(Recurvebogen) Wie lange dauert es bis man eine Goldene Gruppe schießen kann?

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Das Ergebnis basiert auf 4 Abstimmungen

Einige Monate 75%
Mehr als 1 Jahr 25%
Ein paar Wochen 0%
Ein paar mal üben 0%

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Mehr als 1 Jahr

Hallo JoshiBecher,

die Antwort von mastermind2016 ist grundsätzlich absolut richtig, nur wird sie dir trotzdem nicht helfen können, leider. Noch mal kurz zum Verständnis: es sind also erst 3 Wochen vergangen, seit dem du überhaupt angefangen hast? Und wunderst dich, dass es mit dem Gruppenschießen noch nicht so richtig klappt? Und der "Trainer" hat keine Tipps mehr für dich ??? Oha, ist der "Trainer" überhaupt ein Trainer?

Ich kann jemanden, der bei einem neuen Schützling nach 3 Wochen ratlos ist, beim besten Willen nicht Trainer nennen, tut mir leid.

Gibt es denn keine erfahrenen Schützen bei euch, die dir helfen können? Als erstes ist es wichtig, nur 3x die Woche zu trainieren. Und zwar mit jemanden, der weiß was er tut. Das Gehirn merkt sich alles Neue durchaus und wird Bewegungsabläufe abspeichern. Das Problem dabei ist aber, das Gehirn ist nicht in der Lage, richtiges vom falschen zu unterscheiden. Es lernt halt. Es macht also Sinn, gerade zuerst Quantität durch Qualität zu ersetzen!

Ganz wichtig ist es jetzt, erstens eine leichtes Zugewicht zu verwenden und die Zielauflage abzunehmen! Die ersten 3 Wochen mindestens wird auf die blanke Scheibe geschossen, die 10m sind völlig o.k. Dann ist Technik üben angesagt. Seitlich zum Ziel stehen, Beine schulterbreit, Füße parallel, gerader Stand. Gerade der Oberkörper wird gerne beim Auszug verkrümmt. Gerade Kopfposition, tief gehaltene Bogenschulter, gerader Bogenarm, waagerechter Zugarm, usw. usw. Dann der Ankerpunkt, gerade beim Visierschießen kommt diesem größte Bedeutung zu. Wird die Rückenspannung korrekt aufgebaut? Geht der Zugarm beim Lösen nach hinten? Liegt die Zughand hinterher am seitlichen Nackenbereich oder schwebt sie frei in der Luft? Es gibt so viele Ansatzpunkte, dass ich micht jetzt wirklich bremsen muss. Es ist mir völlig unerklärlich, dass ein Trainer so schnell nicht mehr weiß, wie es weitergehen kann.

Und es werden bitte keine Gruppen geschossen, es findet kein Zielen auf einen bestimmten Punkt statt, bei jedem Schuss kannst du gerne bewust auf eine anderen Bereich halten. Nach dem Lösen wird 2-3 Sek. die Position absolut gehalten. Damit´s nicht langweilig wird, kannst du dich in dieser Zeit selbst überprüfen :-) Gerne an dir herunterschauen, stehst du gerade? Ist dein Bogenarm weiterhin exakt auf deinen Zielpunkt gerichtet? Hast du die Bogenschulter doch noch hochgezogen obwohl sie tief nach unten gedrückt sein sollte?

Natürlich macht es auch Spaß, mal eine Zielauflage zu nutzen. Oder einen ca. 4-5 cm breiten Schaumstreifen, um beim Schießen verschiedene Trefferlagen bei unterschiedliche Körperhaltungen zu testen. Mal waagerecht (Stabilität des Bogenarms), mal senkrecht (Löseverhalten). Man braucht ja auch Abwechslung. Aber im Vordergrund sollte immer das Üben ohne Zielauflage stehen, für wenigstens für 2-3 Monate.

Mit einem fachgerechten Training und einem Schützen dem das Üben Spaß macht und der seinem Trainer vertraut, werden sich Gruppen fast von allein einstellen. Aber die Basis ist, dass du einen erfahrenen Schützen findest.

Wenn du Fragen hast, melde dich gerne. Es ist mir nicht möglich über diese Platform das Schießen zu erklären, aber wenigstens bei konkreten Problemen könnte ich vielleicht helfen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – 10 Jahre Bogensport, 6 Jahre Vereinstrainer (Lizenz)

