Meine Katze hat Angst vor der anderen Katze. Was kann ich tun?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Grundsätzlich stellt die Vergesellschaftung von Katzen eigentlich keine Zauberei dar, wenn Du ein paar grundlegende Dinge berücksichtigst. Habe vor allen Dingen Geduld, bislang scheint mir das Verhalten Deiner Fellnasen in der gegebenen Situation jedenfalls ziemlich normal zu sein.

Katzen sind revierbezogene Gewohnheitstiere und hassen Veränderungen, daher bedeutet der Einzug einer weiteren Fellnase natürlich einen besonderen Stress für die Tiere.

Wenn der Neuankömmling im Augenblick also verunsichert und ängstlich ist, sich zunächst versteckt (und auch nur wenig frisst bzw. trinkt), dürfte dies sicherlich der neuen und ungewohnten Situation geschuldet sein.

Lass die "Neue" also auf alle Fälle erst mal zur Ruhe kommen und bedränge sie nicht, sondern lass sie auf Dich zukommen, wenn ihr danach ist. Wenn sie sich ein wenig an die neue Situation gewöhnt hat, sollte sich ihre Aufregung eigentlich bald legen. Sprich mit leiser Stimme zu ihr, damit sie sich an Dich gewöhnen kann, und sprich sie auch möglichst oft mit ihrem Namen an (z.B. immer dann, wenn Du ihr Leckerchen, Futter oder Wasser gibst, sie streichelst etc.).

Wenn sie sich ein wenig beruhigt und akklimatisiert hat, wird sie sich von ganz alleine hervortrauen, getrieben von Neugier, vielleicht auch von Hunger oder Durst. Falls sie länger "abgetaucht" bleibt, kannst Du ihr ihren Futter- und Wassernapf in Sicht- und Reichweite stellen, bis sie sich aus ihrem Versteck traut.

Dabei hat es sich zum Beispiel auch bewährt, ihr - falls möglich - zunächst das gleiche Futter und das gleiche Katzenstreu anzubieten, wie sie es aus ihrer früheren Umgebung gewohnt ist.

Hilfreich könnte es ansonsten auch noch sein, wenn Du vom Vorbesitzer Dinge bekommen könntest, die der Katze besonders vertraut sind (z.B. ihr Lieblingsdeckchen oder -spielzeug).

Viele Katzen erkunden ihr neues Heim erst nachts im Schutze der Dunkelheit, wenn sie sich in aller Ruhe dort umsehen, fressen und trinken können. Daher sollten Futter und Wasser sowie die Katzentoilette natürlich auch nachts frei zugänglich sein.

Leider schreibst Du nicht, wie alt der Neuzugang ist. Als Faustregel wird bei Zusammenführungen zumeist empfohlen, dass die Katzen idealerweise von möglichst ähnlichem Charakter, in etwa gleichem Alter und vom gleichen Geschlecht sein sollten, wobei die beiden erstgenannten Punkte m.E. die wichtigeren sind. Spätere Revierstreitigkeiten wird man natürlich nie ganz ausschließen können.

Zusammenführung bedeutet immer Stress für alle Beteiligten, und es erfordert mitunter viel Zeit und Geduld, die Katzen aneinander - dabei den Neuankömmling an seinen neuen Lebensraum, und die bereits vorhandene Katze an den plötzlichen "Eindringling" in ihrem Revier - zu gewöhnen.

Der (Erst-)Kontakt zwischen Katzen verläuft oftmals ziemlich "rustikal". Naturgemäß finden sich die Fellnasen anfangs ziemlich doof, und müssen sich - manchmal leider im wahrsten Sinne des Wortes - erst "zusammenraufen". Wenn die Katzen also fauchen und knurren, oder zwischen ihnen auch mal die Fetzen fliegen, dann ist das soweit vollkommen normal - falls dabei allerdings auch mal Blut fließen sollte, musst Du natürlich unbedingt einschreiten.

Verständlicherweise kann bei einer Zusammenführung niemand eine Erfolgsgarantie abgeben. Manche Katzen kuscheln nach wenigen Tagen zusammen im Körbchen, andere werden sich - weil die "Chemie" eben nicht stimmt - vielleicht auch nach längerer Zeit nur respektieren.

Habe Geduld, eine erfolgreiche Zusammenführung kann, muss aber nicht, durchaus einige Wochen oder auch Monate dauern - lass Dich davon aber nicht entmutigen! Nach ein paar Tagen lässt sich da jedenfalls noch gar keine gesicherte Prognose abgeben, und in Deinem Fall sieht bislang soweit doch alles einigermaßen normal aus.

