Proskriptionslisten

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Lucius Cornelius Sulla hat als Sieger im Bürgerkrieg und Diktator eine Verfolgung von Gegnern durch Proskrpitionslisten durchgeführt. Nach der Überlieferung sollen einige ihn gebeten haben, ungeregelte Gewaltexzesse auf mehr geordnete Bahnen zu führen. Proskriptionslisten (lateinisch. „proscribere“ = „öffentlich aufschreiben“, „“proscriptio“ = „öffentlich Bekanntmachung") mit Namen wurden öffentlich auf dem Forum ausgehängt. Wer aufgeschrieben wurde, war geächtet. Sie durften straflos getötet werden, ihr Vermögen wurde eingezogen und zu Gunsten des Staates versteigert. Wer zur Ergreifung beitrug oder jemand tötete, erhielt eine Belohnung. Die Proskriptionslisten waren also Listen mit Namen von Todeskandidaten. Kinder und Enkel der Geächteten wurden vom Wahlrecht ausgeschlossen. Die erste Liste enthielt 80 Namen, am nächsten Tag erschien eine weitere Liste mit 220 Namen und weitere Listen folgten. Anscheinend wurden auch nachträglich Namen auf Listen gesetzt, nicht einmal Rechtssicherheit war gegeben.

In Biographien kann etwas darüber gelesen werden, z. B.:

Karl Christ, Sulla : eine römische Karriere. 3. Auflage. München : Beck, 2005, S. 115 - 116

Wolfram Letzner, Lucius Cornelius Sulla : Versuch einer Biographie. Münster ; Hamburg : London : Lit, 2000 (Schriften zur Geschichte des Altertums ; 1), S. 252 - 254

Der User Albrecht hat alles Nötige in bester Klarheit dargelegt. Ich möchte nur ergänzen, daß die politisch einflußreichen Freunde des jeweiligen Diktators auch ihre persönlichen Feinde oder Menschen mit Reichtum auf diese Listen gesetzt haben. Es ging um die Umverteilung (Neid). Damals galt: Wer reich ist, muß früher sterben ! Die nächsten Listen dieser Art nach Sulla stellten nach Cäsars Ermordung die Triumvirn Oktavianus/Augustus, Antonius + Lepidus auf. Universalis

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