Warum kann man Natriumchlorid essen?

5 Antworten

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Chlor und Natrium kannst du nicht direkt essen weil beide sehr reaktiv sind. Beide Substanzen würden also mit dem Gewebe reagieren und dieses Schädigen was dann eben zu Verätzungen führt.

Wenn die beiden Ionen aber in der Edelgaskonfiguration sind, sind sie vergleichsweise träge und daher ist Natriumchlorid nicht ätzend. Das gilt allerdings nicht allgemein, es gibt auch Ionen die noch reaktiv sind. Das Stichwort dazu nennt sich korrespondierende Base bzw korrespondierende Säure und hier gilt im wesentlichen starke Säuren bilden schwache korrespondierende Basen und für Säuren gilt das Gleiche nur in die andere Richtung. Da die Salzsäure eine sehr starke Säure und die Natriumlauge eine sehr starke Base ist, ist das Produkt Natriumchlorid wenig reaktiv. Anders siehts aber zB bei Eisen(III) Chlorid aus. Die korrespondierende Base das Chloridion ist relativ wenig reaktiv, aber das Fe(III) Ion ist (weil es im Normalzustand eine schwache Base ist) eine relativ sauer wirkende Komponente. Daher wirkt eine Eisen (III) Chlorid Lösung wie eine Säure und sie wird auch zum Metall ätzen verwendet. Ähnliches gilt auch für Aluminiumchlorid Lösungen.

Was die Toxizität angeht so kommt es immer auf die Menge an.

Auch Natriumchlorid in hoher Menge kann tödlich sein, genau so wie Wasser in entsprechend hoher Menge. Natriumchlorid ist aber bei weitem nicht so toxisch wie andere Substanzen, zB die Salze der Blausäure.

Der Grund dahinter ist, dass auch Ionen immer noch bestimmte chemische Vorgänge im Körper blockieren können. Die Ionen selbst sind zwar, unter Umständen, nicht mehr all zu reaktiv und werden damit keine Zellen schädigen, sie können aber immer noch anderen Prozessen im Wege stehen. So lagert sich zB das Cyanidion an die roten Blutkörperchen an und verhindert den Sauerstoff Transport womit man in der Folge erstickt.

Alles in allem kannst du dir aber merken, das chemische Verhalten der Elemente in der Substanz sagt relativ wenig über das chemische Verhalten der Substanz selbst aus.

Sehr gut erklärt, danke :)

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Das gefährliche an Cl2 ist halt, dass es mit vielen Sachen in deinem Körper reagiert und dadurch Zellen/Organe oder Kreisläufe beschädigt und zerstört. Des Weiterem bildet es mit deinem Wasser im Körper Salzsäure und führt zu Verätzungen. Natrium reagiert ja analog zur Base und führt auch zu Verätzungen.

Also ist das gefährliche an den Stoffen, dass sie sehr reaktiv sind und noch viel chemische Energie in ihnen gespeichert ist.

Bei den Ionen ist das ja nicht mehr der Fall, da diese ja aufgrund der Edelgaskonfiguration kein großes bestreben mehr haben irgendwelche "schädlichen" Reaktionen einzugehen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – B.Sc. Chemie

Ahhh... Also ist Chlor nur giftig, weil es mit anderen Stoffen in deinem Körper reagiert? Oder hab ich wieder was falsch verstanden... Naja aber das beantwortet meine Frage auf jedenfall, danke :)

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@xQuex

Jap so ist es, also primär halt, weil es mit Wasser zu Salzsäure reagiert und du dir deine Atemwege wegätzt :)

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Es ist ja eine Verbindung aus Chlor und Natrium, in der auch nicht die "reinen" Stoffe/Elemente Natrium und Cglor vorliegen, sonder nur die Ionen, als Teilchen dieser Elemente mit dazugehöriger Ladung (Na+ und Cl-)

Und die braucht der Körper, bzw. kann er ja umwandeln oder mit anderen Ionen binden.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Also ist Cl- nicht mehr giftig? Weil unsere Chemielehrerin meinte, dass sich die Eigenschaften nicht ändern.

