Psychologie studieren mit psychischen Problemen?

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Das Studium kannst du in jedem Fall machen (solange du gesundheitlich dazu in der Lage bist). Das Studium ist erst einmal allgemein, du lernst also über Erkrankungen, aber auch über Sozialforschung, Personalwesen und Marketing. Es ist ein breit gefächertes Studium mit vielfältigen Perspektiven.

Wenn du danach noch eine Weiterbildung zur Psychotherapeutin machen willst, ist die Frage dann relevanter. Deine Therapieerfahrungen können ein Vorteil sein. Wenn du aber noch nicht psychisch gesund bist, gibt es viele Probleme- zum einen musst du in der Ausbildung viel Selbsterfahrung machen, was akut belastend sein kann. Außerdem sind viele am Anfang mit den Problemen, die sie täglich erleben, überfordert und müssen erst langsam lernen, sich abzugrenzen... für ansonsten gesunde Menschen ist diese Stressbelastung machbar. Bei psychisch kranken Menschen kann es zu viel werden und zum Zusammenbruch führen. Und schließlich besteht immer die Gefahr, eigene Probleme auf Patienten zu projizieren, ihnen Ratschläge zu geben, die man selbst bräuchte oder von den Verhaltensweisen der Patienten "angesteckt" zu werden- also z B bei magersüchtigen Patienten auch wieder den Drang zum Abnehmen zu verspüren. Das ist für alle angehenden Psychotherapeuten eine große Herausforderung, deshalb ist es für diesen Beruf sehr wichtig, dass man psychisch wirklich gesund, stabil und belastbar ist.

Deshalb: Studier ruhig Psychologie, mach währenddessen aber weiterhin Therapie und überlege nach dem Studium selbstkritisch, ob du dir die Arbeit als Psychotherapeut zutraust oder ob du lieber einen anderen Beruf ergreifen willst (denn Psychologie bietet ja viele Perspektiven).

dankeschön!

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Prinzipiell ist ein Studium dann sinnvoll, wenn man sich ihm gewachsen fühlt und man sich bei dem Gedanken, sich mehrere Jahre mit diesem Fach zu befassen, wohl fühlt. Wenn beides gegeben ist, dann spricht in erster Instanz nichts gegen ein Studium. 

Allerdings ist natürlich eine gewisse Achtsamkeit sehr wichtig. Ein Studium der Psychologie ist keine Therapie und auch kein Mittel zur Selbsthilfe. Es geht mir an der Stelle um die Intention. Natürlich ist es ein schönes Ziel, wenn man sich hinstellt und sagt "Ich möchte später anderen helfen, die dasselbe erleben wie ich.", jedoch steht dem immer ein Grundsatz gegenüber, der auf keinen Fall umgangen werden darf: 

Helfen kann man, wenn einem selbst geholfen wurde.

Es ist im Endeffekt nicht zielführend, wenn du selbst mit deinen psychischen Problemen haderst und gleichzeitig Energie und Zeit in die Probleme anderer investierst - der Fokus muss in erster Linie auf dir selbst liegen. Stabilität ist schließlich das A und O als Psychologin - man ist der Halt für die Patienten und kann es sich schlicht nicht erlauben, die eigenen psychischen Probleme mit in die Arbeit zu tragen. So wären beispielsweise sozialphobische Verhaltensweisen äußerst kontraproduktiv, bei der Arbeit als Psychologin.

Es sollte dementsprechend im Vornherein eine reifliche Überlegung erfolgen. 

Allerdings kann man mit einem Studium der Psychologie auch noch sehr viel mehr machen und muss nicht zwangsweise in den direkten Patientenkontakt treten - das Spektrum ist groß und im Zweifel finden sich auch andere Berufsumfelder, in denen du aktiv werden kannst.

Psychologie zu studieren ist alles andere als leicht, die Ansprüche sind entsprechend hoch und auch die eigene Verfassung sollte in die Entscheidung mit einbezogen werden. Wenn du dich jedoch bereit fühlst, dann spricht meiner Auffassung nach nichts gegen ein solches Studium.

Ich wünsche dir viel Erfolg und hoffe, dass du den richtigen Weg für dich ausmachen kannst.

Liebe Grüße.

Glaube nicht, dass dich das Studium oder die Arbeit als Psychologin "therapiert". Diesen Schritt musst du selbst gehen.

Wenn du mutig genug bist und zuversichtlich, dass du deine Probleme bis zum Antritt und Start deiner Arbeit als Psychotherapeutin (10 Jahre nach Anfang des Studiums) bewältigt hast und stabil genug bist, dann lohnt es sich auf jeden Fall, da du aus deinem eigenen Leidensweg lernen konntest und diese Erkenntnisse in deine Arbeit einbringen kannst.

Du musst aufpassen, dass du dich nicht in deiner Krankheit "einrichtest". Manche Menschen wollen gar nicht gesund werden und reden den ganzen Tag nur über diese Themen, ihre eigene Krankheit und man hat den Eindruck, dass sie da gar nicht rauswollen.

Also, studiere es, wenn du den aufrichtigen Willen hast, deine großen Probleme zu überwinden und gesund zu werden (kleine und mittlere Probleme hat man immer) um dann eine gute Therapeutin zu werden.

Denn: Um eine gute Therapeutin zu sein, darf man selbst gelitten haben und auch schwere Probleme gehabt haben, aber man muss ein sicherer Hafen für die Patienten sein. Und das kann man nur, wenn man dauerhaft stabil geworden ist.

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