Umstände in einem Kinderheim?

3 Antworten

Hallo,
Also, dann mal los.
Ich hoffe ja nicht, dass dort "Zustände" herrschen, das wäre ja äußerst fatal. ;)
Im Kinderheim gibt es versch. Gruppen. ZB Regelgruppen, Intesivgruppen mit heilpädagogischen Bedarf, Jungengruppen, Mädchengruppen usw. Alles für verschiedene Altersstufen.
Der Tagesablauf ist durchgeplant und routiniert. Viele Kinder brauchen das einfach, weil es ihnen Sicherheit gibt (Sicherheit, die sie vllt dort, wo sie herkommen, nicht hatten).
Es fängt an mit aufstehen, Waschen, Frühstück, Brot für die Schule machen, zur Schule gehen. Nachmittags gibt es nach der Schule Mittagessen, danach gibt es eine Art Ruhezeit und dann werden HA gemacht. (Bei uns konnten die größeren Kinder schon in der Ruhezeit damit anfangen)
Eine bis zwei Erzieher sind natürlich immer in der Gruppe. Bei den HA kann es sein, dass sie ein paarmal vorbeikommen um zu gucken, ob das Kind zurecht kommt und einen Blick auf die HA werfen.
Dann ist bis zum Abendessen normalerweise Freizeit. Die Gruppe geht dann vllt raus auf den Spielplatz oder man beschäftigt sich im Gruppenraum/Wohnzimmer oder jeder in seinem Zimmer.
Da dein Neffe ja scjon 13 ist, darf er sicherlich auch mal Freunde treffen, einladen und alleine rausgehen. Vermutlich nicht sofort am ersten Tag, da die Erzieher erst sehen müssen, wie er so ist. Viele Kinder hauen nämlich auch ab. Aber ab einem gewissen Alter ist es normal und vertretbar.
Er wird auch Pflichten haben. Sein Zimmer aufräumen, den Tisch decken oder abräumen, beim Kochen helfen... All solche Sachen. Das kann wöchentlich routieren, oder täglich. Für Zimmer und Gruppenputz gibt es normalerweise immer einen bestimmten Tag in der Woche, wo jeder seine Aufgabe hat.
Es gibt auch Taschengeld. Wieviel genau, kann ich dir nicht sagen. Die Erzieher entscheiden, wann das ausgezahlt wird, bzw sie vermerken in jede Akte oder in eben Taschengeldordner, wieviel ein Kind hat und wenn man etwas "abheben" möchte, spricht man mit denen.
Im Kinderheim werden in den Ferien auch Ausflüge gemacht und man fährt in die Ferien. Alle Kinderheime, die ich kenne, fahren im Sommer für zwei Wochen ans Meer, aber auch im Herbst oder Frühling kann es sein, dass man für ein paar Tage irgendwohin fährt. Das kommt drauf an, ob die Erzieher der Gruppe es geschafft haben, so viel Geld anzusparen. ;)
Wenn man sich ordentlich benimmt, wird man auch mit den Erziehern klarkommen. Es gibt Konsequenzen, wenn man sich daneben benimmt. Ob dein Neffe Anschluss findet oder nicht, das kann dir niemand sagen. Aber oft sind die Kinder im Heim neugierig auf Zuwachs und nehmen die Neuen unter ihre Fittiche. Wenn er mit Kindern in seiner Altersgruppe zusammenkommt, wird das schon werden!
So. Hm. Möchtest du noch etwas wissen?

Ach, noch was. Es gibt meistens Einzel- und Doppelzimmer. Förderungen gibt es auch. Manchmal kann es sein, dass ein Kind Therapien braucht und das wird das angeleiert. Es wird aber auch auf Interessen und Talente geguckt. Musikschule, Malkurse, Sportvereine sind alles im Bereich des Möglichen.

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Damit ist ja fast jede der Fragen beantwortet.
Ergänzung:

Unsere Gruppen sind bis zu 9 köpfig.
Obwohl das Aufnahmealter zwischen 7 und 17 Jahren beträgt, achten wir darauf, dass die ganz jungen nicht unbedingt zu den ältesten in eine Gruppe kommen.

Alle unsere Kinder haben ein Einzelzimmer, das sie selbstverständlich dekorieren dürfen. Es kommt vor, dass zwei Kinder sich ein Zimmer teilen möchten, dafür steht ein Doppelzimmer je Gruppe zur Verfügung.

