Lohn sich ein Bahnverkehr in einem Dorf mit wenigen Tausend Einwohnern?

3 Antworten

Von Experte Zug2023 bestätigt

Wenn mehrere solche gemeinden im einzugsbereich eines ballungsraums günstig zueinander liegen mit gut gelegenen bahnstationen, kann eine eisenbahn von vorteil sein.

Übelbach (Steiermark) mit 2068 einwohnern ist über eine elektrifizierte eisenbahn (Übelbacher Bahn) an Peggau und Graz angebunden. Allerdings hat diese nur werktags verkehr (am wochenende gibt es nicht mal einen bus) und stand schon ein paar mal auf der kippe. Heute würde dort wohl keine strecke mehr neu errichtet.

Ebenfalls in der Steiermark liegt Neuberg an der Mürz mit 2249 einwohnern. Die nicht elektrifizierte strecke von Mürzzuschlag nach Neuberg wurde stillgelegt und abgebaut; das busangebot heute ist auch nicht allzu dicht. Das mag auch daran liegen, dass Mürzzuschlag kein oberzentrum ist, also weniger pendelverkehr anzieht.

Entscheidend ist also nicht nur, wie groß das dorf am ende der strecke ist, sondern auch, wie groß das zentrum am anderen ende ist.

Trofaiach hat sogar über 11000 einwohner und eine elektrifizierte eisenbahn, die jedoch nur sporadischen güterverkehr aufweist. Bemühungen, die strecke für eine S-bahn-linie zu reaktivieren und einige neue, besser gelegene haltestellen einzurichten, bestehen seit jahrzehnten, ohne dass etwas geschieht. Es scheitert auch am willen der gemeindeverwaltung dort.

Es "lohnt" sich der Verkehr wenn das "Dorf" an einer befahrenen ÖPNV-Linie liegt wie üblich. Darüber hinaus gibt es auch kombinierte Straßenbahnverkehre die außerhalb der Städte auch über Land fahren und andere Gemeinden anschließen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Das kann man pauschal so nicht sagen. Es ist immer die Frage, wie hoch das Pendleraufkommen zum nächsten bzw. zu den nächsten Orten ist und wie teuer der Bahnstreckenbau und -betrieb ist (z. B. ist das Gebiet topografische schwierig?).