Warum machen Mobbing opfer nichts gegen Mobbing?

8 Antworten

Weil das Opfer von der "Situation " so dermaßen überrollt wird , daß es oft erstmal garnicht weiß, woher das Mobbing überhaupt kommt... gemobbt zu werden , ohne den Grund zu erfahren , macht handlungsunfähig, völlig verzweifelt , hilflos ... Man ist allein nicht fähig , sich dieser Situation zu entziehen .

Um woanders neuanzufangen , braucht man Kraft und die hat man in der Situation eben nicht.

Viele Grüße!

Ruby ☺

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Mei Post ist aus eigener Erfahrung als Betroffener. Auch falls diese Antwort gelöscht wird.

Also warum machen sie nix... Nun ja sie tun etwas. Genau das was die Natur in uns einprogramiert hat. Der Schwache unterwirft sich. Das wäre jetzt mal simpel ausgedrückt. Also ich provoziere nicht noch sondern man ist devot um nicht noch mehr Angriffsfläche zu bieten. Aber das ist was aus grauer Vorzeit wo wir rein instinktiv gelebt haben. Nur leider sind Instinkte und instinktiv Handeln in uns einprogramiert, deshalb sind das angeborene Verhaltensstrategien die wir nicht so einfach ablegen können. So kannst du das noch immer bei Tieren sehen die in sozialen Gemeinschaften leben, wie Hunde oder Wölfe aber auch bei vielen Affen.

Zur heutigen Zeit: Ich spreche mal aus eigener Erfahrung. Ich wurde selbst gemobbt. Aus vielen Gründen. In erster Linie wegen meiner Art. Ich hab seit Geburt ADHS. Heißt hyperaktiv. Immer nur am reden etc. Ich konnte auch nie mit gleichaltrigen sondern nur mit älteren oder Erwachsenen. Ich war Streber wie man es so schön sagt. Aber es ist falsch wenn viele sagen das Mobbingopfer ist selbst schuldig. Ich war nie ein Mensch der tat was eine Gruppe wollte. Schon seit Kleinkindalter nicht. Ich war ein Mensch der der sich nicht für das was andere Taten interessierte. Das fing also schon im Kindergarten an. Man wurde ausgegrenzt. Später in der Schule wurde es dann viel schlimmer. Das ging dann soweit das man jeden Tag verprügelt wurde und das fast von jeder Klasse. Meine Klasse war eh sagen wir die schlechteste der Schule was die Schüler betraf. Allgemein ein sehr hohes Gewaltpotential. Und die Aussage die Mobben empfinden das nicht als mobben sondern empfinden es als Spaß kann ich nur schwer glauben. Ich wurde verprügelt, meine Sachen wurden geklaut oder zerstört, mir wurde das Geld abgezogen. Und wenn man sagte stopp und sich wehrte gab es auf die Fresse und zwar richtig. Die Eltern sagten nur das musst du selbst regeln. Das ging soweit das man am Wandertag, das war 8te Klasse, vom Lehrer separiert wurde, wieder verprügelt und Zigaretten auf dem Körper ausgedrückt wurden. Meine Eltern haben nicht mal Anzeige erstattet. Der Lehrer hat Ärger bekommen der nun wahrlich nix für konnte. Jahre später hab 8ch die Leute wieder getroffen. Einer sagte die haben sich überlegt mich komplett anzuzünden und fand das immer noch lustig. Und auf die Frage ob es da keine Reue gibt: wer sich nicht wehren kann ist selbst Schuld. Die Schwachen sterben die Starken leben. Und ja Mobbing kann zu Selbstmord führen. Habe da selbst sehr oft daran gedacht und es verfolgt dich dein ganzes Leben. Selbstbewusstsein ist dann quasi fast für immer gestorben. Selbst als gestandenen Erwachsener kann man oft nicht normal leben. Menschenmenge meidet man. Konfrontationen geht man aus dem Weg. Und oft wird man dann automatisch wieder Opfer weil die Starken Schwäche förmlich riechen. Ganz ehrlich? Für viele ist das Leben sozial oft ruiniert. Im Nachhinein betrachtet kann ich nur sagen wer Mobbing weiss was er tut und es tut ihm kein bisschen Leid. Ich gehe sogar soweit zu sagen das einige Mobber keine Skrupel hätten jemanden mit Vorsatz in den Suizid zu treiben wenn sie erfahren würden das dass Opfer solch Gedanken hegt.

