Operante Konditionierung?

2 Antworten

Operante Konditionierungen (sog. Kontingenzen) lassen sich anhand eines Vier-Felder-Schemas klassifizieren. Durch das Gegenüberstellen der beiden Dimensionen "Reiz-Darbietung vs. Reiz-Wegnahme" und "angenehmer Reiz vs. unangenehmer Reiz" erhältst du vier mögliche Szenarien:

  • Positive Verstärkung: Darbietung eines angenehmen Reizes (z.B. ein Bonbon schenken)
  • Negative Verstärkung: Wegnahme eines unangenehmen Reizes (z.B. Lärm einer Musikbox reduzieren)
  • Positive Bestrafung (auch Bestrafung Typ I genannt): Darbietung eines unangenehmen Reizes (z.B. Prügel austeilen)
  • Negative Bestrafung (auch Bestrafung Typ II genannt): Wegnahme eines angenehmen Reizes (z.B. Fernsehverbot)

B. F. Skinner (der "Vater" der Operanten Konditionierung) hat postuliert, dass Verstärkungen Verhalten aufbauen und Bestrafungen Verhalten abbauen. In der Empirie hat sich dieses Postulat für Verstärkungen bewiesen; allerdings sind Bestrafungen nur unter gewissen Bedingungen wirksam (u.a. wenn sie als logische Konsequenz auftreten). Zudem ist in jedem Fall die Relativität der Verstärker zu beachten, da kein Mensch denselben Reiz gleichsam als Verstärker interpretieren muss.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Psychologie und Altenpflege

Positive Verstärkung: Auf ein bestimmtes Verhalten erfolgt ein belohnender Stimulus. Dadurch wird das Verhalten verstärkt (in Zukunft tritt es öfter auf).
(Beispiel: Verhalten: Fleißig lernen, belohnender Stimulus: Lob).

Negative Verstärkung: Auf ein bestimmtes Verhalten folgt, dass ein unangenehmer Stimulus wegfällt. Dadurch wird das Verhalten verstärkt (in Zukunft tritt es öfter auf).
(Beispiel: Eltern geben dem Kind ein Eis, damit es aufhört zu schreien. "Eis geben" ist das Verhalten, das Schreien ist der unangenehme Stimulus, der wegfällt).

Positive Bestrafung: Auf ein bestimmtes Verhalten folgt ein unangenehmer Stimulus. Dadurch tritt das Verhalten in Zukunft seltener auf.
(Beispiel: Weil Max sich mit seinem Klassenkameraden geprügelt hat (Verhalten), bekommt er Ärger (unangenehmer Stimulus)).

Negative Bestrafung: Auf bestimmtes Verhalten folgt, dass ein belohnender Stimulus wegfällt. Dadurch tritt das Verhalten in Zukunft seltener auf.
(Beispiel: Weil Max sich geprügelt hat (Verhalten), bestrafen seine Eltern ihn mit Fernsehverbot (positiver Stimulus fällt weg).

"Positiv" und "negativ" meint nicht etwa "gut" und "schlecht", sondern ob ein Stimulus durch das Verhalten auftritt oder wegfällt.

Positiv = Stimulus tritt auf.

negativ = Stimulus fällt weg.

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