Warum ist Caesar ermordet worden? Warum haben die Römer doppelte Ämter? Könnt ihr mir dazu einige Antworten schreiben?

3 Antworten

Cäsar wollte die alleinige Macht über das Reich ähnlich wie eine Diktatur. Er wollte sich selber zum ersten römischen Kaiser krönen. Doch er wurde von seinen eigenen Landsleuten verraten und ermordet.

Die Römer hatten in der Politik 3 Prinzipien um sich vor einer Alleinherrschaft zu schützen, eine davon war das Gesetz, dass jedes Amt doppelt besetzt sein muss. Einfach nur dafür, dass keiner von denen auf die Idee kommen könnte eine Alleinherrschaft anzustreben. Die anderen 2 Prinzipien sind, dass jedes Amt nur 1 Jahr ausgeführt werden darf, dass niemand ein Amt 2x hintereinander ausführen darf . Lg Katy

Danke sehr:)

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1) Gaius Iulius Caesar ist am 15. März 44 v. Chr. (Iden des März) ermordet worden, weil seine Alleinherrschaft in erheblichen Teilen der Nobilität (Führungsschicht der römischen Republik) auf Ablehnung stieß und sich eine Verschwörergruppe gebildet hatte.

Caesar wurde nach seinem Sieg im Bürgerkrieg (49 – 45 v. Chr.) zunächst Diktator für 10 Jahre, im Februar 44 v. Chr. dann Diktator auf Lebenszeit (dictator perpetuus). Damit wurde eine von Caesar dauerhaft, nicht nur als vorübergehender Zustand beabsichtigte Alleinherrschaft deutlich. Caesar hat auch mit einigen Äußerungen und Taten wenig Rücksichtnahme auf republikanische Tradition genommen und das eher schroffe Verhalten in diesen Fällen hat zusätzliche Abneigung hervorgerufen. Ausschlaggebend war, welche Stellung Caesar einnahm, nicht eventuelle Pläne über zukünftige Herrschertitel.

Die Republik bestimmte die politische Denktradition der römischen Führungsschicht. Ein Einzelner sollte kein starkes Übergewicht erhalten. Die führenden Familien der Nobilität wollten ihre gewohnte Macht zurückbekommen. Führender Verschwörer war zunächst Gaius Gassius Longinus, später kam als besonders bedeutender Beteiligter Marcus Iunius Brutus hinzu. Gemeinsam war der Wunsch nach einer Rückkehr zur Republik.

Caesar hat einige Zeit vorher seine spanische Leibwache entlassen und auch keine andere persönliche Schutzgarde angenommen. Vermutlich wollte er kein Anzeichen einer Tyrannenherrschaft bieten, sich selbstsicher zeigen und hat möglicherweise die Entschlossenheit seiner Gegner auch zu einem Angriff auf sein Leben unterschätzt (bei den Motiven wird auch noch seine Einstellung zum Tod überlegt).

Biographien enthalten eingehendere Darstellungen mit Erklärungen:

Matthias Gelzer, Caesar : der Politiker und Staatsmann. Mit einer Einführung und einer Auswahlbibliographie von Ernst Baltrusch. Neudruck der Ausgabe von 1983. Stuttgart : Steiner, 2008 (Alte Geschichte). ISBN 978-3-515-09112-1

Christian Meier, Caesar. Ungekürzte Ausgabe, 3. Auflage. München : Deutscher Taschenbuch-Verlag, 1993 (dtv : Wissenschaft ; 4596). ISBN 3-423-04596-5

Werner Dahlheim, Julius Caesar : die Ehre des Kriegers und die Not des Staates. Paderborn ; München : Wien ; Zürich : Schöningh, 2005. ISBN 3-506-71981-5

Martin Jehne, Caesar. Original-Ausgabe, 4., aktualisierte Auflage. München : Beck, 2008 (Beck'sche Reihe : C. H. Beck Wissen ; 2044). ISBN 978-3-406-41044-4

2) Von mehreren Personen ausgeübte Ämter entsprachen den republikanischen Grundsätzen und gehörten zum „Brauch der Vorfahren“ (mos maiorum). Eine übermäßige Machtfülle bei einer einzigen Person sollte vermieden werden. Die Republik war nach der Überlieferung aus einer Königsherrschaft durch Sturz des letzten Königs entstanden. Niemand sollte eine Stellung wie ein König haben. Daher wurde die Macht von Ämtern beschränkt. Ein Grundsatz war die Kollegialität. Ein Amtsinhaber (magistratus) konnte vom anderen kontrolliert werden, sie hatten gegenüber dem Kollegen Einspruchsrecht (Interzessionsrecht).

2 Amtsinhaber gab es bei den Konsuln, den leitenden Beamten, und den Zensoren (zunächst zeitlich nicht regelmäßig, dann alle 5 Jahre für eine Amtszeit von 18 Monaten). Bei anderen Ämtern (z. B. Prätoren, Quästoren, Ädile und Volkstribunen) gab es nicht nur zwei, sondern (zum Teil im Lauf der Zeit) noch mehr. Ander Grundsätze mit dem Ziel der Machtbeschränkung waren Annuität (Begrenzung der Amtszeit auf ein Jahr) und Vermeidung der Iteration (Wiederholung; es gab einige Ausnahmen; seit 82 v. Chr. war es erst nach 10 Jahren erlaubt, erneut Konsul zu werden). Im Fall eines Notstands konnte ein Diktator für 6 Monate ernannt werden, der als ihm untergeordneten Beamten und Stellvertreter einen Reiterführer (magister equitum) bestimmte.

Ausführliche Informationen enthält:

Jochen Bleicken, Die Verfassung der römischen Republik: Grundlagen und Entwicklung. Paderborn ; München ; Wien ; Zürich : Schöningh. 8. Auflage, 2000. (UTB für Wissenschaft: Uni-Taschenbücher, 460). ISBN 3-8252-0460-X (UTB); ISBN 3-506-99405-0 (Schöningh)

Es muss einmal Anerkennung und Respekt vor dieser fundierten und kompetenten Antwort ausgesprochen werden. Hoffentlich weiß der Fragesteller die Arbeit zu würdigen.

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@KHLange

und hoffentlich macht er sich die Mühe, alles nicht nur durchzulesen, sondern ggf. auch auszudrucken - und darüber nachzudenken. So wie ich - Danke dafür (mal wieder)

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Der Hauptgrund war wie Albrecht super beschreibt. Aber es gab weitere wichtige Gründe: Man wollte keinen neuen Krieg, wie ihn Cäsar gegen die Parther im Osten konkret geplant hatte (mord wenige Tage vor seinen Abmarsch). Durch seine Ausgleichspolitik (Cäsarianer auf der einen Seite, ehemalige Pompejaner auf der anderen) fühlten sich seine Freunde und Generale zurückgesetzt und waren ihm böse. Unter den wichtigsten Verschwörern waren mehr aus dem eigenen Parteien-Lager als von den ehemaligen Feinden!!! Schließlich hatte wahrscheinlich nur Marcus Brutus ehrenswerte politische Ziele (Wieder-Herstellung der Demokratie, obwohl der "Zug längst abgefahren war" und bereits Pompejus` Alleinkonsulat 8 Jahre zuvor eine Militärmonarchie war). Von vielen der Verschwörer sind ganz egoistische private Ziele erkennbar, warum sie Cäsar weg haben wollten. s. S. 159-160 in Bd.II meiner (W.Klemm) "Cäsar-Biografie", Novum-Verlag 2009. Universalis

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