Muss sich eine Ballade reimen?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nö. Reim und Gedicht hängen nicht notwendig zusammen.

Der Reim ist lediglich eines von einer ganzen Reihe von Strukturelementen. Viel wichtiger und eigentlicher Kern der Lyrik/des Gedichts ist die rhythmische Gebundenheit.

Der Endreim, den wir heute in der Regel meinen, wenn wir von Reim sprechen, ist in der germanischen Dichtung unbekannt; in der antiken griechischen und römischen Dichtung wird er nur selten verwendet - die starke Betonung der Versenden durch den Reim würde einen quantitierenden Vers ins Ungleichgewicht bringen. Stattdessen sieht die griechische Rhetorik den Reim als ein Mittel der Prosa an. Laut Gerhard Storz finden sich Reime in der Antike ausschließlich in Pentametern, vornehmlich bei Ovid, wo sich die letzte Silbe vor der Zäsur (also in der MItte des Verses) mit der letzten Silbe der Verszeile reimt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, kommt der Endreim erst mit der christlichen Sakraldichtung auf.

Oh, danke für das Sternchen! Dabei hab ich ja nur Zusatzinformationen gegeben ... ;-) Wenn dich das Thema interessiert: Einer der wichtigsten Texte des mittlerweile ja auch schon länger vergangenen Jahrhunderts zum Thema stammt von Bertolt Brecht: Über reimlose Lyrik mit unregelmäßigen Rhythmen

www.fg-deutschkurse.de/deu/seiten/literatur/verantwortung/rhythmus.doc

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Nein.

Lieder müssen sich auch nicht reimen.

Eigentlich ist der Reim in der gesamten Lyrik nur ein einziges Indiz, das auf die Textart schließen lässt.

Nein, muss sie nicht, sie muss nur Gedichtet sein, also in ihrer Form verdichtet

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