Lenz geschrieben in der Romantik aber es passt nicht rein?

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2 Antworten

Meinst du Büchners "Lenz"? Der Lenz, um den es in Büchners Text geht, ist seinerseits ein Dichter des Sturm und Drang, erkrankt an paranoider Schizophrenie.

"Büchners „Lenz“ ist dagegen nahezu kunstlos, ohne Technik geschrieben, fast möchte man sagen: unbeherrscht. Die Anstrengung des Autors, eine Sprache zu „beherrschen“, einen Stoff zu „meistern“ ist diesem Text nicht anzumerken. Vielmehr ist darin eine einzige innere Bewegung ganz mittellos, gleichsam ohne Energieverlust, in eine Sprachbewegung übersetzt."

http://www.zeit.de/1979/29/lenz/komplettansicht

Büchner ist zwar ein Autor des Vormärz mit seinem "Hessischen Landboten", aber er stirbt schon 1837, in einer Zeit, in der noch viele Romantiker tätig sind.

Etwa gleichzeitig entstehen Eichendorffs "Schloss Dürande" oder Mörikes "Maler Nolten" - Spätromantik.

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Büchners Werke werden aufgrund ihrer Entstehungszeit und ihrer politischen Haltung als Vormärz-Literatur (literarischer Ausdruck des rebellischen Geistes vor der deutschen Märzrevolution 1848) bezeichnet, also ist auch seine "autobiografische" Erzählung "Lenz" (Sommer/Herbst 1835 geschrieben) über den Dichter J.M.R. Lenz, dessen Drama "Die Soldaten" (1776) Büchner als "Vorbild" seines Dramas "Woyzeck" genommen hat, Literatur des Vormärzes; aber das Thema der Erzählung und deren Motive sind eher romantischer Natur; wegen der sehr sachlich nüchternen Darstellung (vgl. "Woyzeck") ist sie eine Frühform des Realismus´. Aufgrund dieser Außergewöhnlichkeit bzw. der Schwierigkeit, alle Werke Büchners so einfach in literarische Epochen zu "schubladisieren" ist der Georg-Büchner-Literaturpreis der höchste Preis der Deutschen Literatur.

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