Körperliche Aufnahmekriterien für Waffen-SS

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Aber die Experten sind sich nicht einig:

Im Reichs­ge­biet wur­den neue Mit­glie­der nicht nur über die All­ge­mei­ne SS ge­wor­ben, son­dern vor al­lem in der Hit­ler-​Ju­gend, aus den Rei­hen der Po­li­zei, im Reichs­ar­beits­dienst oder in der NS­DAP. Grund­sätz­lich galt das Prin­zip der Frei­wil­lig­keit. Vor­aus­set­zung war, dass der Be­wer­ber den kör­per­li­chen und „ras­si­schen“ Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zun­gen der SS ge­nüg­te. So durf­te ein Be­wer­ber An­fang 1940 höchs­tens 17 bis 22 Jah­re alt und muss­te min­des­tens 1,70 Me­ter groß sein. Je län­ger der Krieg dau­er­te und je knap­per das Per­so­nal wur­de, des­to schär­fer gin­gen die Per­so­nal­wer­ber vor und des­to mehr wur­den die Ein‧stel­lungs­vor‧aus­set­zun­gen auf­ge­weicht. Im­mer wie­der wur­den Ju­gend­li­che zur Un­ter­zeich­nung ei­ner frei­wil­li­gen Mel­dung ge­drängt, und die Min­dest­grö­ße sank auf 1,66 Me­ter. Erst in der Zeit nach Sta­lin­grad (An­fang 1943) er­lang­te die Waf­fen-​SS leich­te­ren Zu­griff auf reichs­deut­sche Frei­wil­li­ge

Aus: Damals Magazin für Geschichte.

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Aufnahmekriterien in der Waffen-SS
Ein Unterschied zwischen der SS-VT und der Wehrmacht war, dass die meisten Freiwilligen der SS-VT aus ländlichen Gegenden kamen, während die Mannschaften der Armee hauptsächlich aus den Städten stammte. Dies mag vielleicht unwichtig erscheinen, aber in Deutschland waren die Lebensbedingungen auf dem Land während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weitaus primitiver als sie es heute sind. So zeigte es sich bald, dass die meisten Männer der Waffen-SS sich vor allem in Russland mit dem Leben im Feld sehr gut zurecht fanden. Sie konnten sich nicht nur vom Land ernähren, sondern waren auch bei der Feldarbeit viel erfahrener. Wenn nämlich der Nachschub ausfällt, muss sich eine Truppe von dem ernähren, was in der Umgebung vorhanden ist. Und wenns nur darum geht, den Standort einer Kartoffelmiete im Winter ausfindig zu machen (was natürlich für die ansäsige Bevölkerung eineKatastrophe bedeutet!) Eine der wesentlichen Forderungen an einen Soldaten ist nämlich jene, einfach durchzuhalten und weiterzukämpfen. Und dies war ein nicht unwesentlicher Vorteil.

Die Rekruten der SS-Verfügungstruppe mussten in den Anfangstagen strengen körperlichen und moralischen Anforderungen entsprechen. Erst später wurden diese Standards durch die Kriegsumstände aufgeweicht, da die SS-Divisionen dringend Nachschub an Rekruten benötigen. Sepp Dietrich, bis 1944 Kommandeur der Leibstandarte, verlangte reife Männer und keine pupertierenden Schuljungen. Daher nahm er nur Männer zwischen 23 und 35 Jahren auf. Zusätzlich mussten sie mindestens 180 cm groß sein und sich in ausgezeichneter körperlicher Verfassung befinden. Wer eine kriminelle Vergangenheit hatte, wurde ebenso abgelehnt wie diejenigen, die ihre arische Herkunft nicht nachweisen konnten. So akzeptierte Dietrich zu beginn niemanden in seiner Leibstandarte, der auch nur über eine Zahnplompe verfügte. Durch die Kriegsverluste war auch er dann gezwungen, seine Ansprüche zu reduzieren. Er war fest entschlossen, sein Regiment zur härtesten, bestausgebildeten und diszipliniertesten Einheit im Dienste des Führers zu machen. Gespräche mit nun bereits ergrauten Überlebenden zeigten, dass dies noch immer daran glaubten, dass sie es waren. In der Tat meldete sich bis zum Ende die Auslese der deutschen Freiwilligen für die Leibstandarte.

