Kaffeemaschine entkalken, welche Säure reagiert?

7 Antworten

Wenn du die drei Säuren gemeinsam einsetzt, wirkt die Kohlensäure überhaupt nicht, denn sie entweicht als Kohlendioxid. Auch die Essigsäure wird kaum etwas ausrichten, weil sie in saurer Lösung nicht bzw. kaum dissoziiert. Nur die Zitronensäure als die stärkste der drei kommt zum Zuge. Die Essigsäure wird erst aktiv, wenn die Zitronensäure praktisch größtenteils verbraucht ist, also ein Calciumsalz gebildet hat.

Habe mich auch um das Entkalkungsproblem gekümmert. Fazit: Nur Zitronensäure verwenden, da Essig u. U. die Dichtungen angreift. Essig kann bei Edelstahl etc. verwendet werden.

Offensichtlich ist noch Milchsäure eine Alternative. Aber Zitronensäure ist auch rel. billig.

Die Säuren im Einzelnen:

  • CO2 ist nicht geeignet, CaCO3 zu lösen
  • Essigsäure ist geeignet; Essigsäure reagiert im Wesentlichen mit dem Carbonat-Ion in einer Säure-Base-Reaktion, wobei Kohlensäure und CO2 entsteht. Ein Überschuss Essigsäure ist notwendig.
  • Zitronensäure ist geeignet. Es kommt ebenfalls zu einer Reaktion mit den Carbonat-Ionen. Das entstehende Citrat-Ion ist ausserdem ist Komplexbildner für Erdalkalimetall-Ionen.

In der Zusammenwirkung:

Die Säurestärke ist in diesem Fall nicht das (einzige) Kriterium. Da der Calcium-dicitrat-Komplex ausserordentlich stabil ist, wird im Wesentlichen die Zitronensäure die Auflösung des Kalks forcieren. Interessant wäre die Beobachtung von einer sehr starken Säure (wie Salzsäure) in Gegenwart eines Komplexbildners (Zitronensäure, Phosphate, Phosphonate).

Praxistipp:

Entkalkung von technischen Geräten ist mit pH-neutralen Komplexbildnern meist nachhaltiger als mit Säuren, auch relativ schwachen Säuren.

wie kann man säurefrei, also im neutralen Bereich chemisch entkalken?

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@Aspirin

mit handelsüblichem Entkalker aus der Drogerie.

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Die stärkste der drei Säuren ist die Zitronensäure. D.h. diese dissoziiert in Wasser am stärksten.

Für jede Säure kann man in Wasser ein Dissoziationsgleichgewicht aufstellen:

HA + H2O <--> H3O+ + A-

Dadurch, dass nun die Zitronensäure dissoziiert, werden die anderen beiden Säuren vorwiegend in ihrer protonierten Form vorliegen, da das Gleichgewicht durch die H3O+ Ionen auf die linke Seite verlagert wird.

Die Essigsäure liegt also als CH3COOH vor; die Kohlensäure liegt ebenfalls protoniert vor als H2CO3und zerfällt nach folgendem Gleichgewicht:

H2CO3 <--> CO2 + H2O

Dadurch, dass CO2 gasförmig ist, wird es kontinuierlich aus dem Gleichgewicht entfernt, bis sämtliche Kohlensäure zerfallen ist.

Du erhältst auf diesem Wege also eher keine gesteigerte Reinigungswirkung gegenüber der reinen Zitronensäure.

Im Wesentlichen wirkt die stärkste Säure. Die schwächeren sind in geringem Umfang auch beteiligt, das ist aber nur sehr wenig.

Die Umsalzung dürfte ebenfalls durch die stärkste Säure verursacht werden.

Ich habe immer Zitronensäure (rein) verwendet, 1 knapper EL auf knapp 1 Liter Wasser ist eine starke Säure, greift aber Metalle nicht an.

Zitronensäure ist in vielen Getränken enthalten und somit ungefährlich, sie bildet auch nicht einen so widerlichen Geschmack wie Essig.

Im Übrigen ist sie extrem preiswert.

DANKE

Zum entkalken nehme ich alles mögliche, habe auch HCL, H2SO4 etc. das ist nicht das Problem.

Die Frage ist, was läuft dabei chemisch ab, welcher der Säuren wirkt, wie und wann?

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@Aspirin

Letztlich ist entscheidend, wieviel Kalk kann die Säure aufnehmen und wie lang ist die Einwirkzeit.

HAst Du eine Säure die viel Kalk aufnehmen kann, läßt diese zukurz einwirken, so ist das Ergebnis schlechter wie eine Säure, die weniger Kalk lösen kann, aber bis zur Sättigung einwirken kann.

Mit Salzsäue oder Schwefelsäure währe ich vorsichtig, da diese diese, je nach Konzentation, die Geräte angreifen können.

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@HarryHirsch4711

. ja, die machen auf Dauer mit Sicherheit die Dichtungen kaputt!

Darüber muss ich mir bei meinen 10.-€ Kaffeemaschinen aber zum Glück keinen Kopf machen! :-)

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@Aspirin

Schon mal etwas von "Lebensmittelsauberer Entkalker" gehört oder gelesen?

HCl , H2SO4 und so weiter reagieren auch mit M.e.t.a.l.l.t.e.i.l.e.n. innerhalb Deiner Kaffemaschine - das Ergebnis: Lochfrass ! Und bald muss ein neuer her.

Außerdem kannst Du nie ganz sicher sein, sämtliche Restsubstanzen von HCL + H2SO4 u.s.w. aus den Leitungen entfernt zu haben. Also, ich würde lieber ein kleiner Rest Essig-, Zitronen- oder Milchsäure in meinem Heißgetränk dulden, Deine 2 Helfer auf gar keinem Fall. :((( Außerdem hätte ich echte Probleme die entstehende Dämpfe der Salzsäure einatmen zu müssen :(.

Chemisch: Du veränderst nur die Löslichkeit vom Kalk = Calciumkarbonat = CaCO3 . (Wobei Ca eine Ladung von 2+ trägt!) , kaum Wasserlöslich.

Schwefelsäure ( H2SO4) z.B. verwandelt es in Calciumsulfat CaSO4 , und in Gips CaSO4 • 2 H2O. Die beiden sind besser wasserlöslich als Calciumcarbonat, und können so in Lösung überführt und entfernt werden.

Mit Zugabe einer HCl-Lösung entsehen nach der Reaktion CaCl2 (Calciumchlorid), CO2 (Kohlendioxid) und H2O (Wasser). CaCO3 + 2 HCL ---- CaCl2 + CO2+H2O.

Große Probleme: 1/die Reaktion stoppt hier nicht, weil Calciumchlorid mit Wasser H.e.x.a.h.y.d.r.a.t. - K.o.m.p.l.e.x.e. b.i.l.d.e.t. Die erfolgende Reaktion ist exoterm = es ensteht dabei ziemlich viel Wärme. CaCl2 + 6 H2O ------ ClCa2 *6 H2O + (Delta) H =Hitze!

Die in der Kaffeemaschine eingebaute Metallteile werden sich dafür bestimmt nicht bedanken...

2/ Außerdem läßt das Zeug,- wenn getrunken - im Körper wichtige Eiweisstoffe gerinnen (Wird auch als E 508 zum Gelieren und zur Käseherstellung verwendet! Na dann P.r.o.s.t.! :D)

Nimm lieber unbedenkliche Entkalkungsmittel!

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