Warum heißt die vorbegrifflich-symbolische Phase vorbegrifflich?

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5 Antworten

In der von Franz1957 angegebene Quelle ist Vorbegrifflichkeit gut erklärt.

Die symbolische Phase heißt vorbegrifflich, weil einem Kind Symbolen (in reproduzierbaren Testergebnissen, verhersagbar) im Umgang mit Symbolen und Vor-Begriffen als sprachlichen Repräsentanten solcher Symbole logische Fehler unterlaufen, die ihm nach dem Erwerb logisch konsistenter Begriffe nicht mehr unterlaufen.

Der Text führt anschauliche Beispiel für

  • animistische,
  • finalistische und
  • arifizialistische Erklärungen,

die Ausdruck der Verwendung von Vor-Begriffen sind. - Ich füge hinzu:

  • (am ehesten dem animistischen Denken benachbartes) anthropomorphes Denken, d.h. Gegenständen werden menschliche Eigenschaften und Absichten zugeordnet (wenn sich das Kind an einem Tisch stieß: Der Tisch ist böse und deswegen hart)
  • magisches Denken, d.h. eigene Handlungen des Kindes, z.B. auch sprachlichen, wird eine objektiv nicht vorhandene Machtentfaltung zugeordnet (das Wetter ist schön, weil ich brav war).
  • zentriertes Denken, d.h. der übergeordnete Gesichtspunkt einer Aufgabe wird nicht erfasst. Z.B. wird die Aufgabe, 4 verschieden lange Stäbe der Größe nach zu ordnen, so gelöst, das zwei Paare verschieden langer Stäbe gebildet werden, verwandt mit dem im Text erwähnten und auch regelhaft feststellbaren
  • Egozentrismus (S. Text, Beispiel "3 Berge").
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Kommentar von dongodongo
06.09.2014, 11:15

Ohje, ich beschimpfe meinen Drucker manchmal...

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Vielleicht hilft Dir diese Seite weiter: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOGNITIVEENTWICKLUNG/PiagetmodellStufen.shtml

Es geht wohl um Jean Piagets Entwicklungspsychologie, wenn ich das richtig sehe. Ich bin nicht vom Fach, aber der Text scheint mir nachvollziehbar zu machen, warum Piaget diese Phase "vorbegrifflich" nennt: Weil die Kinder da noch keine richtigen Begriffe bilden, sondern eine Vorstufe davon.

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Ich weiß nicht so genau, was diese Phase sein soll, aber vermute mal:

Auf das Denken bezogen: gefühlsmäßiges, wortloses, durch Kontexte entstehendes (=symbolisches) Denken

Geschichtlich: Phase, in der es noch keine Begriffe gab, aber symbolisch kommuniziert wurde (Steinzeit?)

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Die vorbegriffliche Phase gibt es bei der Kindesentwicklung, wenn das Kind zwischen zwei und vier Jahren alt ist.

Vorstellungen und Symbole werden als "Vorbegriffe" bezeichnet.

Praktisch heißt das, dass das Kind beim Spielen nicht unbedingt fertige Spielzeuge wie Autos oder Puppen braucht, sondern es kann auch einen Holzklotz nehmen und so tun, als sei das ein Auto. Beim nächsten Mal kann es mit dem selben Holzklotz so spielen, als sei es ein Haus oder etwas anderes. Diese symbolische Darstellung (gleichbleibender Holzklotz = alles mögliche) ist die Vorstufe zum Erlernen von sprachlichen Begriffen.

In dem Alter lieben Kinder auch Nachahmungsspiele, das heißt, sie erinnern sich an Situationen, die zeitlich und räumlich entfernt sind (also nicht direkt vor Augen sind) und machen genau solche Situationen nach. Sie können auch schon um Dinge bitten statt einfach selber danach zu greifen. Viele Fragen (warum? wer? was? wann?wo?) kann das Kind in dieser Phase stellen. Nachmalen gelingt ihnen in dem Alter auch.

Sie haben also noch kein tieferes Verständnis für Begriffe, aber man kann an ihrem Handeln ablesen, dass sie schon was verinnerlicht haben. All dies stellvertretende, kopierte Tun wird die Voraussetzung dafür sein, dass sie später die abstrakte Sprache verstehen können als ein Abbild von komplexen Sachverhalten.

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Laut Google bist du allerdings der/die Einzige, der/die diesen Begriff auf der ganzen Welt jemals so verwendet hat. Sicher, dass das so korrekt ist?

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Kommentar von psychironiker
05.09.2014, 22:45

... Das kommt davon, Fachwissen auf situativ verfügbare Ergebnissen einer Suchmaschine zu reduzieren. Ichthys hat Recht, ich bin übrigens vom Fach.

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