Warum gibt es so viele Holzhäuser in Amerika?

7 Antworten

Neben der Kostenfrage ist es auch eine Art Lebensphilosophie in den USA mobil zu sein. Man wechselt öfters mal den Wohnort. Und da baut man nunmal einfach ein Haus, welches evtl. nur 5-10 Jahre hält und zieht um, wenn es verschleißt ist. Dazu kommt noch der Gesetzgeber. Hätten wir in Deutschland eine ähnliche Gesetzesage in der Baubranche wie in den USA, würde es hier mit Sicherheit auch viele instabile Holzhäuser geben.

Ich frage mich gerade ernsthaft, wieviele von den schlauen Antwortern hier schon mal in den USA waren...!

  • Ungeziefer in Holzhäusern... so ein Krampf, da gibt es immer die Unhygienischen oder sauberen Bewohner, das hat mit der Substanz des Hauses NICHTS zu tun! Allerhöchstens Termiten, weil die Holz fressen, das ist eher in den Südstaaten ein Problem.

  • Haltbarkeit von Holzhäusern? Die halten auch ganz schön lange, liebe Leute, und es kommt darauf an, wo sie stehen(Klima), wie sie gebaut sind (billig/teuer), und wie sie gepflegt werden. Nicht selten werden sie über Generationen genutzt.

  • Umzug mit dem Haus: die sogenannten "Mobile Homes" gibt es als Einfach- oder Doppeltrailer. Am Standort werden bessere davon auf Fundamente gesetzt, so daß ein Laie dieses Haus nicht einmal mehr als Mobile Home erkennen könnte. Dennoch sind sie eher den unteren Schichten vorbehalten, und werden in sogenannten "Trailerparks" zusammengefaßt. Meistens soziale Brennpunkte.

  • Amerika ist so riesengroß, und hat so unterschiedliche Klimazonen, daß so eine Pauschalaussage nicht angebracht ist. Im Nordosten findet man auch sehr viele Steinhäuser.

  • Die Gewalt der Stürme in der "Tornado-Alley" im mittleren Westen können wir uns nicht vorstellen. Jeder Hausbesitzer muß einen Betonbunker im Hause haben, ein "Tornado-Shelter". Diesen Stürmen halten auch Steinhäuser nicht unbedingt stand. Und immerhin ist es günstiger, ein neues Holzhaus hinzustellen, als ein Steinhaus.

So, nun habe ich mir ein bißchen Luft gemacht. Bitte nicht alles in den Medien (Kinofilmen,TV) immer für bare Münze nehmen! Ja, Amis haben überwiegend Holzhäuser. Wer aber schon oft drüben war, der weiß, daß das keine "windigen Angelegenheiten" sind, außer in den Armenvierteln... wo ich zugegebenermaßen nicht logierte.

Seid gegrüßt!

und zur Stabilität von Stein, wenn ein Kantholz vom Tornado gegen die hauswand donnert:

http://www.youtube.com/watch?v=ocEmJ_D-uP4 dort ab min 1:05

Wenn ein Kat4 Tornado drübergeht steht wahrscheinlich auch ein normales deutsches Massivhaus nicht mehr.

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@realfacepalm

Ich glaube ihr solltet erst einmal klären was unter Massivbau zu verstehen ist. Tatsächlich besteht ein modernes Massivhaus nicht aus einer dünnen Ziegelwand wie im Video zu sehen (eher Scheunen und Bauernhäuser) , sondern ist ungefähr mit den Wänden ab der zweiten Minute zu vergleichen. Und da sieht die Sache ja schon deutlich anders aus. Vergleichbar mit den dünnen Holzschubladen aus dem mittleren Westen der USA sind Massivhäuser schon einmal gar nicht.

Jetzt noch ein Kommentar zu der etwas aufgebrachten Dame über dir. Ich denke schon das wir uns die "Gewalt der Stürme" in der "Tornado-Alley" vorstellen können. Tatsächlich lassen sich viele Orkane mit den Hurricanes der USA gleichsetzen, außerdem gibt es hier ebenfalls Tornados. Zwar sind diese nicht so häufig anzutreffen, doch kam es auch hier schon in der Vergangenheit zu Tornados der Kategorie 4 oder 5. Der Unterschied besteht nur darin das hier nicht so viel "Wind" darum gemacht wird, da wichtige Infrastrukturen wie beispielsweise Strom und Telefon unter die Erde verlegt sind und wir wie schon mehrfach erwähnt einfach viel robuster bauen. Wenn ein Schaden ensteht wird der nun mal beseitigt. Es muss nicht nicht gleich die komplette Stadt neu aufgebaut werden.