Das ging im übrigens bei mir übrigens bis zur 9ten Klasse so, sowie auf der Berufsschule da diese Leute dort auch waren.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Lass mal bitte das Wort "einfach" aus diesem Thema raus.

Ich kann dir meine Gründe nennen, warum ich (noch) nicht gewechselt habe:

  • Warum sollte es besser werden?
  • Will ich den anderen wirklich das Gefühl geben, gewonnen zu haben?
  • Es gibt keine "bessere" Schule
  • Ich will nicht mit Fragen überhäuft werden, warum ich gewechselt habe (was mir schon zweimal passiert ist)
  • Und weil ich (wie RUBYNIA10 schrieb) Kraft bräuchte, die ich nicht habe.

(Übrigens waren die beiden Male wo ich gewechselt habe einmal in der Grundschule als ich gesprungen bin und einmal am dritten Schultag der 5. Klasse, weil ich nicht in der mit dem Schwerpunkt gelandet bin, in die ich wollte. Also nicht weil ich gemobbt wurde, das kam erst danach.

Das schreibe ich auch nur, damit es keine Missverständnisse gibt)

Als jemand der gemobbt wurde, kann ich dir sagen, dass dies nicht immer leicht ist. Man fühlt sich mies und man hat angst, dass es schlimmer wird. Nicht immer kann man die Schule wechseln. Ich konnte da nicht.

War als Kind selber Mobbingopfer und das hat meine Psyche verändert. Ich habe nie verstanden, warum ausgerechnet ich gemobbt wurde. Nur weil ich ursprünglich aus einem anderen Land komme und ein ausländisches Aussehen hab? Die Leute ticken doch nicht mehr ganz sauber. Dank solchen Leuten wächst in mir der Drang, solchen Leuten eine zu knallen, sie zu foltern und zu quälen, aber ich versuche mich immer zurückzuhalten, da ich mich eigentlich mit niemandem rumprügeln will. 

Als ich gemobbt wurde, habe ich meine Eltern und Lehrer informiert, inklusive den Schulleiter und die Schulleiterin. Wir, also meine Eltern, meine Lehrer, Schulleiter, Schulleiterin und die Mobber, haben uns alle zusammengesetzt und ein klärendes Gespräch mit ihnen geführt. Um zu demonstrieren, wie sich Mobbingopfer fühlen, hat einer meiner Schulleiter einen der Mobber den Kopf ins Waschbecken gedrückt und gefragt, ob ihm das gefallen würde. Unglaubwürdig aber wahr. Das hat einer meiner Schulleiter wirklich gemacht. Der Mobber fand das natürlich überhaupt nicht schön. Seitdem war Ruhe. 

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dass man mal für 1 Tag ein Projekt macht, in dem die Schüler über Mobbing aufgeklärt werden, ein paar Rollenspiele zum Thema Mobbing spielen und man ihnen Rat und Tipps gibt, wie Schüler sich gegen Mobbing wehren können.

Mobbingopfer unternehmen manchmal nichts gegen ihre Mobber, weil sie Angst haben oder aus Schamgefühl. Sie werden von ihren Mobbern beeinflusst und manipuliert. Sie haben ihre Mobbingopfer somit unter Kontrolle. Sie wissen, womit sie ihnen Angst machen können und das nutzen sie aus, um die Macht und die Kontrolle über die Mobbingopfer zu bekommen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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