Täglicher Zuckerbedarf: Was zählt alles dazu?

4 Antworten

Es zählt alles dazu. Und noch ein Hinweis: es gibt so gut wie kein Lebensmittel mehr, das keinen Zucker enthält. Erschreckend, aber wahr.

"Zucker" im Sinne der offiziellen Ernährungsempfehlungen meint (i.d.R. zugesetzte) Sucrose (=Rüben-/Rohr-/Kristallzucker, Raffinade).

Deiner Gesundheit ist aber egal woher der Zucker kommt. Wenn er erstmal im Blut ist, dann ist der da.

Das ist ja das Scheinheilige an solchen Ernährungsrichtlinien. Selbst Stärke aus Vollkornprodukten wird zu purem Traubenzucker. 100g Nudeln oder Brot werden so schnell zu 30g-40g Zucker. Auf diese Empfehlungen brauchst du also nichts geben.

Frei nach Paracelsus: Es ist nicht der Stoff an sich, der schädlich ist. Sondern die Konzentration. Oder wenn du so willst: Was sonst noch dabei ist. Denn am Ende zählt der Blutzuckerspiegel.

Geanu, am Ende zählt der Blutzuckerspiegel und der steigt deutlich langsamer an, wenn man komplexe Kohlenhydrate (Vollkornbrot, Hülsenfrüchte, etc.) zu sich nimmt anstatt das Äquivalent an Haushaltszucker.

Somit ist die Empfehlung nicht völlig aus der Luft gegriffen, zumahl es auch Empfehlungen gibt, wie hoch der Anteil allgemein an Kohlenhydraten in der Energiebilanz sein sollte. Man sollte daraus aber kein Dogma machen. Ob du 40% oder 60% deines Energiebedarfs durch Kohlenhydrate deckst, ist praktisch unerheblich.

0
@Gierschlund

Auch Weißbrot besteht aus komplexen Kohlenhydraten (Stärke nämlich). Dass Vollkorn weniger schnell ins Blut geht liegt alleine an den begleitenden Ballaststoffen, mehr Fett und Eiweiß, und eben auch Antinährstoffen.

Obst enthält puren Zucker (Fructose, Glucose und Sucrose, in verschiedenen Mischungen) und ist auch nur deshalb besser als raffinierter Zucker, weil Ballaststoffe und Säuren dabei sind.

Die DGE-Empfehlungen sind eben doch aus der Luft gegriffen, weil überhaupt nicht wissenschaftlich untermauert. Jahrzehntelang hat man vor gesättigten Fettsäuren und Cholesterin gewarnt, dabei haben die nie jemandem weh getan... Instabile, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, insbesondere entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäuren, hat man gepusht. Die sind ja auch in Körnern drin, müssen also gesund sein...

1
@ArchEnema

Ja, das ist mir größtenteils bekannt.

Dennoch kann man doch nicht von der Hand weisen, dass ein Übermaß an zusätzlichem Zucker ungesund ist und bei entsprechender Veranlagung langfristig das Risiko für einen Diabetes Typ II erhöht.

Ich finde deinen Kommentar gut und ich sehe ein, dass diese Richtlinien nicht in Stein gemeißelt sind, dennoch finde ich sie als allgemeine Empfehlungen wertvoll. Wenn du dich an die DGE hälst, kannst du eigentlich nicht viel falsch machen, auch wenn sich hin und wieder manches als unnütz herausstellen mag.

0
@Gierschlund

Natürlich ist Zucker einer der größten Treiber von Typ 2 Diabetes. Gerade Fruchtzucker kann zu Leberverfettung führen. Ich wollte nur ausdrücken, dass Stärke dahingehend nicht besser ist als Traubenzucker. Und Stärke sollen wir ja laut DGE reichlich essen.

Ich bin wirklich nicht sicher, ob die DGE-Empfehlungen unter dem Strich nicht mehr schaden als nützen...

0

es geht wie immer um die gesamtzufuhr, also laktose inklusive

Was möchtest Du wissen?