Stilmittel Ovids Metamorphosen Buch IV Pyramus und Thisbe Vers 60?

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1 Antwort

Das ist einer meiner Lieblingsabschnitte!!! :D

Also, hier meine Analyse (wir haben das als Projekt vollständig übersetzt und analysiert):

tempore crevit amor; taedae quoque iure coissent,
sed vetuere patres: quod non potuere vetare,
ex aequo captis ardebant mentibus ambo.

Ich kann gleich mal was zum letzten Vers sagen. Ich markier es dir mal entsprechend:

ex aequo captis ardebant mentibus ambo.

Die Bezugswörter umklammern quasi das "ardebant", da wird die Betonung drauf gelegt. Weiterhin wird in diesem Vers die Liebe ausgrdrückt, da dieses Umklammern Symbolisch für ein Umarmen stehen könnte. Ja, man muss leider ziemlich oft so weitläufig interpretieren...damit sind ex aequo ambo und captis mentibus natürlich Hyperbata.

Im zweiten Vers haben wir auf jeden Fall ein Polyptoton. So nennt man das Phänomen, wenn man das gleiche Wort in einer anderen Flexion wieder findet. Bei vetuere und vetare ist dies der Fall. Das erste ist eigentlich vetuerunt, d.h. 3.Pl. Ind. Perf. Akt.; Die zweite Form ist einfach Inf. Präs. Akt. ;)

Im ersten Vers haben wir eine pars pro toto, ein Sonderfall der Synekdoche), da taedae ja eigentlich nur die Hochzeitsfackeln sind. Sie werden hier allerdings als "Hochzeit" aufgefasst. Wörtlich steht dort nämlich "die Hochzeitsfackeln hätten sich vereint", natürlich ist übertragen die Hochzeit von Pyramus und Thisbe gemeint. Hier haben wir mit "taedae" dementsprechend ein pars pro toto. Zudem haben wir an dieser Stelle natürlich auch eine Personfikation vorliegen.

So, das ist in meinen Augen alles, was ich dazu sagen kann. Vielleicht kannst du da ja mit was anfangen. Wenn du noch Fragen hast, melde dich - ich analysiere sowas sehr gern!

LG

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