Siedepunkt von Wasser auf 180° anheben ohne Druck?

6 Antworten

Es gibt Molekularsiebe (Zeolithe), die Wasser so fest binden, dass das letzte erst bei ungefähr dieser Temperatur freigegeben wird. Auch Silikatoberflächen haben eine stark Wasser-adsorbierende Wirkung. Das sind aber Mini-Mengen im Vergleich zur Masse des Adsorbens, und lösen kannst du da drin nichts.

Gips 2(CaSO4)*H20 (Ca-Sulfat-Halbhydrat) wird bei 180° hergestellt, bei 190-200°C entweicht der Rest des Wassers, er wird zu Stuckgips (lt. meinem uralten Hollemann-Wiberg, 47-56. Auflage 1960, S.411, der ist immer gut auch für praktische Beispiele!). Aber mach eine Mengenbetrachtung: Halbhydrat enthält nur knapp 12% Wasser, das dann noch abgegeben werden kann. Da das Wasser Kristallwasser ist, kann es auch nichts lösen.

zB halbkonzentrierte Phosphorsäure geht ebenfalls -m.W. stufenlos- in Phosphorsäure und ggf Polyphosphorsäure über und gibt dabei Wasser ab, den genauen Verlauf kenne ich nicht.

Wozu willst Du das?

PS: es würde sich übrigens um Überdruck handeln, da gibt es genaue "Dampftafeln" dazu.

Es geht darum eine Statur aus Gasbeton herzustellen. Vor und Nachteile wurden abgewogen und es ist für diesen Zweck am besten geeignet.

Gasbeton ist jedoch nach dem Blähvorgang "Kuchenkonsistent" und ich habe keinen Autoklav in der Größe zur verfügung.

Daher kam die Idee das Wasser ohne Druck
aber mit 180° auf den Gasbeton einwirken zu lassen.

Oder würde auch eine reine Erwärmung gehen? Denke das das Material dann zu spröde wird.

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@Ben3004

ein sehr praktisches Problem, zu dem ich aber keinerlei Erfahrung habe und deshalb keinen Rat geben möchte, auch wenn ich mir die eine oder andere Möglichkeit erspintisieren könnte...

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@Iamiam

Auch dafür bin Ich dankbar, denn manchmal scheitert der Blick zum Horizont nur an der Höhe des Fensterbretts und ist  mit einem kleinen schubs leicht zu erreichen :)

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@Ben3004

lt Wikipedia geschieht das Härten
"bei Temperaturen von 180 bis 200 °C in Wasserdampf unter Sattdampfdruck von 10 bis 12 bar" (vermutlich, um einen umkristallisationsprozess zu erreichen), so dass alles, was ich mir überlegt hab, Seifenblasen sind.

Handelt es sich um Kunstwerke und wie groß sind die Objekte?

Deine Anstrengungen müssen sich also wohl am besten auf die Beschaffung eines geeigneten "Autoklaven" richten. Da kann man schon kreativ werden!

Ein Dampfkochtopf erreicht nur einen Bruchteil des geforderten Drucks, scheidet also aus.

Aber ich habe von einem Lebensmittelunternehmen im Allgäu gehört, das ein ausrangiertes U-Boot als sowas wie einen Autoklaven verwendet: Nicht, dass ich Dir die Anschaffung eines U-Boots empfehlen würde, es zeigt nur, auf welch praktische Ideen man mit ausreichend Phantasie kommen kann!

Je nach Größe Druckrohre mit großen Flanschen und abschraubbaren Planscheiben(Blindflansche). Eine aus magnetisierbarem Eisen, ein Abstandshalter (Stahlwolle? Spanungsspiralen?[Alu, Edelstahl, sonst kriegst du viel Ärger mit Rost]), Wasser unten rein, Gasbetonobjekt drauf, zuschrauben und auf den Induktionsherd stellen bei voller Leistung?)

Oder vllt sind ausrangierte Technikums-/Industrie-geräte zur Zerkleinerung unter Druck zu haben? Hackwerk ausbauen, i'wie Heiß-/Sattdampf von einem Dampferzeuger einleiten. Oder auch Technikumsautoklaven mit entsprechenden Beziehungen zugänglich (da haben größere Firmen allerdings meist Riesenvorbehalte wg. Schäden und Versicherungsauflagen) Nimm einfach mal einen Messekatalog, zB der Achema oder kleinerer Messen und frag nach.

Vllt auch professionelle Alteisenhändler, die entsorgen ebenfalls gelegentlich solche Geräte!

Vllt kannst Du auch in wetr-weiß-was unter Druckkessel was erfahren?

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Dazu müßtest eine Unmenge irgendeines leicht lösliches Stoffes in dem Wasser lösen, um den Siedepunkt so weit hochzutreiben. Mit Zucker schaffst Du knapp 150°C, aber mir fällt nichts ein, mit dem man auf 180°C kommen kann (außer eine schwer verdampfbare Flüssigkeit wie Glycerin).

Um eine Siedepunktserhöhung von 80 K zu erreichen, müsste man schon so große Mengen lösen, dass man schon lange nicht mehr von Wasser oder einer wässrigen Lösung sprechen kann. Viel mehr hätte man dann eine nichtwässrige Lösung mit ein bisschen Wasser drin.  

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