Wie klingt altgriechisch?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Altgriechisch hatte viele Klänge — von Mykenisch bis Byzanthinisch hat sich die Spra­che so sehr geändert, daß man wirklich für jedes zweite Jahrhundert eine neue Aus­spracheregel braucht, von den vielen Dialekten ganz zu schweigen.

Zu jeder Zeit und an jedem Ort klang es jedoch völlig anders, als die deutsch­sprachi­gen Gräzisten und Griechischlehrer es aussprechen. Die Aussprache, die man an der Schule oder beim Studium lernt, ist gänzlich künstlich und würde im klassischen Athen kaum verstanden werden, da würden sie nur βάρβαρος murmeln und weggehen.

Deshalb mag ich Dein Zitat nicht auf die Phonetik beziehen. Inhaltlich ist die griechische Literatur natürlich jedes Lob wert.

Woher ich das weiß:Hobby – Angelesenes Wissen über Sprach­geschich­te und Grammatik

Der Autor hat das Buch 1921 veröffentlicht. Die Aussprache, die er selber gelernt hat, dürfte sich bis heute nicht allzu viel verändert haben. Auch wenn es anders klang als wie in der Antike, so ist er doch so begeistert gewesen, dass er sie als klangvoll und ausdrucksfähig beschrieben hat. Hattest Du altgriechisch in der Schule? Wie fandst Du in der Schule den Klang und Ausdruck?

0
@lumbricussi

Ich kenne die Gräzistenaussprache. Das klang für mich immer ganz angenehm, sehr vokalreich mit sauberen, tönenden Vokalen.

Aber natürlich machen die Gräzisten keinen Unterschied bei η/ε und ω/ο (das jeweils erste soll lang und offen, das zweit kurz und geschlossen sein), die Betonung ist Lautstärke statt Tonkontur, bei φ und χ wird frikativ gesprochen, dafür klingen τ und θ gleich.

Ich habe ein Tondokument, auf dem ein Gräzist das erste Buch der Iliás liest. Leider kann ich es nicht hochladen, aber natürlich klingt es vollständig verschieden von dem musischen Singsang, das in der Antwort von andreasolar vorkommt (und das wohl näher an der historischen Wahrheit liegt).

0
@indiachinacook

Danke danke für die Sappho-Lieder. :-) Da zerschmilzt man.

Vor einiger Zeit hat eine Bekannte gesagt, dass sie in einem Buch die Worte "in Jesus Namen" gelesen hat und dass das total falsch klänge. Es müsste nach ihrem Sprachgefühl "in Jesu Namen" heißen. Ich dachte an die u-Deklination im Lateinischen, aber das wäre dann der Ablativ gewesen, nicht der Genitiv. Ein Geistesblitz ließ mich nach dem altgriechischen Genitiv googeln, und der war's. Hab ich blindes Huhn auch mal ein Körnchen gefunden. :-) War ganz stolz drauf.

0

so: Pater hemon, ho en tois uranois, agiastheto to onoma su, eltheto he basileya su, hos en urano kai epi ges, ton arton hemon ton epiusion dos hemin semeron...

(ein Teil des Vater Unser auf Griechisch)

Danke. Das ist spannend. Weißt Du, wie man die einzelnen Silben betont? Dann könnte ich versuchen, die beiden Zeilen zu sprechen bzw. nachzubeten. :-)

0

Hier das Original: (ohne Kreuzzeichen)
Πάτερ ἡμῶν ὁ ἐν τοῖς οὐρανοῖς·
ἁγιασθήτω τὸ ὄνομά σου·
ἐλθέτω ἡ βασιλεία σου·
γενηθήτω τὸ θέλημά σου,
ὡς ἐν οὐρανῷ καὶ ἐπὶ τῆς γῆς·
τὸν ἄρτον ἡμῶν τὸν ἐπιούσιον δὸς ἡμῖν σήμερον·
καὶ ἄφες ἡμῖν τὰ ὀφειλήματα ἡμῶν,
ὡς καὶ ἡμεῖς ἀφίεμεν τοῖς ὀφειλέταις ἡμῶν·
καὶ μὴ εἰσενέγκῃς ἡμᾶς εἰς πειρασμόν,
ἀλλὰ ῥῦσαι ἡμᾶς ἀπὸ τοῦ πονηροῦ.
[Ὅτι σοῦ ἐστιν ἡ βασιλεία καὶ ἡ δύναμις καὶ ἡ δόξα εἰς τοὺς αἰῶνας.
ἀμήν.]
Du könntest dir das Griechische Alphabet suchen und auf lateinische Buchstaben umschreiben.
Die geraden Striche (nach links oder rechts geneigt) sind die Akzente, ein runder Strich mit der Öffnung nach rechts ist ein "h" (Ὅτι wie der erste Strich hier) und die runden Striche mit der Öffnung nach links und die Striche unter den Buchstaben sind für deine Zwecke unbedeutend jetzt;)

0

Hier kannst du das Proömion der Ilias auf Altgriechisch anhören (knapp eineinhalb Minuten):

https://www.youtube.com/watch?v=XZCjKIYIozM

Danke. Der Sprecher rollt ja ganz gewaltig das R. Hast Du altgriechisch gelernt? Wie fandest Du die Wörter?

0
@andreasolar

Vielen vielen Dank für die Links. Ich sitze schon den halben Nachmittag am PC und hör mir immer wieder die Rezitationen an. Latein ist noch irgendwie nahe, aber altgriechisch - das ist Eintauchen in eine ganz ferne Welt. Eine Zeitreise, die ich mir als Kind oft gewünscht habe.

1

Achilleus ist ja auch kein Wort, sondern ein Name

0

Ich kenne zwar keinen aber ich find´s interessant würde mich auch interessieren

Unnötige Antwort: Klingt wie altgriechisch nunmal klingt :P

Was möchtest Du wissen?