Kann man mit einem Labornetzteil einen Akku aufladen?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Kommst drauf an. Kann das Netzteil konstante Spannung und konstanten Strom?

Li-ionen Batterien z.B. Läd man üblicherweise mit konstantem Strom(Üblicherweise maximal 1C, also bei 2000mAh, mit 2000mA, aber teilweise können die auch 2C, also das doppelte) bis Nähe der Maximalspannung und dann auf konstanter Spannung(Maximalspannung) den Rest.

Das kommt darauf an

  • wie das Labornetzteil geregelt wird und was Du da jeweils einstellen kannst.
  • um was für einen Akkutyp es sich handelt (die sind ggf. mehr oder weniger empfindlich).

Wenn Du eine Spannung sowie einen maximalen Strom einstellen kannst und eher "unempfindliche Akkutypen" verwendest, dann ja.

Nehmen wir an, Du hättest einen Akku auf dem die Sollspannung sowie der Ladestrom angegeben ist, dann könntest Du das Netzteil knapp über die Sollspannung des Akkus einstellen und den Strombegrenzer auf den erlaubten Ladestrom. Wenn Du dann den Akku anschliesst, dann sollte die Spannung so weit "zusammenbrechen", das maximal der eingestellte Ladestrom in den Akku fliesst und wenn sich dann mit zunehmendem Ladezustand der Strom verringert, dann geht auch die Spannung am Netzteil weiter hoch, so dass Du irgendwann die Sollspannung erreicht hast und der Ladestrom dann gegen Null geht.

Das ist nur eine "grobe Zusammenfassung", für mehr Details siehe auch Antwort von Commodore64.

Ja, kann man, allerdings ist das je nach verwendeten Akku "gefährlich".

Bei Bleiakkus kein Problem, da ist viel Toleranz im Spiel, da muss man schon was grob falsch machen bevor da was passiert.

Zuerst stellt man am Voltregler die Ladeschlußspannung ein. Das ist bei einem 12V Bleiakku 14,8V. Dann stellt man die Strombegrenzung auf den maximalen Ladestrom ein. Der sollte bei "C₁₀" oder geringer liegen. Das bedeutet "Kapazität geteilt durch 10 Stunden", also kommt xxx Ah/10h = xx,xA heraus. Bei 10Ah hat man also 1A (max) Ladestrom. Schonender ist natürlich C₂₀ oder langsammer!

Bei einem digitalen "prozessorgesteuerten" Labornetzteil kann man für den maximalen ladestrom meistens einfach so den Wert eingeben. Ansonnsten dreht man die Strombegrenzung erst mal runter auf Anschlag, schließt das netzteil kurz und dreht dann den Strombegrenzungsregler so weit auf bis der maximale Ladestrom erreicht ist. Kurzschluß entfernen und Akku anschließen.

Ist der Akku sehr leer, fährt das Netzteil wegen der Strombegrenzung seine Spannung so weit runter, dass nur noch der eingestellte Strom fließt. Mit steigender Ladung steigt dann die Spannung vom Netzteil so lange, bis die eingestellte Ladeschußspannung erreicht ist. Ab da sinkt der Ladestrom. Ist er irgendwann "0" bzw. "fast 0", dann ist der Akku geladen.

Das geht eigentlich mit allen Akkutypen. Allerdings sind andere Systeme viel empfindlicher da die eine geringere Toleranz haben. Bei NiCD geht das auch noch recht gut "per Hand", man sollte da aber am besten die Temperatur überwachen und abschalten wenn der Akku zu heiß wird. Am schlimmsten ist LiPo, hier ist die Ladeschlußspannung sehr kritisch. Ein hauch zu wenig verhindert, dass da überhaupt nennenswert Ladung angenommen wird und ein hauch zu viel kann den Akku sogar explodieren lassen. Also besser einen IC kaufen der LiPo laden kann. Die enthalten eine Präzisionsspannungsmessung, machen den Akku schön voll aber eben nicht zu voll. So ein IC kostet ca. 30 cent, bekommt man für €1..2 als fertig aufgebautes "Lademodul" aus China.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Bei Bleiakkus könnte das klappen.

Bei allen anderen Akkus wird das Netzteil nicht abschalten und die Akkus überladen.

Was möchtest Du wissen?