Ratte oder hamster?

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uh, Hamsterhalter... Dann brech ich hiermit eine kleine Lanze für das Ekeltier Ratte.

Ich halte seit über 2 Jahren Ratten und habe bisher insgesamt 8 Ratten gehabt (2 davon leben nur noch). Ich befasse mich viel mit dem Sozialverhalten und dem Leben der Vorfahren Rattus norvegicus. Ihre Sinnesleistungen, ihre körperlichen atemberaubenden Fähigkeiten, ihre Sozialkompetenzen und ihre Intelligenz machen Ratten zu ganz besonderen Tieren. Sie binden sich extrem eng an ihre Menschen und sind sehr sensibel. Wanderratten gelten als Kulturfolger von Menschen und genau deshalb ist es besonders interessant sich mit ihnen zu befassen und zu verstehen, wie sie die Welt begreifen. Wer sich Ratten ins Haus holt, wird in den meisten Fällen nie wieder davon los kommen. Es ist aufwändig sie zu halten, das ist wahr. Vor allem bei einem Rudel ab 6 Tieren ist es ein hoher Kostenfaktor und natürlich muss man das öfter reinigen. Allerdings kann man erst ab einer Rudelgröße von 5 Ratten wirkliches Sozialverhalten beobachten, denn es kristallisiert sich schnell heraus wer welchen Charakter hat. Die Zusammensetzung eines Rudels ist darum besonders wichtig. Ich habe den Fehler gemacht und einige Ratten zusätzlich aufgenommen und einfach integriert - zuerst wurde einer meiner Böcke böse zerbissen und wäre gestorben, wenn ich ihn nicht notfallmäßig behandelt hätte. Jedoch gab es ein Happy End als ich schließlich meinen einen verbliebenen aus Rudel 2 zu den 6 aus Rudel 1 integrieren konnte. Es machte unheimlich Spaß zu sehen, wer zum Menschen kommt um zu betteln, wer die Hausarbeit im Käfig macht (Nest ausstopfen und sauber halten), wer fürs Seelenheil zuständig ist und sich um die schwachen kümmert... Es ist genau wie bei Menschen.

Ratten sind also durchaus wunderbare Haustiere. Jedoch muss man sich im klaren sein, dass sie nicht lange leben, mein Jüngster ist mit 1,5 von Tumoren zerfressen worden, auch eine OP hätte ihn nicht gerettet. Mein bisher ältester wurde 2,5 und man hat ihm das Alter sehr angesehen so wie auch jetzt meinen verbliebenen knapp 2,5jährigen.

Hamster haben den Vorteil, dass sie natürlich weniger Arbeit machen, weniger Platz brauchen und wenn einer stirbt, hat man keine Probleme mit der Frage Wohin mit dem verbliebenen Partnertier. Bei meinen Ratten blutet mir derzeit stark das Herz, weil meine beiden Herren nunmal ein durchschnittlich großes Rudel von 7 Mitgliedern gewöhnt waren und nun nur noch sich haben. Das schränkt die Möglichkeiten der Interaktion enorm ein und Ratten vereinsamen auch, wenn sie nur zu zweit sind. 4 Ratten zu halten ist ein Muss, wenn man schonmal ein größeres Rudel hatte und gesehen hat, wie wichtig das für diese Tiere ist. Schließlich leben die wilden Vorfahren in Clans von mindestens 50 Tieren zusammen. Wie sollen sich so zwei einzelne Tiere wohlfühlen?

Letztendlich kommt es drauf an, was du lieber haben willst. Action oder Beobachten, viel Interaktion mit der Familie (Rudel) oder eher gemütliches Beisammensein mit einem Tier. Platzbedarf und Platzangebot müssen stimmen. Der Hamster wird auch tagüber mal zu sehen sein, aber mit dem kannst du halt nichts machen. Das musst du für dich abwägen.

Egal was es für Tiere werden sollen. Bitte hole dir die Tiere aus dem Tierschutz und informiere dich noch ein bisschen eingehender. Zum Thema Ratten kann ich dir als ergänzende Literatur "Die kluge Ratte - Portrait eines AUßenseiters" von Gisela Bulla empfehlen. Allerdings nicht als Grundlektüre, da manche Angaben darin veraltet sind. :-)

Würde mir gar kein "Kleintier" holen, da das im Meinen Augen Tierquälerei ist, die Ihr ganzes Leben in Käfigen versäuern zu lassen.

Ratten müssen mindestens zu zweit gehalten werden. Hamster dagegen sind Einzelgänger. Guck mal hier: diebrain.de oder beim Hamsterforum. Dann weißt du vielleicht, was besser zu dir passt. Die Mindestgröße für ein Hamstergehege ist 100x40x40cm, nimm nichts darunter. Hamster sind auch nachtaktiv, und stinken in der Regel nicht. Kannst mal bei meinen Antworten/Hilfreichsten Antworten gucken, dann weißt du ein bisschen was Hamster brauchen.

Ratten sind intelligenter als Hamster. Außerdem ist der Hamster ein ausgesprochen nachtaktives Tier. Von einer Ratte hat man tagsüber mehr.

Weder, noch. Wer gern ein Haustier zum kuscheln und knuddeln möchte, der wird mit einem Hamster keine Freude haben. Hamster bauen keine innige Beziehung zu Menschen auf und lassen sich nur schwer auf den Arm nehmen. Ich persönlich weiß nicht warum man ein Tier hält, welches man tagsüber meist nicht mal zu sehen bekommt und nachts dann auch nur zum Angucken da ist. Ratten dagegen werden meist sehr zahm und gehen eine enge Bindung zu ihren Menschen ein. Sie mögen Körperkontakt und lassen sich gern anfassen, nur müssen sie eben mindestens zu zweit gehalten werden. Wenn das ein Problem darstellt sind Ratten wohl auch nicht das richtige..

Ich persönlich weiß nicht warum man ein Tier hält, welches man tagsüber meist nicht mal zu sehen bekommt und nachts dann auch nur zum Angucken da ist.

Viele setzen eben nicht voraus, dass ein Tier immer zum Schmusen sein muss, sie erfreuen sich lieber am Anblick von Wildnis in ihrem Zuhause. Und Hamster gehen durchaus eine Bindung mit ihren Menschen ein, sie können relativ leicht gezähmt werden und kraxeln dann und wann auch mal auf die Hand, wenn sie zutraulich sind.

Außerdem gibts genug Menschen, die abends/ nachts wach sind und Entspannung suchen. Mancher hält sich dafür Fische, ein anderer eben nen Hamster.

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