Partner hat Zwangsstörung, will sich aber nicht therapieren lassen, was tun?

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Sowas kenne ich auch, damit hatte ich selbst mit Mitte 20 zu tun. Der Waschzwang und das dreckige Gefühl, aus dem sich auch irrationale Phobien entwickelten, hatten ihre Ursache in meiner dreckigen Beziehung.

Was bedeutet, dein Freund hat irgendwo in seinem Leben auch einen Punkt, der der Auslöser ist. Und der muss definitiv beackert werden. Aber nicht nur mit Medikamenten, denn davon verschwinden nicht die Ursachen.

Versuche ihn also davon zu überzeugen, dass er in seinem eigenen Interesse einen neuen Anlauf für eine Verhaltenstherapie in Angriff nehmen muss.

Weigert er sich, lasse den Punkt mit dem Zusammenwohnen wieder fallen. Und das sage ich, weil ich weiß, wie sehr so ein Zwang nicht nur das eigene Leben, sondern auch das Leben anderer beeinflusst, dass es nicht mehr lustig ist.

Danke für deine Antwort, dürfte ich fragen was für eine Therapie du gemacht hast? Also ob beim psychologen oder stationär in einer Klinik?

Hast du damit nach der Therapie noch damit zu kämpfen oder war es komplett verschwunden?

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@hollywoodisdead

Ich war ein Vierteljahr in einer Tagesklinik, da ich mich "nebenbei" auch noch um meine damals 4jährige Tochter kümmern musste. Und daran anschließend war ich noch ein gutes Jahr in ambulanter Therapie.

Ich habe insgesamt 10 Jahre meines Lebens mit der damit verbundenen schweren Depression verloren. Nach der Therapie, die mich auf einen guten Weg gebracht hat, mich auf meine Hinterbeine zu stellen, wenn es nötig ist, habe ich trotzdem noch viele Jahre damit zugebracht, meine Phobien selbstständig abzubauen.

Aber ich hatte auch familiäre Unterstützung. Anfangs hat keiner meine Zwänge verstanden, aber das ist auch normal. Es sind halt irrationale Ängste. Erzähle mal jemandem, dass er sich bspweise die Haare zu waschen hat, wenn er von draußen kommt.

Vollkommen verrückt. Aber wurde es nicht gemacht, bin ich verrückt geworden. Und sowas macht einen eben auf Dauer kaputt, weil der Körper im Dauerstress ist. Ich hab damals auch ohne Zutun über 10kg abgenommen, sodass ich manchmal kaum erkannt wurde von Leuten, die mich auf der Straße sahen.

Es gehört unglaublich viel Mut und Willen dazu, sich seinen Ängsten zu stellen. Wie es deinem Freund geht, kann ich wie gesagt nur zu gut nachempfinden.

Aber wenn er nicht komplett kaputtgehen will, muss er sich Hilfe nehmen.

Du kannst ihm ja sagen, dass er nicht annehmen muss, dass er alleine mit seinem Problem ist. So wie ihm geht es vielen Menschen. Insbesondere Männer haben aber auch zu oft das Problem, sich mit Eingestehen und Zugeben eines Problems oder von einer Angst selbst zu entwerten oder das Gefühl, gesellschaftlich entwertet zu werden.

Wer das tut und sich über solche Menschen lustig macht, der soll nur froh sein, dass er so eine Situation nicht kennt. Und Großschnauzen, die der Meinung sind, sie wären unverwundbar, sind auch schon oft vom Leben eingeholt worden.

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Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort du hast mir sehr weitergeholfen.
Und freut mich auch für dich dass du diese Krankheit so gut überwunden hast. Respekt an dich du kannst auch sehr stolz drauf sein.

Ich werde das mit ihm zusammen in Angriff nehmen,
Danke! :)

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Ich hab die gleiche Krankheit,aber ganz anders wie er also kann ich dir nichts sagen,bis darauf das er dringend zu einem Psychologen sollte & du ihn irgendwie dahin bekommen solltest

Hallo,

also das ist krass was du da schreibst. Ich glaub da kann nur ein guter Psychologe helfen.

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