In der Waffen-SS betrug die anfängliche Verpflichtungszeit 4 Jahre für die Mannschaften, 12 Jahre für Unteroffiziere und 25 Jahre für die Offiziere. Diejenigen Anwärter, die eine Offiziersausbildung durch machen wollten, mussten zumindest 2 Jahre lang bei den Mannschaften gedient haben (auser sie konnten eine früher Laufbahn in der Wehrmacht nachweisen, wie dies bei Paul Hausser beispielsweise der Fall war). Trotz der langen Verpflichtungsdauer und der harten körperlichen, moralischen und rassischen Anforderungen gab es genügend Freiwillige. Am Anfang herrschte jedoch ein Mangel an Offizieren mit Kampferfahrung im Feld, was einer der Gründe für die hohen Verluste der Waffen-SS im Westen 1940 war.

Quelle: Zweiter Weltkrieg Lexikon (modifiziert).

Zum Abschluss noch etwas Wikipedia:

SS-Bewerber aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

SS-Bewerber oder auch Staffelbewerber waren Personen, die sich als Kandidaten um Aufnahme bei der Allgemeinen SS und den bewaffneten SS-Verbänden, namentlich der SS-Verfügungstruppe und den SS-Totenkopfstandarten beworben hatten. Diese brauchten offiziell keine Parteimitglieder der NSDAP zu sein, obgleich die meisten von ihnen dieser angehörten. Nach 1940 wurde in der neu geschaffenen Waffen-SS die Bezeichnung in den militärischen Begriff SS-Schütze abgeändert.

Aufnahmekriterien [Bearbeiten]Zur Aufnahme in die Allgemeine SS, die SS-Verfügungstruppe oder in die Totenkopfverbände musste eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt werden. Heinrich Himmler wollte aus der Gesamt-SS einen „soldatischen Orden nordischen Typus“ machen und aus diesem Grund erhielt das SS-eigene Rasseamt (später Rasse- und Siedlungshauptamt) von diesem die Vorgabe, die Aufnahmekriterien so schwer wie möglich zu machen. Damit sollte der Elitecharakter der SS innerhalb der NSDAP auf Dauer gesichert und diese durch „Aufnordung“ schließlich auch die politische Elite des NS-Staates werden.

Die von Professor Bruno K. Schultz, damaliger SS-Hauptsturmführer im Rasseamt, ausgearbeitete „Rassetabelle“ wies fünf Gruppen auf, von denen die „Nordische“ die bedeutsamste war. So wurden hauptsächlich Kandidaten übernommen, die den ersten drei Gruppen angehörten. Neben der „rassischen Eingliederung“ der Kandidaten in eine der fünf Gruppen mussten diese auch einen sportlich-durchtrainierten Körperbau und eine vorgeschriebene Mindestgröße haben (das betraf nur Personen, die nach 1933 der SS beitreten wollten. Alte Kämpfer der SS waren an diese Mindestgrößen nicht gebunden). So wurden im Jahr 1943 für folgende Gliederungen verlangt:

1.Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“: 185 cm (Mindestgröße in der Leibstandarte war zwischen 1933 und 1940 178 cm. Die Mindestgröße wurde zwischen 1940 und 1942 auf 180 cm erhöht und ab 1943 galten 185 cm.) 2.1. SS-Standarte „Deutschland“: 170 cm (Mindestgröße der SS-Standarten/Verfügungstruppe war zwischen 1935 und 1942 174 cm.) 3.2. SS-Standarte „Germania“: 170 cm 4.3. SS-Standarte „Der Führer“: 170 cm 5.SS-Musikzug, SS-Pioniersturmbann und SS-Nachrichtensturmbann: 170 cm 6.SS-Fußstandarten und SS-Reiterstandarten: 170 cm 7.SS-Totenkopfstandarten und SS-Wachverbände: 165 cm (Mindestgröße der Totenkopfverbände war zwischen 1933 und 1942 170 cm.) Zukünftige SS-Mitglieder sollten ferner überzeugte Nationalsozialisten sein. Aus diesem Grund wurden auch vorzugsweise Hitlerjungen übernommen, die dort dem elitären HJ-Streifendienst angehört hatten und ein Eintrittsalter zwischen 18 und 22 Jahren haben sollten.

