Pronombres indirecto und directo?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo, für das Complemento Indicrecto ist fast immer ein 2. Objekt nötlig, auch wenn es nicht unbedingt genannt werden muss. Complemento Directo ist dagegen ein Objekt, auf welches sich die Aktion direkt bezieht.

Juan (sujeto) tiene un libro (complemento). Lo tiene. Hier gibt es nur ein complemento.

Juan (sujeto) le(!) da un libro (complemento) a María (complemento). Se lo da. Hier gibt es 2 Objekte, also ein direktes und ein indirektes. Das indirekte ist der Nutznießer/Betroffene der Aktion, also meist die Person.

Wie gesagt: das 2. Objekt/complemento muss nicht unbedingt genannt sein, wenn es schon logisch ist:

Le (pronombre del objeto) escribo (beinhaltet durch die Beugung bereits 1. Person singular = yo, subjeto) a Juan (objeto). Hier gibt es ebenfalls nur ein Objekt. Aber: wenn ich Juan schreibe, mache ich dies ja auf etwas: correo, carta, tarjeta postal, whatsapp, sms ... Dieses ungenannte "etwas" wäre das complemento directo, denn der Nutznießer/Betroffene der Aktion ist ja Juan, der die Botschaft erhält.

Was im Spanischen anders ist als im Deutschen: das Dativpronomen (z.B. le, les) MUSS in den Satz. Dagegen ist das Dativobjekt (a Juan) nur Zusatz. Man kann a Juan durch ein weiteres Personalpronomen ersetzen (a él), aber niemals "le" weglassen. Beim Akkusativ ist es dagegen wie im Deutschen: lo würde a Juan ersetzen: Veo a Juan. Lo veo.

Das complemento indirecto wird auch dafür verwendet einen sehr persönlichen Bezug herzustellen. Le gusta... Teilweise auch freiwillig/zusätzlich: No (me) lo sé.

Das complemento indirecto wird auch dafür verwendet einen sehr
persönlichen Bezug herzustellen. Le gusta... Teilweise auch
freiwillig/zusätzlich: No (me) lo sé.

> Das sind aber Ausnahmen. Das ist so ähnlich wie im Englischen ja auch.

aber niemals "le" weglassen.

> Tatsächlich ist es so, dass du das "le" weglassen könntest, wenn a Juan nachfolgend ist. Grammatikalisch ist das dennoch korekt. Die Spanier nutzen trotzdem gerne quasi die doppelte Benennung in dem Beispiel und sagen "le" mit.

0
@Chaosblitz

Steht ja da: freiwillig. Du musst auch zwischen Schul- und Alltagsspranisch unterscheiden. Hätte ich das nicht genannt, wäre die Aussage von mir unvollständig gewesen.

Was le betrifft gibt es keinen korrekten spanischen Satz im Dativ ohne le. Du kannst zwar eine Hand voll Beispiele im Internet finden, aber diese sind entweder von Fremdsprachlern oder von Webseiten, welche mehrere Sprachen über einen Kamm scheren wollen, diese also simplifizieren, indem sie Wort für Wort erklären.

Definitiv ist das Dativpronomen Pflicht. Du findest keinen muttersprachlichen Dativsatz ohne Dativpronomen. Was anderes ist, dass manche eben von Deutsch Akkusativ/Dativ auf Spanisch Complemento directo/indirecto schließen und es sich so einfach machen. Ein typischer false friend.

0
@salseron

"Das ist so ähnlich wie im Englischen ja auch ..."

Eben. Diese Versimplifizierung des Spanischen führt dazu, dass die meisten Spanisch Lernenden enorme Schwierigkeiten mit dem Complemento Directo und Indirecto oder anderen grammatikalischen Schwergewichten (ser/estar, Imperfecto/Indefinido, Subjuntivo) haben.

Glaube mir: in den letzten Jahren (und 12 davon habe ich an einer Spanschsprachschule in Spanien gearbeitet) habe ich keinen einzigen muttersprachlichen Satz gehört oder gelesen, bei dem das Datvipronomen im Complemento Indirecto weggelassen wurde.

Gerade die Unterscheidung von lo und le ist nicht einfach. Hier gibt es auch noch Höflichkeitsformen, geduldeten leísmo und "puren" léismo, was einen Hang zum le im eigentlichen Complemento Directo/Akkusativ darstellt. Also der über den Einsatz des vertraulichen "le" oder des Complemento Indirecto bei vorhandenem oder im Raum stehendem Complemento directo hinaus fälschlicherweise angewandten.

Klar: das wäre jetzt der umgekehrte Fall, nämlich Dativ zu nehmen, wo nach spanischen Regeln kein Dativ besteht, ja nicht mal eine Vertrautheit: Leísmo.

Und wo kommt dieser vor? Richtig: in spanischsprechenden Gebieten, wo es fremdsprachliche Einflüsse gibt (Nordspanien mit Baskisch und Galicisch; Lateinamerika mit indigenem Spracheinfluss). 

So wie eben umgekehrterweise die hier vorgeschlagene Unterdrückung des Dativpronomens ebenso eine rein fremdsprachliche Gewohnheit ist. Mach die Gegenprobe: suche eine seriöse muttersprachliche Quelle (kein Wörterbuch mit x Sprachen; keine deutsch- oder englischsprachigen Blogs und Websites), wo in einem Satz mit complemento indirecto das Dativpronomen weggelassen wird.

1

Was möchtest Du wissen?