Warum heisst es eigentlich Zauberin und nicht Zaubererin?

6 Antworten

Der Grund ist eine Besonderheit bei der Wortbildung. "Zauberer" ist ein aus dem Verbstamm "zauber" (vom Verb "zaubern") und dem Suffix (angehängte Endung) "-er" gebildetes Nomen. Mit dem dem Suffix "-in" werden weibliche Bezeichnungen zu männlichen Personenbezeichnungen gebildet. Bei Nomen, die mit einem unbetonten "-erer" enden, wird "-er" vor "-in" gestrichen (er-Tilgung), daher "Zauberin".

Wird es eben nicht! Die weibliche Endung von aus Tätigkeiten gebildeten Bezeichnungen lautet "-erin". Bei Eigennamen sieht es wieder anders aus - da genügt schon ein "-in" für die Hündin.

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@Pneumothorax

Ich verstehe nicht, welcher sachlicher Einwand erhoben werden könnte. Ich sehe nur eine nicht begründetet und belegte Behauptung, etwas werde nicht so gebildet. Die Endung -erin habe ich gar nicht bestritten.

Ein anderes Beispiel für unbetontes -erer ist "Förderer". Die weibliche Form heißt "Förderin", nicht "Fördererin".

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Das "-er" fällt nur bei Idioten weg. Die m.E. unsinnige Verkürzung unter Weglassung des auf die Tätigkeit bezugnehmenden "-er" ist eine Modeerscheinung der letzten Jahre - wie so viele andere Verschluderungen der deutschen Sprache. Beim Zaubern handelt es sich um eine Tätigkeit. Der Zauberer übt diese Tätigkeit aus - wie manchmal auch der Lehrer im Chemieunterricht. Wenn dieser Lehrer sich durch eine Kollegin vertreten läßt, dann handelt es sich um eine Lehrerin. Ich persönlich möchte nicht von einer LEHRIN unterrichtet werden und auch nicht von einem LEHR. Denn das wären nur Wortstämme. Genauso wie die ZAUBERIN, die eigentlich nur eine Kollegin der MOTORIN sein dürfte. Und eine Motorin möchte ich auch nicht in dem Automobil haben, das ich fahren soll. Himmelherrgottsakra!!

Das ist bei allen Worten so, die auf ein doppel "er" enden. Bei der Bildung der weiblichen Form fällt das zweite "er" weg. Der Zauberer verwandelt sich also nicht in eine Zaubererin, sondern in eine Zauberin. Und der Wanderer wird zur Wanderin, genau wie der Förderer zur Förderin. Das lässt sich mit Sprachökonomie begründen. Denn die Wörter Wandererin, Zaubererin und Fördererin sind nicht gerade leicht zu sprechen.

Ah, auch Bastian Sick gelesen?

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Danke.

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Neben der Tatsache, dass Bastian Sick natürlich recht hat mit seiner Aussage hinsichtlich der Sprachökonomie, leitet sich sowohl "Zauberer" als auch "Zauberin" ja von "Zauber" ab. Bei der männlichen Form wird ein "er" angehängt, bei der weiblichen ein "in" - wie so oft.

Ja, manchmal muß die deutsche Sprache gerettettet werden. Ich wage es jetzt zu behaupten, daß nämlich die Feminin-Endung für Tätigkeit-Ausübende nicht auf "in" lautet, sondern auf "erin". Als Beispiel biete ich das Wort "arbeiten" an, von dessen Wortstamm sich "Arbeiter" und "Arbeiterin" ableiten ließen. Gegenbeispiele?

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Das hat wirklich mit der Aussprechbarkeit zutun und mit der Tendenz der Sprache, aus diesem Grunde ähnliche oder gleiche Silben, die diese erschweren, abzuschleifen bzw. zu eliminieren. Allerdings ist das aufgrund der Unterscheidbarkeit, z. B. von Präsens und Imperfekt nicht immer möglich. Daher der Zungenbrecher "ich arbeitete".

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