Lan-Kabel, worauf muss ich achten? (Unitymedia 150 mbit) :)

4 Antworten

150 Mbit Ethernet gibt es nicht, es gibt nur Fast Ethernet (100-BASE-TX) und Gigabit Ethernet (1000-BASE-T). Damit Du Deinen Internetanschluss ausreizen kannst, solltest Du also letzteres einsetzen.

Für 1000-BASE-T wurden ursprünglich Kabel der Kategorie 6 ("Cat6") spezifiziert. Inzwischen wurde die Spezifikation angepasst und fordert offiziell nur noch Kabel der Kategorie 5 ("Cat5"), wie sie auch bei 100-BASE-TX eingesetzt wurden.

(Übergangsweise wurde eine Kategorie "5e" spezifiziert, die es inzwischen nicht mehr gibt. Sie wurde eingeführt, um Kabel der Kategorie 5, die 1000-BASE-T unterstützen, besonders zu kennzeichnen. Da technisch kaum ein Unterschied zwischen den Kabeln bestand wurde diese Unterscheidung wieder aufgegeben. Die Kabel, die übergangsweise unter "5e" liefen, heißen inzwischen wieder schlicht Kabel der Kategorie 5. Manche Hersteller haben die alte Bezeichnung allerdings beibehalten, also nicht wundern. Die Kategorie "5e" ist inzwischen nicht mehr spezifiziert und Kabel der Kategorie 5 und "5e" sind im Grunde identisch.)

Die Länge ist überhaupt kein Problem. Alle Ethernet-Varianten sind auf eine maximale Länge von 100 Metern spezifiziert. Da bist Du mit Deinen 15 Metern noch weit von entfernt. Auf die kurze Distanz könntest Du sicher auch ein Kabel der Kategorie 5 für Gigabit verwenden, aber da Kabel der Kategorie 6 inzwischen auch nicht mehr nennenswert teurer sind, solltest Du lieber diesen Weg gehen.

Unterschiede gibt es zwischen "gekreuzten" (crossover) und "nicht-gekreuzten" Kabeln. Alle Gigabit-Geräte müssen per "Auto-MDI-X" (Automatic Media Dependant Interface Xrossover) die Belegung des Kabels selbst erkennen und "aushandeln" können. Trotzdem solltest Du lieber ausschließlich nicht gekreuzte Kabel verwenden.

Dann gibt es noch geschirmte (STP - Shielded Twisted Pairs - dort sind die einzelnen Adernpaare geschirmt - bzw. FTP - Foiled Twisted Pairs - dort ist nur das Kabel als ganzes geschirmt, die einzelnen Adernpaare jedoch nicht gegeneinander geschirmt - wobei diese Bezeichnungen teilweise uneinheitlich verwendet werden und man sich daher nicht wirklich drauf verlassen kann) und ungeschirmte (UTP - Unshielded Twisted Pairs) Kabel. Die geschirmten sind aufgrund ihrer Schirmung natürlich etwas dicker und haben einen höheren Beigeradius, als die ungeschirmten Kabel. Ungeschirmte Kabel reichen eigentlich so gut wie immer aus, da Ethernet ohnehin symmetrische Signalführung (differential signalling) verwendet. Für spezielle Anwendungsfälle gibt es auch flache Ethernet-Kabel, bei denen die vier Adernpaare nebeneinander verlaufen. Die sehen dann fast aus wie SATA-Kabel. Das wäre vielleicht eine Lösung für Dich.

Ab 100 Meter gibts Leistungseinbußen. Das hat aber nichts mit den Kabelherstellern zu tun, sondern mit der physikalischen Leitfähigkeit von Kupfer. Wegen der Kabeldicke gibts Einheitskabel. Notfalls die Kabel hinter einer Aufputzleiste verstecken (gibts im Baumarkt).

Ein normales STP/FTP Kabel reicht aus, und ein RJ45 Stecker. Das reicht sogar für 1Mbit Netzwerke.

Hier auf der Seite findest Du mehr Informationen, auch die Farbkombinationen, wie die Kabel in die Stecker reingedröselt werden sollen: http://de.wikipedia.org/wiki/Twisted_Pair

  1. Die Länge hat nur einen relativ kleinen Einfluss auf die Geschwindigkeit.
  2. Die Dicke wiederrum schon; die Fasern bei den Dicken sind einfach dichter und mehr als bei dünnen --> höhere Geschwindigkeiten können erreicht werden und das Kabel ist nicht so anfällig gegen Schäden.
  3. Ein normales LAN-Kabel sollte ausreichen für solche Geschwindigkeiten.
  4. Viel Spaß :P

Gruß H4ck1

Hey , ich meine 150 K ist ja echt heftig, könntest du mir vllt ein bei Amazon oder ebay raussuchen, was auch gut und vertrauenswürdig ist, kenne mich bei sowas nicht gut aus :/?