Der Weg eines Kandidaten zum SS-Mann [Bearbeiten]In der Regel meldete sich ein Kandidat, nach der Vollendung seines 17. Lebensjahres, am 8. und 9. November zur Aufnahme in die Allgemeine SS bei einer SS-Standarte (war ein Kandidat jünger als 17 Jahre, so benötigte er eine schriftliche Einverständniserklärung seines Erziehungsberechtigten oder Vormundes). Wurde er angenommen, dann stand eine zweijährige Probezeit vor diesem. Bei Kandidaten, die sich über Wehrmachtserfassungsstellen und SS-Standarten zur SS-Verfügungstruppe meldeten, betrug die dortige Probezeit nur drei Monate, da sie sich in der Regel auf vier und als Offiziersanwärter auf zwölf Jahre verpflichteten (die Verfügungstruppe hatte auch andere Meldezeiten als die Allgemeine SS. Dort galten der 1. Februar für die Einstellung im Oktober des nachfolgenden Jahres und 1. August für den April des nachfolgenden Jahres. Kandidaten der Verfügungstruppen mussten eine abgeschlossene Lehre besitzen und durften weder verlobt noch verheiratet sein. Mindestalter betrug wie bei der Allgemeinen SS 17 bis 22 Jahre. Über 22-jährige wurden nur mit Ausnahmebestimmungen angenommen).

Mit Vollendung seines 18. Lebensjahres wurde der SS-Kandidat am 9. November offiziell zum Staffelbewerber ernannt und dieser probeweise in die SS aufgenommen. Er musste sich nun auf eigene Kosten eine schwarze SS-Uniform ohne Kragenspiegel besorgen. Bereits am darauffolgenden 30. Januar wurde er zum Staffel-Sturmmann (auch als „Staffel-Jungmann“ bekannt) ernannt und erhielt einen vorläufigen SS-Ausweis. Der „Staffel-Sturmmann“ war nun zum regelmäßigen SS-Dienst verpflichtet. Bereits am darauffolgenden 20. April (Hitlers Geburtstag) erhielt der „Staffel-Sturmmann“ seinen endgültigen SS-Ausweis und die Kragenspiegel verliehen. Höhepunkt war die Vereidigung auf Adolf Hitler und die Aufstufung zum offiziellen SS-Anwärter.

Kann man wirklich alles googeln.

Ist aber in der Tat wenig über sportliche Eignungen, Fragesteller meinte ja dass man die Größen etc. überall fand.

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@Nauticus

Das lag wohl daran, dass in diesen Jahrgängen so ziemlich jeder sportlich war (HJ/Rad war ja fast für jeden Pflicht). Ich kann mich nicht erinnern, dass ich auf zeitgenössischen Bildern so viele vollgefressene, fette Kinder gesehen habe, wie heutzutage. Die Amerikanisierung, die nach 1945 stattgefunden hat, brachte leider nicht auschließlich Vorteile.

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@shockproof

Mir ist durchaus klar dass die Menschen damals von Kindheit an zur Sportlichkeit erzogen wurden. Aber wenn Dietrich anfänglich nicht mal Leute nehmen wollte die nur über Zahnplomben verfügten und Himmler verlangte die Aufnahmekriterien so schwer wie möglich zu machen, muss es doch irgendwelche konkreten Vorgaben für einen Eignungstest oder etwas in der Richtung gegeben haben. Überhaupt in den Anfangstagen.

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@loslocosgrande

Deine Denkweise ist da viel zu modern. Zu jener Zeit war jeder großgewachsene gesunde junge Mann zum Waffendienst bei der Waffen-SS in der Lage. Außerdem war die Waffen-SS nicht so eine Elite, wie wir das heute verstehen. So in Richtung SWAT oder GSG9. Die hatten nur eine bessere Ausrüstung und wurden mehr gefordert als die Wehrmacht. Deshalb war ja auch die Verlustquote so hoch. Da kam keiner und hat Liegestütze gezählt. Körperliche Fitness ist bei so einem Haufen das geringste Problem. Das kommt von ganz allein bei der Grundausbildung.

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