Warum kann Mephisto seine Wette gegen Gott nicht gewinnen (Faust I)?

4 Antworten

Mephisto setzt darauf, dass durch die Befriedigung des Trieblebens Fausts Streben insgesamt zur Ruhe kommt. Faust aber hat zwei Seelen in seiner Brust. Der Abgesandter der Hölle begreift nicht, dass mit diesem Weg Faust Sehnen nach göttlicher Idealität keineswegs gestillt werden kann. Im Gegenteil, es ist zu erwarten, dass die Einseitige Festlegung rasch zum Überdruss, zu einer Sättigung der einen Seite führen wird. Die Befriedigung der einen Seele dürfte aber bewirken, dass der andere Drang in Faust erstarkt. Angesichts dieser grundlegenden Fehleinschätzung ist es beinahe unmöglich, dass Mephisto mit seiner Taktik Erfolg hat und die Wette für sich entscheiden kann.

Das steht dazu in meiner Lektürehilfe. Wichtig ist aber auch ein anderer Aspekt in der Wette und zwar dass Mephisto Fäuste Ruhe verspricht und dass seine Wissbegierde gestillt wird. Der Teufel jedoch hat die Aufgabe den Menschen anzutreiben und nicht zu beruhigen. Deswegen ist es für Mephisto eigentlich aussichtslos.

Woher ich das weiß:Recherche

...dass Mephisto in seiner Wette gegen Gott gar nicht gewinnen kann,

....weil Böse gegen Gut letztendlich nun mal nicht gewinnt. Was ist denn daran so schwer zu verstehen.

Vielleicht , dass es der Wirklichkeit widerspricht. "Böse" und "gut" werden immer wieder nach Belieben neu definiert.

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Im Original Dr. Fausten (oder wie das Ding heißt) hat Mephisto beispielsweise seine Wette gegen Faust gewonnen und dieser kam in die Hölle. Ein Beispiel dafür, dass in der Literatur eben nicht immer "Gut" gegen "Böse" gewinnt.

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@MaximGorkiPark

Mephisto gewinnt seine Wette nicht! Gretchen büßt für Faust - das Gute ist immer stärker

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@dandy100

Ja, ich habe von irgendeinem Original-Faust geredet, von dem Goethe sich inspirieren lassen hat (oder ähnliches, bin mir nicht so sicher.)

Im Faust von Goethe gewinnt das Gute, das ist richtig und mir bewusst :)

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@dandy100

"Mephisto gewinnt seine Wette nicht!" - schon deshalb, weil es "seine Wette" und damir auch eine Wette gar nicht gibt.

Das Possessivpronomen, dass Mephisto verwendet ("Mir ist für meine Wette gar nicht bange"), wobei du ihm unbedarft folgst, zeigt deutlich genug, dass es nicht zu der Wette kommt, denn eine Wette wird ja nicht allein, sondern immer mit einem anderen durchgeführt. Hier fehlt aber einfach diese Bedingung der Möglichkeit.

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Ganz einfach: weil es diese Wette gar nicht gibt. Lies doch den Text genau: Mephisto bietet die Wette an, der Herr antwortet ausweichend, was Mephisto gar nicht so wahrnimmt.

Warum der Herr auf eine solche Wette nicht eingehen kann, liegt auf der Hand: als Herr der Schöpfung müsste er sie gewinnen, er weiss das und findet das mit guten Gründen unfair...

Noch genauer:

Diese Unmöglichkeit formuliert Mephisto selbst, ohne zu ahnen, was er da sagt:

"Was wettet Ihr?

(...)

Wenn Ihr mir die Erlaubnis gebt..."

Erlaubnis und Wette sind zwei unversöhnliche Kategorien, da Erlaubnis eine Hierarchie postuliert.

Der Herr fährt denn auch nach dieser Logik fort ("sei's dir nicht verboten") und übergeht das Wette-Angebot aus den genannten Gründen souverän.

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