Können Kurden türkisch?

11 Antworten

Manche ja, manche nein, ganz einfach ;-) In der Regel können Kurden, die in der Türkei groß geworden sind schon türkisch. Bei irakischen und syrischen Kurden sieht das halt anders aus. Vor allem die Kurden, die in Deutschland groß werden können aber kein türkisch, weil man hier eher kurdisch spricht (und dann eben deutsch). Weil Kurdisch eine indogermanische Sprache ist und türkisch nicht, stelle ich mir beides einfach so zu lernen (also wenn mans nicht im Kindesalter macht) gar nicht so einfach vor (ist an sich häufig einfacher in einer Sprachfamilie zu lernen, zumindest aus meiner Sicht).

Als meine Tochter vor einigen Jahren ein Praktikum in einem Kindergarten absolvierte, fragte sie die Gruppenleiterin: "ist dieser Junge Türke?" und die Erzieherin antwortete "Mehmet ist Moslem". Also sind alle Türken moslemisch, alle Rheinländer katholisch und alle Männer Schw..... :-) Spaß beiseite, diese Frage gehört nicht in die Rubrik Religion. Tatsächlich sprechen die meisten Kurden türkisch. Schließlich war es Ihnen lange so angeordnet. Andere Beiträge haben das super erläutert. Aber ich kenne auch kurdische Ehefrauen, die schlechter türkisch sprechen als ich und ich kann nur ein paar Brocken. Das sind Frauen, die aus ländlichen Gegenden kommen und noch nie in einer Schule waren. So hatten sie keinen Kontakt zur Amtssprache und zu Hause wurde (wird) nur kurdisch gesprochen. Das trifft natürlich nicht auf alle kurdischen Frauen zu, manche trifft man auch an z.B. deutschen Universitäten und sie beherrschen auch die deutsche Rechtschreibreform. Gruß

Assimilationspolitik

Hauptartikel: Volksgruppen in der Türkei

Trotz anders lautenden Bestimmungen im Vertrag von Lausanne (der Artikel 39/4 schrieb vor, dass der Gebrauch der Muttersprache nicht eingeschränkt werden darf) betrieb die Türkei eine Assimilierungspolitik gegenüber den Kurden und leugnete kulturelle und ethnische Unterschiede. So wurde versucht, die Kurden als ein türkisches Volk darzustellen, das aus Zentralasien eingewandert ist. Aufgrund staatlicher Restriktionen konnte die kurdische Kultur nicht frei ausgelebt werden. Noch 1979 hieß es im offiziellen Wörterbuch (Türkçe Sözlük) der Türk Dil Kurumu zur Erklärung des Wörtchens "Kurde":

Name einer Gemeinschaft oder Angehöriger dieser Gemeinschaft türkischer Herkunft, die ihre Sprache verloren hat, eine degenerierte Form des Persischen spricht und in der Türkei, im Irak und Iran lebt.[6]

Eine weit verbreitete etymologische Deutung des Begriff „Kurde“ (Kürt) war das Knirschen frischen Schnees unter den Füßen der Bergbewohner.

Nach der Niederschlagung des Scheich Said Aufstands wurde ein ‚Reformplan für den Osten‘ (Şark İslahat Planı)[7] entwickelt, in dem die offizielle Position und die Handlungsprinzipien für das Kurdenpoblem festgelegt wurden.

Es handelte sich um ein breit gefächertes Programm. Während türkische Politiker von einem „Reformplan“ sprechen, sind kurdische Historiker der Meinung, dass die Grundpfeiler dieses Planes mit den Begriffen Assimilation, Deportation-Umsiedlung und Massenmord bezeichnet werden können.[2] Weitere Gesetze, wie das sogenannte „Tunceli-Gesetz“[8] oder das Besiedlungsgesetz,[9] auf dessen Grundlage die kurdische Bevölkerung im Westen angesiedelt werden sollte, wurden von den Kurden ebenfalls als Benachteiligung empfunden und führten zum Dersim-Aufstand.

Muttersprachlicher Kurdischunterricht an staatlichen Schulen ist laut Verfassung verboten. In Art. 42, Abs. 9 heißt es:

„Den türkischen Staatsbürgern darf in den Erziehungs- und Lehranstalten als Muttersprache keine andere Sprache beigebracht und gelehrt werden als Türkisch.“[10]

Kurdischsprachige Medien waren bis 1991 verboten. In Art. 2 des Gesetz Nr. 2932[11] hieß es dazu:

„Die Darlegung, Verbreitung und Veröffentlichung von Gedankengut in einer anderen Sprache als der ersten Amtssprache der von der Türkei anerkannten Staaten ist verboten.“

Türkisch wurde gesetzlich als Muttersprache aller türkischen Staatsbürger festgelegt.[12] Der Strafrahmen bei Verstößen gegen dieses Gesetz betrug laut Art. 4 sechs Monate bis zwei Jahre Haft. Aus den Schulbüchern, Lexika und Landkarten wurden die Definitionen und Erläuterungen über Kurden und ihre Siedlungsgebiete verbannt.

Das Gesetz Nr. 2932 wurde 1991 mit Art. 23 lit. e) des Antiterrorgesetzes[13] aufgehoben.[14] Die Umsetzung sieht jedoch teilweise anders aus.[15]

http://de.wikipedia.org/wiki/Kurden_in_der_T%C3%BCrkei

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