In vielen Fällen ist auch die bereits vorhandene Katze durch den "Eindringling" in ihrem Revier zunächst verunsichert (und u.U. auch ein wenig verängstigt).
Auf der einen Seite ist es daher wichtig, dass Du Dich - auch wenn es vielleicht schwerfällt - jetzt nicht zu ausführlich mit dem Neuzugang beschäftigst, damit sich Deine erste Fellnase nicht zurückgesetzt fühlt (das könnte dann zu Eifersucht führen).

Behandele Deine "Erstkatze" wie immer, und ggf. solltest Du Dich - zumindest anfangs - vielleicht noch etwas intensiver um sie bemühen als vorher. Wenn sie dann merkt, dass sie keinen Grund dazu hat sich zurückgesetzt zu fühlen, sollte sich ihr Verhalten eigentlich bald normalisieren.

Auf der anderen Seite besteht bei Zusammenführungen die Herausforderung stets auch darin, die Katzen möglichst gleich zu behandeln (auch der Neuankömmling darf sich ja nicht vernachlässigt fühlen), und dabei keine zu bevorzugen - mithin also eine klassische Gratwanderung.

Idealerweise solltest Du möglichst viel Zeit für eine intensive Beschäftigung (gemeinsames Spiel, Schmusestunden, Leckerchen futtern, etc.) mit den Fellnasen einplanen. Dabei kommt es einerseits darauf an, mit ihnen gemeinsam zu spielen, sie ausreichend geistig und körperlich zu fordern und zu fördern, und sie dabei aneinander bzw. an Dich zu gewöhnen, zumal ja auch das Katerchen erst seit 2 Wochen bei Dir lebt.

Andererseits tut es ihnen aber auch gut, sich mit ihnen mal getrennt voneinander zu beschäftigen, um dabei voll und ganz auf sie eingehen zu können. Dazu sind (neben Schmusestunden) z.B. Spiele hilfreich, die Erfolgserlebnisse bescheren (z.B. Futterlabyrinth, Katzenangel, Fummelbox, Clickertraining o.ä.).

Hilfreich ist es zudem, wenn Deine Katzen sich bei Bedarf in der Wohnung in ihre eigenen Bereiche (z.B. getrennte Zimmer, Katzenhöhlen, Kartons, abgesicherter Balkon etc.) zurückziehen können, um sich ggf. ein wenig aus dem Weg zu gehen.

Eine zusätzliche Hilfe könnten eventuell noch Verdampfer für die Steckdose (z.B. Feliway "Friends" oder "Classic", beim Tierarzt oder im Fachhandel erhältlich) bieten, die spezielle Duftstoffe (Pheromone) freisetzen, und dadurch einen entspannenden Wohlfühleffekt auf Katzen haben können.

Noch ein Tipp, falls die Fellnasen bei Dir später auch Freigang bekommen können: Grundsätzlich sollten Katzen nach einem Umzug mindestens 4 bis 6 Wochen in der Wohnung gehalten werden, bis sie sich an ihr neues Heim - und an ihre Menschen - gewöhnt haben, um z.B. nach einem Ausflug auch einigermaßen sicher wieder dorthin zurückzukehren.
Zudem solltest Du auch bedenken, dass Katzen erst mit frühestens 9, besser 12, Monaten Freigang bekommen sollten (vorher sind junge Fellnäschen leider noch sehr unbedarft und zutraulich, was sie zum potentiellen Opfer z.B. für Unfälle, Greifvögel oder Füchse macht).

Auf alle Fälle solltest Du stets Ruhe bewahren (sonst überträgt sich Dein Stress noch zusätzlich auf die Katzen), den Fellnasen mit Aufmerksamkeit, Zuwendung, Geduld und Nachsicht begegnen, und sie keinesfalls bestrafen oder mit Liebesentzug reagieren (Katzen können Strafe ohnehin nicht mit ihrem Verhalten in Verbindung bringen).

Ich drücke die Daumen, dass die Zusammenführung problemlos und schnell gelingt.

Alles Gute und viel Erfolg!

danke für die antwort
ich werde deine tipps beachten
und der kater ist jetzt 14wochen alt und sie 12wochen alt

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@deppli

Herzlichen Dank für das Sternchen! *freu*

Alles Gute Dir und den Fellnäschen!

