Warum dreht die Erde sich um sich selbst? Woher stammt die Energie dafür?

7 Antworten

Die Erde hat ihren Drehimpuls bei der Entstehung des Sonnensystems erhalten. Wegen des Grundsatzes der Impulserhaltung behält sie diese Drehung seitdem bei, wird aber durch verschiedene Effekte leicht abgebremst.

Schon die Staubscheibe rund um die Sonne, aus der alle Planeten entstanden sind, hat sich (um die Sonne) gedreht. In den Planeten, die aus einem breiten Bereich dieser Scheibe ihr Material "eingesammelt"haben, wurde dieser Drehimpuls erhalten und konzentriert, das heisst, der Planet drehte sich immer schneller, je dichter er wurde. Denselben Effekt kannst du leicht bei Wasserstrudeln beobachten. Dabei wird das Wasser, je näher es dem Zentrum des Strudels kommt, nicht wirklich schneller. Das sieht nur so aus. Es umkreist aber viel häufiger den Mittelpunkt des Strudels. Gelegentlich reissen Seitenwirbel ab. So dürfte unser Mond (und die anderen Monde) entstanden sein.

Ich war natürlich zum Zeitpunkt der Mondentstehung gerade nicht im Lande... ;-) ...aber soweit ich weiß, soll der Erdmond nach aktuellsten Erkenntnissen durch den Einschlag eines anderen Planeten auf die damals noch junge Erde entstanden sein. Dabei wurde unglaublich viel Material von beiden Himmelskörpern ins All geschleudert. Einiges von dem Zeug stürzte auf die Erde zurück und einiges wurde aus der Erdumlaufbahn herausgeschleudert. Ein beträchtlicher Teil jedoch soll sich zunächst als Ring um die Erde angesammelt haben. Dort verklumpte es sich nach und nach zum heutigen Mond. Ich habe bisher noch nicht von ernsthaften Theorien gelesen oder gehört, nach denen ein anderer Mond in unserem Sonnensystem vom Mutterplaneten abgespalten wurde, auch wenn diese Monde anders als der Erdmond geboren wurden.

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Vor etwa 4,5 Milliarden Jahre umgab die junge Sonne eine Scheibe aus Gas und Staub. Nach der gängigen Vorstellung entstanden die Erde und die anderen Planeten durch lokale Verdichtungen in dieser Urwolke. Die einzelnen Teilchen darin bewegten sich relativ zueinander - die konkrete Richtung war dabei zufällig. Wenn sich die Partikelchen nicht exakt aufeinander zu bewegten, besaßen sie bezüglich des anderen einen gewissen Drehimpuls.

Ballte sich die Materie nun durch Gravitationskräfte zu Klumpen zusammen, blieb der Drehimpuls gemessen vom Schwerpunkt (dem späteren Mittelpunkt des Planeten) nach den Gesetzen der Physik auch in dem neu geformten System erhalten. Ähnlich wie bei einem Eisläufer, der gerade eine Pirouette dreht und dabei seine Arme zu seinem Körper zieht, rotiert der Klumpen schneller, je mehr er sich verdichtet. Da die Gravitation aus allen Richtungen gleichmäßig nach innen wirkt, wurde aus einem unstrukturierten Klumpen, wenn er denn massereich genug war, vielleicht ein Planet. So entstand schließlich auch die Erde.

Schaut man auf ihren Nordpol, so dreht sie sich wie alle Planeten, mit Ausnahme der Venus, gegen den Uhrzeigersinn um ihre eigene Achse. Für den Sonderling im Sonnensystem sehen die Wissenschaftler zwei Erklärungen: Die Teilchen, aus denen er sich formte, bewegten sich schon vorher vorwiegend in diese Richtung und zwangen ihm so den eigenwilligen Drehsinn auf. Alternativ könnte es später passiert sein, als die Venus etwa mit einem anderen Planeten kollidierte und ihre Rotationsachse um 180 Grad kippte.

Dieses Szenario vermutet man etwa bei Uranus, dessen Drehachse im Gegensatz zu den anderen nahezu in seiner Bahnebene liegt. Der Einschlag von Meteoriten oder Asteroiden würde nur einen minimalen Drehimpuls auf einen Planeten wie die Erde übertragen. Zu wenig, um ihn in Rotation zu versetzen. Und auch die ungleichmäßige Sonneneinstrahlung, die bei Asteroiden tatsächlich zu einer Bewegungsänderung führen kann, hat auf die Erde vernachlässigbare Effekte.

Die Gezeitenkräfte des Mondes beeinflussen allerdings die Rotation der Erde: Sie rotiert pro Jahr etwa eine Millisekunde langsamer. Hauptsächlich wird sie durch die Gezeitenströmungen der Ozeane abgebremst, die durch die Massenanziehung des Mondes stattfindet. Für einen Dinosaurier dürfte der Tag deshalb nur etwa 22 Stunden gedauert haben. Die Menschen in einigen Millionen Jahren müssen hingegen länger auf das Umblättern ihres Kalenders warten - Wissenschaftler tippen auf 25 oder 26 Stunden.

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Quelle: http://www.wissenschaft-online.de/artikel/905120

Verständnisfrage: Gravitation + Umdrehung der Erde Einfluss auf den Körper im Weltall?

Ich habe eine kleine Verständnisfrage und versuche mich so ausführlich aber knapp wie möglich zu fragen. Mir ist diese Frage nur so nebenbei eingefallen.

Die Erde dreht sich 1650 km pro Stunde. Die Gravitation sorgt dafür, dass wir nicht von der Erde weg gepustet werden. Das bedeutet also, dass unsere Körper sich praktisch an die "extreme Geschwindigkeit der Erde" sich "gewöhnt" hat. Mir merken also kaum was davon.

Was ist aber, wenn wir die Erde und die ihre Gravitation plus extrem schnelle Umdrehung verlassen? Klassisches Beispiel: Als Astronaut nach sonstwohin fliegen. Was passiert mit dem Körper, der sich an die Umdrehung gewöhnt ist? Ist das nicht ein extremes umgewöhnen, ein "Knallen im Kopf" wg. der "fehlende Extremität" etc.? Wie trainieren Astronauten darauf? "Merkt" man es überhaupt?

Oder handelt es sich um ein Logik-Fehler? sprich: Gravitation plus Umdrehung heben sich für den menschlichen Körper gegenseitig auf und der einzige "Nebenwirkung", wenn man im Weltall ist, ist die Fähigkeit zu "fliegen"?

Warum ich das frage: Wenn man sich 20 mal im Kreis dreht, wird man konfus und läuft wahrscheinlich gegen die nächste Laterne. Aber wenn man mitsamt ganzer Körper 30- oder 40.000 mal in seinem Leben "gedreht" wird und sich dran gewöhnt, und plötzlich das ganze dann aufhört .. stell ich mir das lustig vor. Logikfehler?

Gruß

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