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Interessant, wieviele sinnlose man von ahnungslosen Leute bekommen kann.

Holzhäuser sind mit Ausnahme weniger Ausnahmen weltweit keine Seltenheit. Ausser in den USA sind auch in Skandinavien, Australien, Kanada weiten Teilen Asiens und Afrika, Großbritanien, ... Holzhäuser sehr verbreitet - warum ? Deutlich günstiger, besser isoliert (entgegen den Aussagen mancher "Experten" gilt dies auch für die USA), wohnökologisch sinnvoller (z.B. wegen der Diffusionsoffenen Bauweise) und flexibler.

Warum ausgerechnet in der "Tornado-Alley" auch viele Holzhäuser stehen ? Warum nicht ? Bei diesen Tornados sind regelmäßig auch alle Massivhäuser dem Erdboden gleich gemacht. Holzhäuser sind danach schneller wieder aufgebaut, ...

Neuere Holzhäuser in den USA sind mit Fertighäusern in Holzständerbauweise in Deutschland zu vergleichen. Die Gründe, weshalb sich diese in DE immer größerer Beliebtheit erfreuen kann man ja überall nachlesen ...

Zu den Bauvorschriften; Manchmal habe ich das Gefühl, in einem Land der Vorschriftsfetischisten zu leben. Auch anders wo wird qualitativ hochwertig gebaut - ohne die deutschen Vorschriften. Deutschland wurde nach dem Krieg mit einem dünnen Heft der Bauordnung (nicht einmal 100 Seiten) wieder aufgebaut - heute wird das gesamte Vorschriftswerk nicht mehr in Seiten, sondern in Regalmetern gemessen. Die deutschen Vorschriften haben einen größeren Umfang als die Regelungen aller unserer Nachbarn zusammen. Das ist doch krank - und darauf seit Ihr stolz !?

Das Massivbauhäuser von Tornados abgerissen werden halte ich für ein Gerücht. Sicher treten bei sehr hohen Windgeschwindigkeiten große Schäden, vor allem an der Dachkonstruktion auf. Trotzdem halten moderne Beton/Kalksandsteinhäuser selbst einem F5- Tornado (höchster nachgewiesener Wert auf der Skala) stand. Als kleines Beispiel könnte man hier den momentanen Fall eines F3- Tornados (320 km/h) mit einwerfen der sich in Moore ereignet und beinahe die halbe Stadt niedergewalzt hat. Zum Vergleich möchte ich einmal an den Orkan Lothar von 1999 erinnern, der ebenfalls Spitzenwerte von 270 km/h erreicht hat und im Durchschnitt bei 200 km/h lag. Ich wüsste nicht dass da halbe Städte von der Landkarte gefegt wurden ? Tatsächlich wurden viele Dächer abgedeckt und der Wald gerodet. Nicht annähernd vergleichbar mit den USA. Sollte dieses Exempel immer noch nicht ausreichen könnte man auch ein Extrembeispiel hinzuziehen. Den großen Tornado von Pforzheim 1968. Damals ereignete sich in Pforzheim ein Tornado der stärke F4/F5. Also stärker als der justamente Fall in den USA und selbst damals blieben die Strukturen der Massivhäuser bestehen. Es waren wie aus zahlreichen Berichten und Fotos im Internet zu entnehmen überwiegend große Schäden an der Dachstruktur, eingestürzte Fertigungshallen und Bauernhäuser/Schuppen zu verzeichnen. Auch kamen damals "nur" 3 Menschen ums Leben.

Um jetzt noch einmal auf die eigentliche oben stehende Frage zu antworten. Vermutlich hat das etwas mit der amerikanischen Mentalität und deren "American Way of Life" zu tun. Da Massivhäuser viel teurer sind, es im mittleren Westen der USA aber zum guten Ton gehört ein Eigenheim zu besitzen greifen die meisten eben zur billigeren Variante. Warum man dann ausgerechnet in der Tornado Alley darauf bestehen muss ein Eigenheim zu besitzen, anstelle einer soliden Wohnung als Schutz für seine Familie kann ich allerdings auch nicht so wirklich nachvollziehen. Vermutlich spielen da die oben genannten Faktoren wie Flexibilität usw. noch eine Rolle.

