Warum ist Lateinamerika ärmer als Nordamerika?

5 Antworten

Man solllte mal anfangen mit der Frage: " Was ist das Nord-Sued-Gefaelle?" Warum ist Norditalien reicher als Sueditalien. Warum ist Nordeuropa reicher als Suedeuropa. Dann sollte man sich auch mal fragen, wo die Menschen gebildeter sind, in Nordeuropa oder in Suedeuropa, in Europa oder in Afrika. Die Siedler Nordamerikas kamen doch, so glaube ich, aus einer kulturell und beruflich hoeherstehenden Gesellschaftsklasse als die - haeufig aus Soldaten und Abenteurern rekrutierten Besiedler des Suedens. Und koennte es nicht sein, dass bei einer fehlenden, sich nicht gleichmaessig entwickelten Industrialisierung auch die Mittelschicht nicht existiert sondern nur ganz reich und ganz arm? Ich empfehle mal, in Suedamerika zu leben, aber nicht als Deutscher in seinem Glaskasten sondern unter ihnen, der Bevoelkerung.

Was hat Italien mit Amerika zu tun???

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Weil die USA die Länder aussaugt. Umstürze macht, Diktatoren einsetzt. Neokolonialismus eben.

 - (Politik, Südamerika)

Zweifellos hat sich Nordamerika früher als Südamerika von den Kolonialen Fesseln befreit und auch entwickelt, aber dieses Nordamerika in Gestalt der Vereinigten Staat hat die Unterjochung Mittel- und Südamerikas den europäischen Kolonialmächten bestritten und unter ihre Herschaft weitergeführt (Hinterhof der USA=. Sie hat die Ausbeutung dieser Länder durch Zurichtung für die eigene Ökonomie auf andere Weise fortgesetzt. Ich erinnere an die United Fruit Company und die Stützung von genehmen Diktatoren durch die USA nicht zuletzt durch Militärhilfe, CIA-Einsätze und auch militärisches Eingreifen, ich meine zuletzt in Grenada.

Die USA könnten keine wirtschaftliche Hegemonie in Südamerika ausüben, wenn sie nicht schon vorher über einen uneinholbaren wirtschaftlichen Vorsprung verfügt hätten. Was Du sagst mag in Teilen vielleicht richtig sein, ist aber eine Folge und eventuell ein Katalysator des Gefälles, aber mit Sicherheit nicht seine Ursache.

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@Nietzsche81

Da gebe ich dir recht, aber das habe ich auch nicht behauptet. Die Gründe, wie sie sich mir darstellen, habe ich, zwar sehr verkürzt, im ersten Satz dargestellt. Gemeint war da im Wesentlichen die relativ frühe Industralisierung und Schaffung eines Binnenmarktes.

Zu den überlegenen Voraussetzungen gehört aber auch noch der Wille dazu, den anderen Staaten, Spanien, Frankreich, Portugal und Niederlande den Einfluss in Mittel- und Südamerika streitig zu machen.

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@Snanifo

Die konsequente Schaffung eines Binnenmarktes ist in der Tat eine wichtiges Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufschwung. Zudem verfügte Nordamerika zwar nicht über soviel Gold wie der Süden, aber über die notwendigen Ressourcen für die industrielle Entwicklung, vor allem Eisenerze und Kohle. Der politische Wille, die Kolonialmächte zurückzudrängen resultiert wohl aus der frühen Staatsgründung der USA. Nur weil sie ein eigener Staat waren, konnten sie überhaupt ein eigenes politisches, von der europäischen Politik unbeeinflusstes Interesse entwickeln.

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@Nietzsche81

Oho, geballte Unwissenheit und pure Therorie, die unberücksichtigt lässt, dass die USA gar nicht viel schneller war in der Staatsgründung, als Brasilien und Co. - alles, was man für die Industrialisierung an Rohstoffen benötigte, gab es auch in Südamerika. Der Binnenmarkt Brasiliens ist z.B. heute größer, als der Frankreichs und Italiens.

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@Nietzsche81

zu Nietzsche81: Es gehört doch wohl etwas mehr dazu als Begründung für die Zurückdrangung der Kolonialmächte, nämlich der politische Wille, der eigenen Wirtschaft die Möglichkeit zur Investition = Ausbeutung zu verschaffen. Etwas früher hat man das Imperialismus genannt.

Allein die Verfügung über die Voraussetzungen zur Industrialisierung zwingt noch lange nicht zu dieser. Es braucht dazu eine bestimmte politisch-ökonomische Ausrichtung des Landes sowie die notwendigen techn. (Er)Kenntnisse.

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