Sind Sie der Meinung, dass tote Sprachen wie Latein oder Altgriechisch weiterhin einen Platz im Bildungsangebot haben sollten? Begründen Sie Ihre Ansicht?

9 Antworten

Sollten auf jeden Fall angeboten werden; ob jemand das in Anspruch nimmt, hängt ja davon ab, was er für berufliche Ziele hat.

Für Mauerer, Elektriker ist das sicher nicht zu gebrauchen, aber in der Medizin, Pharmakologie - da ist Latein einfach Pflicht, weil das übergreifend einfach jeder verwendet (alleine die Anatomie etc - wenn da jeder was anderes sagen würde - nicht vorstellbar.

Andere Richtung: Theologie: die Urtexte sind nun mal nicht in Deutsch geschrieben - wenn man da tiefer einsteigen will, muss man auch die Quellen lesen können.

Je nach Bedarf.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Wie schon geschrieben, braucht man diese alten Sprachen für manche Berufsgruppen.

Wobei es aber wohl für manche Personen praktischer wäre, wenn sie die Fachbegriffe in ihrer eigenen Sprache nutzen könnten.

Manche Personen wären vermutlich in der Ausübung solcher Berufe richtig gut gewesen, scheitern aber an dem Erlernen der Fremdsprache.

Was dann Vergeudung von menschlichen Ressourcen wäre.

Das gilt aber auch für andere Fachsprachen, wie zum Beispiel fachbezogenes Englisch.
Wenn man Englisch nicht als Muttersprache spricht, aber zum Beispiel für ein Biologiestudium fachbezogenes Englisch braucht, sich damit jedoch schwer tut - kann man sich in diesem Bereich nicht für die Allgemeinheit beruflich nützlich machen, obwohl man die Zusammenhänge der Biologischen Vorgänge durchaus gut verstanden hätte.

Da oft gesagt wird, wir hätten Fachkräftemangel, wäre es vielleicht an der Zeit, Menschen solche Berufe in ihrer Herkunftssprache zugängig zu machen.

Unsere Sprachen haben sich aus den alten Sprachen entwickelt bzw. die alten Sprachen hatten Einfluss auf die Entwicklung der aktuellen Sprachen.
Außerdem ist man im Vorteil, wenn man Latein kann: Sprachen wie Spanisch, Französisch oder Rumänisch sind einfacher zu lernen, wenn man Latein kann.

Immer mal wieder:

Die Vorzüge, Latein zu können, liegen nicht allein bei der Hilfe zum Lernen der südeuropäischen Sprachen oder wegen medizinischer Grundkenntnisse, sondern auch und gerade darin, die eigene Sprache entschlüsseln zu können, sofern man sich dafür interessiert. Wer das Gefühl, Hintergründe aufzuspüren zu wollen, nicht hat, der wird's auch nie erjagen (wie schon Goethe seinen "Faust" sagen lässt). Die sollen's dann auch bleiben lassen oder schnell wieder vergessen.

Für die anderen lohnt sich die Mühe allemal.

Inzwischen stellt sich ja auch heraus, dass man in Latein mehr über antike Historie erfährt als in Geschichte sowie auch mehr über klassische Sagen des Altertums als in Deutsch.

Auf alte Sprachen, von denen entweder Worte abgeleitet sind, welche aufgrund des Mangels an Bildung allgemein und Sprachpflege im Besonderen, die meisten Leute heute gar nicht mehr wissen, dass sie aus dem Griechischen oder Lateinischen stammen, sollte das ohnehin schon so magere Bildungsangebot auf keinen Fall verzichten.

Darüber hinaus, ist explizit Latein, auf welchem alle romanischen Sprachen aufbauen, keineswegs eine "tote", sondern allgegenwärtige Sprache.

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