warum ist eine Affekthandlung nach sartre dem Täter zurechenbar?

3 Antworten

Wie bereits qwert66 richtig dargestellt hat, ist der Mensch - trotz seiner Affekte - nie aus seiner Verantwortlichkeit entlassen. Es ist ja auch tatsächlich so, dass man Affekten nicht völlig hilflos ausgeliefert ist. Sie sind zwar eine mächtige Wirkgröße, der wir manchmal - speziell in Wutreaktionen - nicht viel entgegenzusetzen haben, aber dennoch ist aus Filmen bekannt, dass Menschen im Angesicht extremer möglicher Nachteile, ihre Emotionen dann doch zurück halten. Genau hier setzt Sartre an, wenn er dem Menschen an solchen Stellen nachweist, dass er auch unter extremer emotionaler Besetzung noch reflektieren kann, d.h. noch entscheiden kann in welcher Weise er handeln sollte. Allerdings entbindet Sartre den Menschen dort, wo dieser aus Unkenntnis oder physischer Ohnmacht heraus die mögliche Handlung überhaupt nicht vollziehen könnte. Bei dieser sehr pointierten Haltung Sartres sollte man allerdings bedenken, dass Sartre selbst nach seiner "Kehre", d.h. nach seinem Aufenthalt im deutschen Gefangenenlager Stalag XII D und den extremen Erfahrungen dort, in vieler Hinsicht sehr viel "menschlicher" in seinen Forderungen geworden ist (nachzulesen bei: Bernard-Henri Lévy; Sartre, Der Philosoph des 20.Jahrhunderts, S.480 ff, Kapitel: Sartres Kehre)

Weil man sich nach Sartre selbst wählt, man entscheidet was einen bewegt usw. das heißt du bist dafür selbst verantwortlich wie du handelst, egal ob aus einem Affekt heraus oder nicht. Wenn du aus einem Affekt heraus handelst, dann hast du dich so gewählt, dass der Affekt, das Gefühl, für dich von Bedeutung war und dich zu diesem Handeln bringt, also bist du verantwortlich.

Satre, war mit einer Frau S. Signoret zusammen, die bewusst manipuliert und hierbei mit einer eiskalten Ratio vorgegangen ist. Satre hat hier nur herumspekuliert (philosophiert), indem er Rückschlüsse auf ein Verhalten gezogen hat, das ihm selber weder fremd noch unangenehm war. Nur war Madame Signoret noch manipulativer wie Satre. Zwischen beiden herrschte ein ständiger Zweikampf, Satre zog daraus den Schluss das Affekt nur als Entschuldigung herangezogen wird, für bewusstes verhalten.

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