Das "Aufpassen" verläuft so, dass ein Kind sich bei einer Fachkraft abmelden muss, wenn es die Gruppe verlässt. Dabei sagt es, wohin es geht. Ist es am Ziel angekommen (andere Gruppe, Hof, Angebot, Fördergruppe HA...) meldet es sich dort an und später auch wieder ab, ebenfalls mit Ziel.
Das hört sich erst mal hart an, ist es im Alltag aber nicht, und zuhause läuft es ja ähnlich.
Das Gelände dürfen Neuzugänge erst einmal nicht verlassen, und auch später sind sie dabei fast alle zu zweit.

Unsere Kinder achten sehr aufeinander, helfen und trösten sich gegenseitig. Gerade "Neue" werden von ihnen unterstützt.

Gewohnte Freizeitaktivitäten wie z.B. Vereinssport halten wir für wichtig, solange sie nicht häufiger als zweimal die Woche erfolgen.
Zu Beginn der Maßnahme kann es jedoch sein, dass im Sinne einer erfolgreichen Eingewöhnung das Training reduziert wird bzw. eine Zeitlang ganz ausgesetzt wird.
Das ist aber keine "Strafmaßnahme" und wird auch bei Regelverletzungen nicht als Drohmittel benutzt.

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all deine fragen sind je einrichtung und natürlich je kind unterschiedlich. das zimmer kann entweder ein einzelzimmer oder ein doppelzimmer sein, das aber immer individuell gestaltet werden kann (möbel nicht, aber poster, deko, ...). taschengeld bekommt er auf jeden fall, wie viel kann ich dir allerdings nicht sagen. normalerweise sind in einer wohngruppe ca. 5 erzieher/soz.-päd. beschäftigt und ca. 8 kinder untergebracht. förderungen gibt es natürlich auch, evtl. eine therapie, das ist wieder abhängig vom kind. aufgepasst wird logischerweise 24 stunden, denn die einrichtung hat jetzt die aufsichtspflicht.

ich kann verstehen, dass du dir viele gedanken darüber machst, wie es deinem neffen wohl geht. wenn du ihn besuchen möchtest, dann kannst du auch einfach in der einrichtung anrufen und nachfragen, ob, wann und wie es sinnvoll ist. nach einiger zeit kannst du bestimmt auch mal einen tagesausflug mit ihm machen. hab vertrauen in die angestellten und in deinen neffen.

ich wünsche dir alles gute!

In einem Kinderheim gibt es Regeln, an die sich alle halten müssen, z.B. Hausordnung. Die meisten Heimbewohner haben gerade in diesem Punkt enorme Schwierigkeiten, vor allem wenn sie frisch dazu kommen, weil sie es zu Hause nicht gelernt haben, sich an Regeln zu halten.

Deshalb kann es zu Uneinsichtigkeiten, zu ungewohnten Konsequenzen und zu Reibereien kommen.

Die Heimbewohner haben auch Pflichten, z.B. ihr Zimmer täglich in Ordnung zu halten. Wenn das ein Kind nicht gelernt hat, hat es damit große Mühe.

Aber alles ist ein Lernprozess, manchen Kindern fällt es leichter und anderen schwerer. Das Personal kennt sich damit aus. Wer kooperiert hat es leichter, wer stur ist, hat es schwerer.

Ob man Anschluss in der Gemeinschaft fndet kommt immer auf das KInd an. Ist es kontaktfreudig, umgänglich und lernbereit, hat es das Kind einfacher und es findet schneller Anschluss, als ein Kind welches ständig aneckt.

Die Zimmer sind meistens Zwei- oder Dreibettzimmer, so lernen die Heimbewohner Rücksicht aufeinander zu nehmen, können sich aber auch unterhalten und sind nicht isoliert.

Das Taschengeld ist meistens großzügig. Es ist dem Altrer angepasst.

Förderungen gibt es auf jeden Fall, das päd. Personal ist geschult, beobachtet und ordnet notfalls ein Förderprogramm an.

Anfangs wird das KInd wahrscheinlich mehr beobachtet, weil man es noch nicht kennt, aber im Allgemeinen stehen die Kinder nicht ständig unter Aufsicht. Sie dürfen auch mal alleine oder mit Freunden in die Stadt.

Allerdings werden Regelverstöße mit Konsequenzen bestraft, anderseits werden die Kinder selbstverständlich auch für gutes Verhalten mit Anerkennung belohnt.

In einem Kinderheim sollte eine freundschaftliche und familiäre Gemeinschaft herrschen.

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