Meine persönlichen Chancen zum Pilot (Bundeswehr, Zivil)?

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7 Antworten

1. Die Frage nach einer Pilotenkarriere wird doch hier immer und immer wieder gestellt - und eigentlich gibt es nur eine Antwort: Bewerben und schauen, ob es funktioniert. Das aber scheint einige potenzielle Möchtegern-Himmelsstürmer schon zu überfordern. So wird es nichts mit dem Job. 

2. Thema Sehschwäche: Augenärzte sind hier bei GF dünn gesät und es gibt sicher noch weniger Fliegerärzte oder Augenärzte mit flugmedizinischer Ausbildung hier im Forum. Was immer hier gesagt wird, JA oder NEIN, bzw. "geht" oder "geht nicht", kannst Du in die Tonne treten. 

3. Bleiben wir bei den nachprüfbaren Fakten bezüglich der Augen: Die EASA-FCL setzt in ihrem TEIL-MED die Toleranzen für Berufspiloten beim Visus bei +5,0/-6,0 Dioptrien und 2 Dioptrien beim Astigmatismus, also einer Hornhautverkrümmung. Da Du bei einer Airline rund 40 Jahre fliegen sollst, setzen die natürlich die Toleranzen enger oder veranlassen eine Einzelfallprüfung bei der nationalen Luftfahrtbehörde; bei uns also beim Referat L5 des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA). 

4. Der Augentest umfasst laut TEIL-MED rund ein Dutzend Punkte. Die Chance, es also hier nicht zu schaffen, ist relativ groß. 

5. Flugmedizinische Erstuntersuchungen für Berufspiloten dürfen nur zugelassene AeMC, Aero Medical Center, durchführen. Eine Liste für Deutschland gibt es beim LBA und dem Stichwort "Flugmedizin". 

6. Du kannst auch mit Realschulabschluss Berufspilot werden. Schau Dich einfach mal bei diversen europäischen Airlines um. Oder Du denkst mal über einen Pilotenjob in der Businessfliegerei nach, z. B. in den Werksflotten von VW, Bauhaus, DCA (Daimler-Chrysler-Aviation), Atlas-Air-Service etc., wenn es die Fläche sein soll. Bei Hubschraubern bleiben Wiking Helikopter in Wilshelmshaven, Bristow Helicopters in Aberdeen oder Firmen in Norwegen, welche die Bohrinseln versorgen. 

7. Bei der Bundeswehr sind die Anforderungen noch strenger. Hier gilt allerdings, was bei der WFV, der Wehrfliegerverwendungsfähigkeit, herausgefunden wird. Erst einmal hilft die Broschüre "Offizier im fliegerischen Dienst" weiter, dann vielleicht eine Info von Brigadegeneral Günter Katz, Leiter des Stabes "Ausbildung des fliegenden Personals“ im Kommando Einsatzverbände der Luftwaffe: 

"... hatte die Bw 2012 rund 2.000 Bewerber, davon blieben 86 übrig, davon wurden 24 Kampfjetpiloten." Katz: "Je mehr Bewerber, desto besser, denn dann können wir uns die Besten auswählen.“ 

(Quelle: Interview mit Brigadegeneral Günter Katz, Leiter des Stabes "Ausbildung des fliegenden Personals“ im Kommando Einsatzverbände der Luftwaffe, in „Karriereguide 2014 - Luftfahrtberufe“, Seiten 51-53)

Das waren also, wenn mein Taschenrechner richtig gerechnet hat, nur 4,3% aller Bewerber überhaupt für die Militärfliegerei (Kampfjet, Transport, Hubschrauber) geeignet. 

Dazu noch eine Information von der Redaktion des Youtube-Kanals der Bw, wo ja auch die jugendlichen Möchtegern-Fighter-Pilots an den Lippen (bzw. der Tastatur) der Presse- und Informationsoffiziere hängen (ca. Mitte 2015): 

"Obergrenzen: Kurzsichtig (KS), Weitsichtig (WS), Hornhautverkrümmung (HV) 

Für Hubschrauberpiloten: +3,0 WS /-3,0 KS / 2 HV 

Grenzwerte für Jetpiloten: +2,0 WS /-1,5 KS / 0,5 HV (WS = Weitsichtigkeit, KS = Kurzsichtigkeit, HV = Hornhautverkrümmung = Astigmatismus).