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@xQuex

Die Ionen sind erstmal nicht giftig. (Generell gilt natürlich auch hier "Die Dosis macht das Gift") Aber die Ionen haben ganz anderen Eigenschaften als das Atom oder Element, ja!

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du hast Recht REINES Chlor und REINES Natrium das sind zwei total üble Gesellen.

Problem ist das diese beiden Elemente sehr gerne mit anderen Stoffen reagieren und so neue Verbindungen enstehen.

Allerdings wenn 1 Natrium-Atom und 1 Chlor-Atom miteinander regagieren dann gibt das Natrium-Atom ein Elektron dem Chlor und beide werden zu Kochsalz.

Beide Elementen haben jetzt genau 8 ATome auf der letzten Hülle (Oktetteregel) und sind jetzt total Glücklich. Kochsalz ist eine sehr stabile Verbindung und reagiert nicht mit anderne Stoffen.

Bildhaft gesprochen ist Kochsalz das ergebnis einer Liebshochzeit, Chlor und Natrium sind wunschlos glücklich und haben keine Lust mit andere SToffen zu reagieren.

Ja, aber warum ist es nicht mehr giftig? Über die Oktettregel und so weiß ich bescheid. Aber ich verstehe nicht, warum es nun nicht mehr giftig ist.

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Ist mit Wasserstoff- brennbares Gas- und Sauerstoff - agressives nicht brennbares Gas- genauso. Zusammen formen sie eine neue Materie Wasser, die zum Leben unentbehrlich ist. Meinst du dieses Phänomen, chemische Veränderungen bei Verbindung von Elementen?

Jep, verstehe ich nicht. Wobei ich mich bei Wasser such frage, warum es nicht brennt... Immerhin wäre da genug auersroff und Wasserstoff ist ja auch brennbar... Es wird aber flüssig und zack, einer der größten Feinde des Feuers.

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@xQuex

Der Grund ist auch hier weil der Wasserstoff und Sauerstoff bereits Edelgaskonfiguration haben.

Du kannst dir das so vorstellen, wenn du Wasserstoff und Sauerstoff mischt und entzündest wird eine Menge Energie frei. Diese Energie die frei wird stammt im wesentlichen aus den Elementen die sich zu Wasser verbinden.

Wenn man jetzt wieder Sauerstoff und Wasserstoff trennen möchte muss man genau diese Energie die bei der Verbrennung frei wird wieder in das Wasser rein stecken sonst bleiben der Wasserstoff und Sauerstoff in der Oktettkonfiguration und sind chemisch relativ Träge und Stabil.

Da gewöhnliches Feuer bei weitem nicht genug Energie erzeugt, dass es den Sauerstoff und Wasserstoff trennen könnte bleibt das ganze Wasser und dieses Verdampft und entzieht damit dem Feuer die Energie.

Allerdings kann bei sehr heißen Bränden, insbesondere Bränden von Metallen wie Aluminium Magnesium etc. so viel Energie frei werden, dass die es schaffen das Wasser wieder zu zerlegen. Der entstehende Sauerstoff reagiert dann mit dem brennenden Metall und das facht den Brand an. Daher darf man Metallbrände nicht mit Wasser löschen.

Hierfür gibt es dann spezielle Löschmittel die im wesentlichen auf Sand basieren. Dieser Sand schmlizt und legt eine Sauerstoffdichte Decke über das Feuer womit das Feuer aufgrund von Sauerstoffmangel ausgeht.

Das selbe wie mit dem Wasser gilt übrigens auch für CO2 da CO2 das Reaktionsprodukt der Verbrennung organischer Stoffe ist, ist es relativ Träge und auch das CO2 würde das Feuer ersticken. Bei Metallbränden gilt für CO2 allerdings ähnliches wie für Wasser.

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