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Das währe bestimmt so ist aber wesentlich teurer. In Deutschland verbieten unsere Vorschriften so zu bauen.

Wo steht das? de.wikipedia.org/wiki/Vorauseilender_Gehorsam

Man kann in Deutschland praktisch bauen was man will. Evtl. gibt es optische Einschränkungen je nach Umfeld.

Es werden auch in Deutshcland Fachwerkbauten gebaut. Z.B. erst das Gerüst, und dann fertige Heuballen vom Bauern zwischen die Balken. Danach alles mit Lehm verputzen und fertig. Einfach zusammengefasst, aber es sind wohl auch nicht mehr Schritte. Ist sogar feuerfester als herkömmliche Bauweisen. 30min muss es wohl halten, in Tests wurde abgebrochen, da es ich glaube nach 90 Minuten noch nicht am brennen war.

lohas-guide.de/magazin-5/magazin-2010/magazin-5/bauen-mit-stroh-hauser-der-zukunft.html

" Mehrere Versuche bewiesen, dass eine mit Lehm verputzte Strohwand, wie sie in Häusern gebaut wird, einem Feuer 90 Minuten standhält. Damit erfüllt sie die Brandschutzvorschriften einwandfrei und wird sogar als schwerentflammbar eingestuft.

Die Lebensdauer eines Strohhauses ist mit 80-100 Jahren durchaus zufriedenstellend. Und ist es dann doch einmal soweit, einem neuen Gebäude Platz zu machen, können die Nachkommen das Haus einfach, kostengünstig und vollökologisch noch thermisch nutzen oder kompostieren.
Den natürlichen, günstigen und gut verarbeitbaren Materialien Lehm und Stroh steht im Hausbau damit eine große Zukunft bevor."

Ein Holzhaus mit 50m² kann man sich auch in Deutschland für €20.000 auf ein Grundstück bauen lassen! Hat man halt etwas mehr Gartenfläche. War mal in einem TV-Bericht.

Die Gartenfläche kann man ja für ein Bioklärwerk nutzen. Dann braucht es keinen Abwasseranschluss. Manche Ortschaften sind da zwar recht "faschistisch" drauf, und schließen die Leute zwangsweise an, und machen ihnen damit auch ihr Biotop kaputt, aber vielen ist es egal. Und was die Zuleitung angeht kann Regenwasser evtl. reichen. Trinken kann man ja Mineralwasser. Aber die Leute deren Ausscheidungen durch das Heimklärwerk laufen können das wohl sogar trinken...

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Holzhäuser sind billiger. Und die meisten Amis haben nicht so viel Geld für ein solide gebautes Haus. Man gibt sich dann lieber dem Glauben hin, daß das eigene Haus schon nicht wegfliegt...

Abgesehen davon haben die meisten Deutschen auch kein Geld für ein solide gebautes Haus. Nur weniger Tornados und Hurricanes. ^^

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genau, außerdem sind die Amis mit ihren Holzhäusern flexibler, da sie Ihr Haus zum nächsten Arbeitsplatz (womöglich in einem anderem Bundesstaat) mitnehmen können. Ist dort alltäglich und für uns Deutsche unvorstellbar.

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@Nippinho

Mich würden aber auch noch die Kakerlaken und anderes Ungeziefer ,was mann in Holzhäusern öfter hat stören.

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@nikkibor

Ich hatte ein Wochenendhaus aus Holz und keine Kakerlaken!

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@Nippinho

Ein Haus hat für den Amerikaner auch nicht den Stellenwert wie es bei uns ist: Man bleibt flexibel und kauft sich an einem Wohnort einfach ein billiges neues Haus. Die Küche und die Einbau-Kleiderschränke bleiben im alten Haus drin, weil sie zur Grundausrüstung gehören und im neuen Haus schon da sind. Nur unsereins zieht mit allen Möbeln um... :)

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@nikkibor

Ich habe bei meinen Schwiegereltern auch noch nie Ungeziefer gesehen, und die leben schon immer in einem Holzhaus.

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