Bei gleichzeitiger Fehlsichtigkeit (KS oder WS) und Hornhautverkrümmung (HV), 

darf der Meridianschnitt (MS) nicht über dem + oder - Wert der Fehlsichtigkeit liegen. 

Bsp.für Hubschrauberpiloten: 1WS + 1HV = 2MS = unter 3 und damit innerhalb 

der Regelung. 2,5WS + 1HV = 3,5MS = über 3 und damit außerhalb der Grenzwerte."  

Merkst Du, wie unrealistisch Deine Erwartungshaltung bezüglich einer verlässlichen Aussage durch die GF-"Experten" (egal, ob zivil oder militärisch) ist? Warum sich nicht auf die Leute verlassen, die jeden Tag den Großteil der Bewerber aussortieren? 

Es gibt nur drei vernünftige Tipps: a) wenn möglich, wenigstens die FHR machen (mehr ist immer besser), b) durch Eigenrecherche die Fakten zusammentragen und bewerten und filtern, und sich dann c) bewerben. 

Es klappt  oder eben nicht, dazwischen gibt es nichts. Aber das ist bei jedem Job so. 

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Kommentar von Loesersass123
04.05.2016, 06:37

Danke :)

Aber wenn ich Pilot in der Businessfliegerrei werden will muss ich auch Den normalen Verkehrspilotenschein (Lizens) machen ...und die Chancen übernommen zu werden sind doch nicht so hoch oder ? Welche ausländischen Airlines nehmen Piloten denn an mit Realschulabschluss ? 

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Ich würde es nicht machen. Grund: Bei einer kommerziellen Airline liegen die Grenzen für eine Sehschwäche bei +-3 Dioptrien. Mit anderen Worten: Da dürfen sich deine Augen nicht mehr verschlechtern. 

Was aber, wenn sie es tun? Dann hast du möglicherweise das viele Geld für die Ausbildung umsonst ausgegeben.

Auf alle Fälle würde ich vorher mit einem Augenarzt sprechen, wie er das sieht.

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Kommentar von Loesersass123
03.05.2016, 19:11

stimmt mit dem augenartzt kann ich reden

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Ich würde Dir - wie auch schon zigfach in diesem Forum erwähnt - gar keine Pilotenausbildung empfehlen.

Klar hast Du noch ein paar Jahre Zeit. Aber der Markt ist dermaßen gesättigt mit Bewerbern, dass es auch in ein paar Jahren net rosig ausschauen wird. 

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Also soweit ich weiß liegen die Sehschwäche Grenzen bei - 3.0/+3.0 also Grenzwertig aber geht noch! :D Mit Realschulabschluss hast du doch die Chance ein Fachabi zu machen. Mit dem Fachabi kannst du dich zumindest bei Airberlin bewerben. Ich bin auch 15 und Realschüler mit dem gleichen Ziel. Wenn du mal lust zum labern hast oder Simulator fliegen... Ich heiße auf Instagram "pitt_343".
Mfg
Pitt

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Du brauchst Abitur.

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Mit einee Sehschwäche wird es schwer

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Wer sich was vornimmt schafft es auch

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Kommentar von Luftkutscher
04.05.2016, 07:22

Unsinn. Ob er die Lizenz schafft, hängt nicht nur von seinem Durchhaltewillen, sondern auch von seiner fliegerärztlichen Tauglichkeit ab. Ist er untauglich, nützt auch ein stärkster Wille nichts. Selbst wenn er die Lizenz irgendwann einmal in der Tasche hat, ist fraglich ob er einen Job findet. Ohne ein gutes finanzielles Polster und viel Glück, um sich zur richtigen Zeit beim richtigen Unternehmen zu bewerben, findet man keinen Job. 

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Kommentar von TightLP
26.05.2016, 17:04

Luftlutscher sei einfach nicht so demotivierend!

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