Wow, danke für die mega hilfreiche und umfangreiche Antwort. Da war sehr viel nützliches bei, das ich gut für mich adaptieren kann. Bzw zu dem ich mich einarbeiten werde. Zu deinen Fragen/bzw was dich wundert. Ich arbeite auf dem Golfplatz zu dem der Bogensport gehört und kann nach der Arbeit die Halle halt für mich alleine nutzen. Außer beim freiem Schießen (Dienstags und Donnerstags). Mein "Trainer" bzw Arbeitskollege, wenn man so will, schaut ab und an mal vorbei wie die Pfeile so gelandet sind oder wie ich nen Pfeil abschieße und sagt dann sowas wie, "klasse, mit etwas Übung wirst du bald auf die Hinteren Scheiben schießen. Das wird schon". Feeback zur Haltung oder meinem unsauberen Lösen gibts eher nicht. Ich nutze hauptsächlich YouTube Videos (NuSensei z.B) um von ihnen zu lernen. Schaue mir halt an, wie die sich bewegen, wo wie was gemacht wird und was scheinbar wichtig ist. Trotzdem bleiben meine Schüsse sehr unruhig und verreißen oft. Hab das Gefühl das ich beim Lösen Crap anstelle. Mein Zuggewicht ist übrigens ganz schwach. Nur 20 Pfund. Pfeile sind ganz leichte 4g Carbon Pfeile. Mein Trainer macht mir die fertig. Die schwereren 19g Holzpfeile konnte ich besser auf der Scheibe platzieren. Kann aber auch Zufall gewesen sein. Mit Stabi ging es am besten. Aber dann konnte ich keine 100 Pfeile mehr schießen. Nach 6 Pfeilen wurd mir der Bogen schon zu schwer xD Aus deiner Antwort entnehme ich, das es vielleicht mir helfen würde, wenn ich mit anderen Schützen beim freien Schießen mitmache und mich von ihnen reflektieren lasse bzw ihnen auch dabei zuschaue und mich austausche. Das werde ich Donnerstag einfach probieren.

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@JoshiBecher

Vielen Dank für den Stern :-)

Prima, dass du ein paar verwertbare Infos lieferst, das ist hier oft Mangelware :-)

  • 4g Pfeile? Meine Pfeile sind 29,5 Zoll lang und wiegen 21g. Und meine Carbone One von Easton sind eher leichte Pfeile. Bist du sicher mit den 4g? Das kann eigentlich nicht sein. Schreibe doch mal die genauen Daten. Wie lang, die Marke/der Typ, welcher Spine-Wert aufgedruckt ist.
  • die 20lbs Zuggewicht sind super für den Einstieg. Wenn der Bogen jetzt noch eine gute Länge und tauschbare Wurfarme hat , sind es optimale Voraussetzungen. Mit guter Länge meine ich etwas zwischen 64 und 70 Zoll, je nach deiner Auszugslänge/Körpergröße. Leider wird oft ein super kurzer Bogen gewählt, was mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt. Sollte das Zuggewicht doch mal später zuwenig sein, dann kannst du bei einem Fachhändler Wurfarme auch leihen. Immer halbjährlich, mit meist kostenfreinen Wurfarmtausch. Faustregel: bei z.B. 2x-wöchentlichem Training alle 1000 Pfeile 2lbs höher.
  • Der Kanal NuSensei ist ein guter Kanal, der Mann kennt sich aus. Da bereue ich es schon, dass ich nur sehr wenig Englisch spreche :-) Wenn du Visier schießt, sieh dir das Foto auf der Startseite ganz oben an. https://www.youtube.com/user/NUSensei/videos Stelle dich mit deinem Bogen vor einen Spiegel und platziere deine Zughand und die Position der Sehne genauso wie auf dem Foto zu sehen. Die Krux ist, die Zeigefingerlinie der Zughand tasächlich unter den Kiefer zu setzen. Unter, nicht daneben ! Dann wird dias Daumengelenk auch dicht ohne Zwischenraum am Hals anliegen können.
  • Einen Stabilisator brauchst du noch eine ganze Zeit nicht. Auch bei meinen Anfängern rate ich in den ersten 2-3 Monaten davon ab. Anfänger sollen lernen, durch Anspannen der richtigen bzw. auch durch das Entspannen von unnötiger Muskulatur den Bogenarm ohne Hilfsmittel zu beruhigen. Zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt wird dann ein Stabi eine gute Trefferlage ein Stück weit weiter verbessern.

Aber schreibe mir noch mal deine Pfeildaten.

Gruß Bogenfreund

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Bin zwar kein Bogenschütze, aber ich würde einfach ein paar Tage gar nicht trainieren. Das Gehirn braucht Zeit, um neue Reize zu verarbeiten. Im Sport ist es auch meistens so, dass sich die Leistung nicht linear steigert, sondern eher wellenfoermig. Heißt, es kommt immer wieder zu Leistungseinbrüchen oder Phasen der Stagnation, die dann von Leistungsschüben gefolgt werden...Ich habe schon von mehreren Schützen gehoert, dass Visualisieren hier extrem hilfreich sein soll. Einfach mit geschlossenen Augen vorstellen, wie du den Schuss haben willst und wo er hingehen soll. Das Gehirn orientiert sich dann daran.

Coole Antwort. Danke dir vielmals <3 Das hilft mir sicher weiter. Liebe Grüße

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