Was ist der Unterschied zwischen Mehrheitswahl und Verhältniswahl?

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5 Antworten

Mehrheitswahl: Vergabe der Mandate an Wahlkreisgewinner. Ein Abgeordneter pro Wahlkreis. Wahlrecht ist sehr personen-, weniger parteibezogen. Vorteile: Abgeordnete sind enger an den Wählern, weil sie nicht über Listen abgesichert werden können, sondern um ihre Wiederwahl kämpfen müssen. Wahlrecht bringt außerdem oft stabile Mehrheiten.

Verhältniswahl: Proportionale Vergabe der Mandate nach dem Stimmenanteil der Parteien. Wahlrecht ist mehr auf die Parteien ausgerichtet. Vorteile: Wahlrecht wirkt "gerechter", weil die Sitzverteilung den Stimmenanteil eher abbildet. Außerdem haben neue Kräfte normalerweise so eher eine Chance als beim Mehrheitswahlrecht.

Die Nachteile lassen sich analog dazu erschließen... ;-)

Majorzsystem [Mehrheitswahlrecht]

Beim Majorzwahlsystem ist pro Wahlkreis nur ein(e) Abgeordnete(r) zu wählen. Der Ausgang der Wahl wird ganz wesentlich dadurch bestimmt, welche Wählerschichten in den einzelnen Wahlkreisen eine - gegebenenfalls auch nur sehr knappe Mehrheit haben. Die Art, wie die Grenzen der Wahlbezirke gezogen werden [so genannte Wahlkreisgeometrie] verschafft gar nicht allzu selten einer Partei aufgrund unterschiedlicher Grösse oder Verteilung der Wählerschichten auf die Wahlkreise eine satte Mehrheit im Parlament, obwohl die unterlegene(n) Partei(en) im ganzen Land insgesamt mehr Wählerstimmen erhalten haben - nur eben in den "falschen" Wahlkreisen. Dem Majorzsystem haftet somit nicht ganz zu Unrecht der Beigeschmack von Manipulation und Wahlbetrug an. Umgekehrt begünstigt das Majorzwahlrecht die Wahl starker Persönlichkeiten.

Proporzsystem [Verhältniswahlrecht]

Das Proporzwahlsystem geht davon aus, dass nicht einzelne Abgeordnete für die Politik entscheidend sind, sondern politische Parteien und ihre Programme. Deshalb werden beim Proporzwahlrecht grössere Wahlkreise gebildet, in denen mehrere Sitze zu vergeben sind. Die Sitze werden proportional zur Anzahl der für eine bestimmte Partei abgegebenen Stimmen unter die Parteien verteilt. Damit werden Manipulationen durch Wahlkreisarithmetik weitgehend ausgeschlossen und auch kleinere Parteien haben eine faire Chance, entsprechend der Stärke ihrer Wählerbasis gewählt zu werden.

Soll heissen, bei Mehrheitswahl werden die gewählt, die am meisten Stimmen haben. Bei Proporzwahl werden zuerst die Sitze nach Parteien aufgeteilt (Parteien welche mehr Stimmen erhalten, kriegen mehr Sitze) und danach von den Parteien die Sitze mit den Kandidaten belegt, die die meisten Stimmen haben.

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Mehrheitswahl (üblich bei Regierungsratswahlen, also Personenwahlen) 50% +1 Stimme reichen zum Wahlsieg

Verhältniswahl (Parteien im Wahlkampf stellen Wahllisten auf. Die Wähler wählen dann eigentlich ganze Listen (eienr Partei)) Wenn alles ausgezählt ist erhalten die Parteien einigermassen die Anzahl Sitze gemäss denm %satz ihrer Liste.) Kurz: Sitzverteilung nach Verhältnis

Man braucht bei der Mehrheitswahl keine 50% - außer es ist im Einzelfall extra so vorgesehen. Aber bei einer normalen Bundestagswahl beispielsweise ist der Wahlkreiskandidat gewählt, der die meisten Stimmen bekommt - auch wenn es nur 40% aller Stimmen oder noch weniger sind.

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Auch Proporz- und Majorzwahlen genannt. Der Nationalrat wird nach Proporzrinzip gewählt, jede Partei bekommt proportional zu den erhaltenen Stimmen eine Anzahl an Sitzen. Der Ständerat wird nach dem Majorzprinzip gewählt. Wer am meisten Stimmen erzielt ist gewählt.

Dank dir weiß ich das jz auch ♥

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