Tristan Akkord - Musiktheorie

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Es ist kein Cis9 ohne 1. Wenn er das wäre, dann wäre das f ein eis. Selbe Taste, aber nicht selber Ton. Bei Wikipedia gibt es im Artikel "Tristan-Akkord" einen Abschnitt über "Mögliche Deutungen": http://de.wikipedia.org/wiki/Tristan-Akkord#M.C3.B6gliche_Deutungen, aber die vernachlässigen das mit der enharmonischen Verwechslung auch größtenteils.

Für die Töne in dieser Konstellation kannst du dir also allerhand verrückte Bezeichnungen ausdenken. Mach doch auch mal eine Generalbassbezifferung :-) Aber ohne ein paar Alterationen und Substitutionen kommt man wohl nicht aus...

ps - für die Gitarre kannst du einfach f°7 greifen, scheint widersprüchlich, ist halt in dieser Art von Tab nicht vorgesehen. Das heißt: die 7. ist nicht diminuiert.

Die wiki-Interpretationen sind ok. Aber ich hab eine bessere Erklärung, die da nicht steht. Wichtig sind die ersten drei Töne, die vor dem Akkord als reine Melodietöne stehen: a'-f''-e''. Diese drei Töne schreiben in deiner (unbewußten) Wahrnehmung die Tonart a-moll fest. Dies einfach aufgrund der Tatsache, daß diese so oft zitierte melodische Wendung dir geläufig ist (das barocke "Seufzer-Motiv", das in der musikalischen Rhetorik spätestens seit dem 16. Jahrhundert belegt ist).

Und nun schneien die Töne f' - h' - dis'' - gis'' rein, und das wirft dich völlig aus der Bahn. Einerseits scheint der Akkord absolut zu passen, denn f, h und gis sind ja im harmonischen moll tonleitereigen (das gis ist, streng genommen, chromatisch, aber in der Hörtradition ist diatonisches moll selten). Der "falsche" Ton ist also das dis.

Und jetzt wird es noch komplizierter: Hätte Wagner einfach einen "schrägen" Akkord geschrieben, wäre das unverständlich. Das hat er aber mit dem Tristanakkord nicht getan. Der Tristanakkord kann gar nicht "falsch" wirken, denn er kommt in einer Tonart diatonisch vor (das heißt, er wird dort nur aus tonleitereigenen Tönen gebildet), nämlich als VII7 in Fis-Dur. (Da würden die Töne anders heißen: eis - h - dis - gis), aber dein Ohr kümmert sich doch nicht um Notennamen, es nimmt nur wahr, daß der Akkord sowohl paßt als auch aus der Reihe tanzt.

Nun ist Fis-Dur aber von a-moll so weit entfernt wie nur immer möglich (ein einziger Tonleiterschritt ist den beiden Tonleitern gemeinsam: Das h. Alle anderen Schritte sind anders.) So wirst du mit diesem Akkord von einer Welt in eine andere geworfen.

Verrückt, nicht?

Wagner bringt somit in dieser musikalischen Wendung das Kunststück zustande, einen "natürlich" klingenden Akkord nach nur drei einzelnen Tönen in einen musikalischen Zusammenhang zu setzen, dem er diametral gegenübersteht. Schon ein Geniestreich. (Ich mag Wagner überhaupt nicht, er regt mich nur auf, aber diese sieben Töne - drei Melodietöne, dann der vierstimmige Akkord - sind an harmonischer Komplexität nicht zu übertreffen).

@uschischicki: Generalbaßbezifferung wäre geschriebene Note f, Bezifferung 4#6#9, also durchaus unkompliziert - die crux ist eben die #6. In Fis-Dur: geschrieben ein eis, beziffert 579, du siehst: ohne jedes Versetzungszeichen, also diatonisch.

Echt interessanter Gedanke... Ich bin stolz auf mich, dass ich das verstehe was du sagst :D Man wird nie herausfinden, was Wagner damit jetzt zu 100% wollte... Aber wenn er das so extra gemacht hat wie du es sagst, war Wagner ein noch größeres Genie als man sagt. Und nein, ich höre eigentlich nie Wagner. ^^

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