Misophonie behandeln?

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2 Antworten

Da es aktuell noch keine anerkannte Störung/Krankheit (nach ICD 10) ist, wird es schwer da Ärzte zu finden die dich behandeln (dürfen), weil es mit der Abrechnung schwierig wird.

Am besten findest du Menschen denen es ähnlich geht und ihr tauscht zunächst eure Erfahrungen aus. Wenn du noch andere "Auffälligkeiten" an dir feststellst, ist da vielleicht die Misophonie nur ein weiteres Symptom einer psychischen Störung. 

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Wenn dich schon so viele verschiedene Geräusche triggern, hast du wahrscheinlich schon oft versucht, solche Geräusche zu ertragen, z. B. in dem du eine Mahlzeit durchstehst. Das Wichtigste, was du in Eigenregie tun kannst, ist, deinen Triggergeräuschen aus dem Weg zu gehen und deine Umgebung möglichst über Misophonie aufzuklären, damit sich die Misophonie zumindest nicht verschlimmert (http://misophonie-aktuell.de/offen-ueber-misophonie-reden/).

Misophonie zu lindern ist nicht einfach - eine begleitende Psychotherapie kann sehr sinnvoll sein, wenn der Therapeut über Misophonie Bescheid weiß. Es gibt viele Erfolgsberichte mit einer verhaltenstherapeutischen Maßnahme, die "systematische Desensibilisierung" bzw. "reziproke Gegenkonditionierung" genannt wird. Dabei hört man seine Lieblingsmusik und dazu ganz leise kurze Aufnahmen von seinen Triggergeräuschen. Behandlungsmethoden, die Triggergeräusche unter Stress konfrontieren (sog. Flooding) können Misophonie sogar verschlimmern.

Behandeln kann dich übrigens jeder Therapeut, auch wenn das Beschwerdebild "Misophonie" bei der KK nicht direkt abrechenbar ist - für solche Fälle gibt es z.B. die "akute Belastungsreaktion". Das sind aber Therapeuten-Krankenkasseninterna und brauchen dich nicht zu kümmern. Kaum mit anderen zusammen essen zu können ist extrem lebenseinschränkend und von daher auf jeden Fall behandlungswürdig!

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