Stottern bei Vokalen

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7 Antworten

Du kannst Dich bei der Bundesvereinigung Stotterer Selbsthilfe über Stottern informieren (http://www.bvss.de) und dort auch Adressen von Stottertherapeuten in deiner Nähe bekommen. Leider sind nur wenige Logos gut mit der Therapie von Stottern vertraut. Es gibt grob zwei verschiedene Ansätze zur Therapie, die eine, Fluency Shaping, funktioniert so, dass Du Dein ganzes Sprechen überwachst, um nicht ins Stottern zu kommen. Das macht meines Erachtens bei Dir keinen Sinn, da Du im allgemeinen ja flüssig bist. Bei der 'Stottermodifikation' (auch als Nicht-Vermeidungsansatz oder Van-Riper-Therapie bekannt), lernst Du erst einmal Dein Stottern gut kennen und härtest Dich ab, so dass Du lernst, alles zu tun, was Du tun willst. Dann lernst Du, wie Du eventuelle Blockaden, die dann doch noch auftreten, leicht lösen kannst. Du kannst Dich auch mit anderen in Selbsthilfegruppen oder im Internetforum der BVSS austauschen. Was einige der Vorredner sagen stimmt: Du solltest es angehen, je eher desto besser. Übrigens hat Stottern in den seltensten Fällen "psychische" Gründe, es ist eine neurologische Störung der Sprechmotorik.

"Zu einem Logopäden wollte ich erstmal nicht gehen ...", schreibst Du. Das hört sich so an, als ob Dein Auto nicht anspringt und Du es erstmal nicht in die Werkstatt abschleppen lassen willst. Das wäre vielleicht vernünftig. Vielleicht springt es ja nicht an, weil der Tank leer ist. ;-)

Aber warum willst Du nicht zum Logopäden gehen, und sei es nur für eine Beratung? Wenn es nämlich "eine andere Art" gibt, das Problem zu lösen, wirst Du, mit Glück muss ich leider sagen, weil nicht alle Logopäden sich mit Stottern richtig gut auskennen, eher von einem spezialisierten Logopäden einen guten Ratschlag erhalten als hier im Forum Gutefrage.

Zur Sache:

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Stottern bei Leuten, die nur beim Vorlesen stottern, relativ leicht und gründlich behoben werden kann. Wie? Das sage ich Dir in unserem Beratungsgespräch. (Ich bin Logopäde, und vormals schwerer Stotterer.)

Stottern hat manchmal auch psychische Gründe. Vielleicht versuchst du mal dein Problem mit Hilfe eines Therapeuten in den Griff zu kriegen. Eventuell kannst du ja auch selbst herausfinden, ob du bei Auftreten des Stotterns irgendwie besonders belastet bist. Wenn nicht, solltest du schon mal zu einem Logopäden gehen.

Ja, es gibt eine Form von Stottern, die durch eine psychische Erkrankung oder eine traumatische Erfahrung entstanden ist. Man spricht dann von "psychogenem Stottern". In diesem Fall ist eine Therapie durch einen Psychotherapeuten / Psychiater angezeigt.

Es gibt auch Formen von Stottern, die so schwer sind, dass die Erfahrung des Sprechens / des Kommunizierens mit schwerem Stottern selbst zu einer traumatischen Erfahrung geworden sind. Auch hier: Psychotherapeut / Psychiater, vielleicht in Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Logopäden.

Die Rechnung

psychische Ursache -> Psychotherapie / keine psychische Ursache -> Logopädie

ist zu einfach. So läuft die Sache nicht.

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