Warum ist der Fossilienfund immer lückenhaft?

3 Antworten

Hallo WildHirsch,

weil Fossilisation ein seltener Prozess ist.

Normalerweise, wenn ein Lebewesen stirbt, dann verwest es - und zwar innerhalb recht weniger Jahre dank aller möglicher Mikroorganismen absolut vollständig. Also samt der Knochen.

Das kann Dir bei Bedarf jeder Totengräber bestätigen. Werden Gräber aufgelöst, dann sind, obwohl nur wenige Jahre bis Jahrzehnte vergangen sind, von den Verstorbenen nur noch sehr wenige Bruchstücke der kräftigsten Knochen zu finden.

Damit ein Lebewesen zum Fossil wird, muss es also so sterben, dass einerseits sein Kadaver in einigermaßen unzerstörtem Zustand bleibt, andererseits aber auch so, dass keine Mirkroorganismen an den Kadaver kommen. Dazu muss der Körper schnell in geeignete Böden - am besten tonige Böden oder Sedimente - komplett eingebettet werden. Bestimmte chemische Prozesse (z.B. Einkieselung, Einkalkung,...) sorgen dann dafür, dass Knochen und Gewebe durch Mineralien ersetzt werden.

Schätzungen gehen etwa dahin, dass nur rund 3% aller Lebewesen überhaupt so konserviert werden. Und auch das natürlich keineswegs gleichmäßig über alle Spezies: Im Meer und feuchten, schlammigen Böden sind die Chancen eines Kadavers ungleich höher, luftdicht verschlossen zu werden, als in Steppenlandschaften.

Wir haben deshalb zum Beispiel erheblich vollständigere Stammbäume bei den Walen als bei uns selbst. Unsere Vorfahren lebten in einer trockenen Baumsavanne - und dort kommt Fossilisation extrem selten vor.

Der letzte Grund sind die geologischen Prozesse. Fossilien liegen ja nach Jahrmillionen irgendwo in älteren und damit meist tieferen Gesteinsschichten, die nur an wenigen Grabenbrüchen weltweit überhaupt zutage treten. In Deinem Gemüsegarten kannst Du im Allgemeinen graben und wirst selbst  in großen Tiefen keine Dinos finden. Paläontologen müssen sich auch in Geologie auskennen, um zu wissen, wo weltweit eigentlich Gesteine bestimmter Schichten so oberflächennah sind, dass sich das Suchen lohnt. An die meisten Fossilien kommen wir also schlicht nicht ran.

Beide Faktoren machen das Auffinden eines gut erhaltenen Fossils zu einem glücklichen Zufall.

Beachte aber: Auch ein lückenhaftes Fossilenmuster ist ein Beleg für den in der Natur ablaufenden Prozess der Evolution - nämlich dann, wenn wir in älteren Schichten keine jüngeren Formen finden und der Trend mit dem Alter zur einfachen Form geht.

Grüße

Weil die Saurier ihr Knöchelchen meistens nicht sortiert haben, nachdem sie verschüttet oder von Lava versengt worden waren. Die Knochen lagen außerdem so lange unter oft schweren Schichten, dass der Druck sie stark beschädigt hat.

Das erinnert mich an das Märchen "Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen". Da hat doch auch einer die Knochen der toten Prinzessin passend angeordnet, damit er sie wieder zum Leben erwecken konnte.


Noch ein Grund für fehlende Knochen ist, dass Aasfresser die Knochen eines gerade gestgorbenen Sauriers in alle Richtungen verschleppen.

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Was meinst du mit lückenhaft? Es gibt durchaus Fossilien, deren Knochen z.B. vollständig sind. Was aber (immer) fehlt ist z.B. das vollständige Fell, Eingeweide, Federn, Haut, etc., also alles, was leicht verwesen kann und somit diese lange Zeit einfach nicht überstanden hat. Und selbst wenn das alles erhalten wäre, so würde doch das komplette Umfeld fehlen (Bäume, Sträucher, Atmosphäre, etc.), so dass alle Schlussfolgerungen, die man ziehen kann, zwangsläufig nie 100% sicher sind.

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