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ALso :) 

du darfst Katzen nicht sofort zusammen setzen :) 

Ich hab meien Katzen wie folgt versöhnt :

1) getrennte zimmer ca 1 Woche lang, in jedem Raum ein Feucht und Trockennapf+ Wassernapf+ klo

2) dann nach 2-3 Tagen ein Gitter zwischen die Zimmer also eine Tür als Gitter:) 

Die Katzen sehen sich, aber können sich nicht bekriegen.

3)Fütter beide in der nähe des Gitters, nicht direkt daran.

4) Tag 4 , stell die Näpfe jeden Tag ein stück dichter ans Gitter, einige Tage .

Nim immer den Geruch des Einen und bring ihn auf den Anderen.

Zb Bürste sie abwechselnd, oder streichel sie abwechselnd.

Leckerlies geben wenn sie sich dem Gitter nähern 

du kannst zb ein Hasenstallgitter dazwischen stellen usw, wichtig so dass sie nciht drüber klettern /springen.

Sicherheit is wichtig.

5) Tag 7 , öffne die Gittertür etwas und las den kleinen / die kleinen zu dem anderen ins revier , tausche die reviere !!!

So nehmen sie den Geruch des Anderen war, und die umgebung.

6) mehfaches zusammenführen für kurze Zeit max 1 h ,

7) nach mehreren Anläufen, längere Zusammenführung, klos nach wie vor getrennt halten.

Gitter offen lassen.

8) Ziel mit langsamen aneinander anpassen das sie nicht bedrängt werden, sich zeit nehmen, jeder brauch seine Zeit, geb sie ihnen es sind babys 

9 ) Feliway friends = das sondert stoffe ab die beruhigen.

Steck das in eine Steckdose die mind 1 Meter über dem Boden ist am Besten dort wo beide aufeinander treffen also in der nähe der Tür

Meine große wollte den kleina uch nicht akzeptieren

mit al den Tips hat es nach 10 Tagen geklapt :) 

Wenn du merkst sie vertragen sich nu schlechter als zuvor geh ein schritt zurück und mach zb die tür wieder zu oder verkürze die zeiten

Feliway hilft nach 1 Woche, solang brauht das kitten auch um dein Geruch anzunehmen, es riecht alles fremd vergess das nicht :) Schlaf abwechselnd bei den Katzen mal im WZ mal im SZ so vernachlässigst du keine der Katzen.

Denn EIfersucht kann eine spätfolge werden wenn man sich nur um eins kümmert.

geb ihnen viel Zeit zum schlafen, so verarbeiten sie den stress.

Meine beiden sind nach ca 1 Monat nun so weit das sie zusammen balgen, spielen, und sogar zusammen kuscheln.

 - (Tiere, Katze, Haustiere)  - (Tiere, Katze, Haustiere)

sry für die vielen Rechtschreibfehler XD hatte den weißen aufn Schoß XD kam kaum an die Tastatur XD

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Bleib cool. Sie werden sich arrangieren. Dass die neue Katze nicht raus kommt, ist normal. Gut ist, dass die alte Katze die neue nicht angreift. Aber selbst wenn zwei Katzen sich prügeln und einem das Herz in die Hose rutscht, kann daraus eine dicke Katzenfreundschaft entstehen. Zwei meiner Katzen haben sich 3 Wochen lang geprügelt, alles war voller Haare, es war schrecklich, besonders. weil die neue Katze ein total liebes, erst 4 Monate altes Persermädchen war. Doch trotzdem, von einem Tag auf den anderen waren die beiden unzertrennlich. Es ist recht selten, dass Katzen sich gar nicht anfreunden wollen, ich hatte in meiner gesamten Katzenkarriere erst eine, die mit unserem Hund besser zurecht kam, als mit den Katzen. Sie ist Einzelgängerin bis heute, mittlerweile 18, blind, taub und geruchsblind. Hab Geduld, aber zwinge sie auf gar keinen Fall zu etwas. Beide müssen genügend Rückzugsmöglichkeiten haben, um sich aus dem Weg zu gehen. Beide müssen eine Möglichkeit haben, gefahrlos Klo und Futter zu erreichen.

Hast du ein weiteres zimmer, das beide katzen noch nicht kennen? Dann wäre es eine Idee, sich die beiden Katzen dort im neuen zimmer kennen lernen zu lassen. Da es sein kann, dass die erste katze Bereits ihr Revier dort markiert hat und es nun verteidigt. Und die neue katze sich zurück zieht. Deswegen Eide in ein neues zimmer.
An sonsten einfach viel zeit lassen. Verschiedene futter Plätze und zwei verschiedene Toiletten.

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