Phonem->Allophon (frei und kombinatorisch)

2 Antworten

Ein Allophon ist die phonetisch realiserte Variante eines Phonems.

Im Deutschen macht es z.B. keinen Unterschied, welches /r/ man spricht, ob Zungen- oder Zäpfchen-r,  daher sind die beiden Varianten frei.

Im Gegensatz dazu sind die kombinatorischen Allophone komplementär verteilt, das heißt, es kann nur eines der beiden stehen. So ist das im Deutschen mit den Ich- und Ach-Lauten. Es kann nur entweder ein [ç] oder ein [x] gesprochen werden, je nach den sie umgebenden Lauten.

Da hat man doch durch unermüdliches Forschen nachgewiesen, dass im Deutschen [ç] und [x] doch nicht zwei Allophone eines einzigen Phonems sind, wie stets behaupet. Man hat schließlich an einem einzigen Bespiel festmachen können, dass es sich um zwei Phoneme handelt: [tauxən] bedeutet etwas anderes als [tauçən]: Ersteres ist natürlich das Verb tauchen, das Letztere hingegen ist ein kleines Tau, ein Tau.chen. Welch großartige Forscherleistung, nicht wahr? Liegt doch auf der Hand, dass das äußerst bedeutsam ist!

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"...dann ist das Zeichen, welches die beiden Woerter unterscheidet, ein Phonem"

"Zeichen" ist nicht der richtige Begriff, da es sich um Laute handelt.

Engländer sind oft belustigt über die häufige bilabiale deutsche Aussprache des V in Wörtern wie volume oder village. Für deutsche Ohren sind [v] und [w] zwei freie Allophone nur eines Phonems, während die Briten hier 2 unverwechselbare Phoneme haben, s. z.B. [vi:l] veal vs. [wi:l] wheel oder wine : vine (Wein und Weinrebe)

Die Bedeutung von freien und kombinatorischen Allophonen hat Auringonnousu bereits bestens dargestellt, ich wiederhole es nur:

Freie Allophone (Phonem-Varianten) sind gleichberechtigt innerhalb des bedeutungsunterscheidenden Phonems , z. B. die verschiedenen R-Formen [r] [ʀ], [ʁ] oder eben im Deutschen [v / w] .

Kombinatorische Allophone sind Varianten, die von der phonologischen Umgebung, also von der Kombination mit anderen Lauten abhängen. Das beste Beispiel ist eben [ç] nach hellen Vokalen und im Anlaut, [x] hingegen nach dunklen Vokalen.

Wenn man nun das [X] in tauchen dem [ç] in das Tau.chen gegenübergestellt hat und daraus die Existenz zweier Phoneme ableitet, so kann man dem entgegenhalten, dass das [ç] im "Tau.chen* ( dem kleinen Tau) eben als kombinatorisches Allophon im Anlaut des Diminutiv-Suffixes -chen steht und nicht nach dem dunklen Diphthong /au/. Immerhin, die Bedeutungsunterscheidung bleibt eine Tatsache.

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