihr gegenüber (meint sie) und sie hätte das Gefühl, ich würde sie belächeln und sie nicht ernst nehmen. Auf sowas hätte SIE keine Lust.
Ich meine, danke für nichts... Ich hatte ein Telefonat mit ihr, habe einstecken müssen, dass sie mich nicht da haben will und lieber mit ihren inneren Dämonen alleine dasitzt. Also schrieb ich nur: „Ich verstehe. Traurig aber gut..."
Den ganzen Tag kam nicht ein Wort mehr. Ich blieb auch still und nun schreibt sie mir und fragt aus dem Nichts, ob ich morgen zu ihr kommen könnte, sie bräuchte mich jetzt doch.
Langsam verstehe ich gar nichts mehr. Erst serviert sie mich ab und nun möchte sie mich doch sehen...
Ich meine, ich habe Verständnis für ihre Erkrankung aber ist das wirklich normal, dass man unbedingt so eine Nachricht verfassen muss, indem man die Person wortwörtlich abstößt?
Da weiß ich doch gar nicht, was davon nun echt ist.
Auch wenn ich noch immer sehr verletzt bin von der Nachricht, habe ich sie dennoch unfassbar gerne und weiß, dass ich einknicken werde, wenn sie dran bleibt. Aber das kann ich nicht jedes Mal mit mir machen lassen.
Wie soll ich da nur richtig reagieren? Vielleicht habt ihr eine Idee.
2 Antworten
Ich selber leide unter Borderline.
Wir können wirklich nichts dafür, das ist ein Gefühls/Gedanken-Tsunami, welches uns in dem Moment steuert. Wir machen das auch nicht, um jemanden bewusst zu ärgern oder zu verletzten, sondern weil wir in dem Moment tatsächlich so fühlen und denken.
Und wenn das Gewitter vorbei ist, sind wir wieder bei Verstand und denken uns: „Was hab ich nur angerichtet?"
Hauptsymptom von Borderline ist eben diese Impulsivität.
Ist sie in Behandlung?
Für dich bleibt nur gehen oder dich mit dieser Erkrankung zu befassen und dich drauf einstellen zu müssen, dass dies häufiger vorkommen wird. Du darfst das eben in dem Moment nicht zu persönlich nehmen, auch wenn's schwer fällt.
Es ist für viele Männer verführerisch, eine "Frau mit Handicap" zu nehmen. Nach dem Motto: "Besser eine Solche als gar keine". Oder: "Die bleibt mir wenigstens, während andere bis 40j zum optimalsten Mann wechseln.
Jedoch kann eine Borderlinerin dir mehr Schaden anrichten als du zu geben bereit bist. Vor allem, wenn du große Pläne hast, z.B. Familie und Haus.
Es kommt nun auf deine "Marktchancen" an. Wenn du eher jung bist (bis 36) und einen guten Job hast und attraktiv aussiehst, empfiehlt sich die Frau zu wechseln. Wenn du eher ein Ladenhüter bist und eher schadensunempfindlich (Bürgergeldler...), dann kannst du ja mit der Dauernerverei leben.