Preis bis 15 Euro höchtens 20

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@lukas6352

150 Mbit (nix "K", das wäre ein Witz, ISDN hatte schon 128 kbit) ist für ein Computernetzwerk alles andere als heftig. Wenn ich mir das Erdkabel anschaue, das hier im Gebäude vom öffentlichen Netz (Vermittlungsstelle) ankommt, die sicher einige hundert Meter entfernt ist, dann denke ich, das sei ein schlechter Scherz. Das ist wirklich billigstes Zeug, da sind hunderte Adern in einem Kabel drin, Crosstalk (Übersprechen zwischen den Adernpaaren - die ja andere Teilnehmer anbinden) und Störsignal (riesiger Gleichstromanteil, Einstreuung aus der Netzspannung, Rauschen, etc.) ohne Ende. Trotzdem gehen da 100 MBit drüber. "Ethernet in the first mile" oder IEEE802.3ah nennt sich das Protokoll, das dort gefahren wird. Das scheint sehr "robust" zu sein.

150 Mbit über 15 Meter zu schleifen ist mit Kupfer keine Kunst. 1000 Mbit (1 Gbit) über 100 Meter zu schleifen schon eher, aber selbst das ist mit Ethernet (1000-BASE-T) möglich. Auf dem "main link" einer LVDS-Verbindung (komplett andere Übertragungstechnik mit vollkommen anderem Einsatzzweck, benutzt aber auch Kupfer) bekommst Du zur Zeit 21600 Mbit (21.6 Gbit) über 3 Meter bzw. etwa 4300 Mbit (4.3 Gbit) über 15 Meter übertragen. Zusätzlich (und zeitgleich) zu diesem "Hauptdatenstrom" wird noch ein "auxiliary channel" ("Hilfsdatenstrom") bereitgestellt, über den nochmals bis zu 780 Mbit gehen, womit wir einen LVDS-Link insgesamt mit einem Datenvolumen von bis zu 22380 Mbit (22.38 Gbit) bei 3 Metern bzw. 5080 Mbit (5.08 Gbit) bei 15 Metern Kabellänge beaufschlagen können. Das ist schon eher "hohe Kunst", ist aber ebenfalls keine Zukunftsvision, sondern Stand der Technik und wird in dieser Form eingesetzt. Noch diesen Sommer wird wohl eine neue Spezifikation mit mehr als 32 Gbit über 3 Meter kommen. Ich denke da kommen wir dann tatsächlich langsam an die Grenzen dessen, was physikalisch möglich ist.

150 Mbit bekommst Du mit viel Glück (einziger Client am Access-Point, keine anderen Netzwerke in der Umgebung, geringe Signaldämpfung) sogar über ein gutes IEEE 802.11n WLAN drüber. "Theoretisch" schafft IEEE 802.11n bis zu 600 Mbit, aber diesen idealisierten Wert erreichst Du in der Praxis wohl nicht einmal, wenn Du in einem Faraday'schen Käfig direkt auf dem Access-Point sitzt. ;-)

Mit IEEE802.11ac sollen theoretisch sogar bis zu 1000 Mbit (1 Gbit) drahtlos möglich sein.

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Wenn dein Kabel länger als 100 Meter ist, hat es auf jedenfall einen großen Einfluss.

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@Mavinn

Aber wer bitte braucht für eine Wohnung / Haus ein Kabel mit einer Länge von 100 Meter!? O.o

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@Mavinn

Kabel länger als 100 Meter sind für Ethernet überhaupt nicht spezifiziert. Wenn man größere Distanzen überbrücken möchte, musste man bei 100-BASE-TX einen Repeater (oder einen Hub = ein Multi-Port-Repeater) einschleifen, der das Signal empfängt, zwischenspeichert und auf allen Interfaces wiederholt. Bei 1000-BASE-T sind keine Repeater mehr spezifiziert, weil es keine Kollisionsdomänen mehr gibt (1000-BASE-T nutzt ausschließlich Punkt-zu-Punkt-Verbindungen), sodass man hier spätestens alle 100 Meter eine Bridge (oder einen Switch = eine Multi-Port-Bridge) setzen muss, die das Signal empfängt, zwischenspeichert und an das Netzwerksegment weiterleitet, in dem der Empfänger sitzt. Oder man setzt das Signal gleich auf Glasfaser um, brückt damit die große Distanz und setzt auf der anderen Seite wieder auf Kupfer um.

Natürlich können auch Distanzen größer als 100 Meter auf Kupfer funktionieren, aber es ist eben nicht spezifiziert. Für "Spielereien" kannst Du so etwas einsetzen, für "seriöse" Installationen sollte man sich an die Spezifikationen halten. Der Fragensteller möchte aber ohnehin nur 15 Meter brücken und das ist natürlich locker innerhalb der Spezifikation.

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@H4ck1

Vermutlich die wenigsten, aber Ethernet wird auch in Unternehmen eingesetzt und wenn Du zum Beispiel große Lagerhallen verkabeln musst, dann kommst Du hier ganz schnell an Grenzen. Von Verbindungen zwischen Gebäuden mal ganz abgesehen. Da muss dann definitiv eine Glasfaser her.

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