Ist es eine Beleidigung einen Mörder einen Mörder zu nennen?

11 Antworten

Ja das ist es auf jeden Fall. Der Jurist nennt so etwas eine sogenannte "Formalbeleidigung", da gibt es auch einen Paragraphen dazu, der besagt, daß man einen Menschen auch nicht "wahrheitsgemäß" beleidigen darf. Wer seine Strafe abgesessen hat muß in seiner normalen Lebensführung so von der Gesellschaft behandelt werden, als habe er sie nie begangen.

Das hört man öfter, aber wie ist das mit Verbrechern die ihre Tat leugnen oder gerade begehen?

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@candybomberz

Grundsätzlich gilt: Jeder, der von einem Gericht (noch) nicht verurteilt ist, gilt so lange als unschuldig, bis das Gericht nicht seine Schuld festgestellt hat.

D.h. im Klartext:

Fall 1: Das Gericht spricht den Angeklagten frei => Du darfst den Freigesprochenen NICHT als Mörder bezeichnen, sonst ist das eine schwere, anzeigewürdige Beleidigung, die vielleicht noch härter bestraft würde, als ohne Freispruch; denn durch deine Beleidigung verhöhnst du ja dadurch den Staat, bzw. das Urteil des Staates. Du selbst kannst das Urteil natürlich für falsch halten, aber grundsätzlich gilt: Freispruch ist Freispruch => Du darfst den Freigesprochenen NICHT als Mörder bezeichnen.

Fall 2:Das Verfahren läuft noch und du sagst z.B. als Angehöriger des Opfers der Angeklagte sei ein Mörder. Prinzipiell ist er das noch immer nicht, weil das Verfahren ja noch läuft und das Urteil noch nicht gesprochen wurde. Insofern darfst du das zwar eigentlich auch nicht, aber ich glaube die deutliche Mehrheit der Richter hätte für so eine höchst emotionale Aussage, so nach dem Motto: "Du Mörder hast meine Tochter umgebracht!", durchaus Verständnis und geben i.d.R. kein Ordnungsgeld, oder gar Haft.

Fall 3: Ein Mörder begeht gerade eine Tat....ich glaube da stellt sich die Frage gar nicht, weil doch die Gefahr sehr groß ist, dass du vom Mörder auch ermordet wirst; Stichwort: Mord zur Verdeckung eine Straftat. Da würde ich also eher wegrennen, oder dem Opfer zu Hilfe kommen, anstatt den Mörder "Mörder" zu nennen.

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Es wäre besser einen Mörder mit der Tätowierung "Ich bin ein Mörder" durch die Welt laufen zu lassen als Ihn auf Staatskosten lebenslänglich hinter Gittern zu verstecken. Das wäre eine gerechte Strafe. Die Abschreckung wäre auch ungleich größer. Gleiches gilt für Kinderschänder. Vielleicht sehe ich das anders als Andere, bin Betroffener...

NEIN! Mörder sind auch Menschen. Menschen, die einen schweren Fehler begingen und eine schwere Straftat begingen, aber es sind Menschen! Alle Menschen können potentielle Mörder sein, man muss sie nur lange genug schickanieren.... ...der eine hat halt Glück und wächst auf der Sonnenseite auf, der andere wird schon in der Scheiße geboren.

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@Thomas2498

es gibt auch Menschen die eine sehr schlimme Kindheit hatten und die keine Mörder sind-jeder kann ich durch Pschotherapeuten helfen lassen

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Das ist eine sehr gute Idee...solltest du mal Angela Merkel vorschlagen :D

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Wenn jemand des Mordes überführt ist, ist er ein Mörder und darf auch so genannt werden. Ist er aber nur tatverdächtig, kann er sich gegen diese Anschuldigung zur Wehr setzen.

Alle Begriffe bis auf "Kinderschänder" haben medizinische oder juristische Quellen und Bezüge. Folglich sind sie keine Beleidigungen, sofern sie den Tatsachen entsprechen. Bei "Kinderschänder" ist es anders, diese Bezeichnung ist auch dann eine Beleidigung, wenn die Person wegen eines entsprechenden Deliktes verurteilt wurde. Weil eben der "seriöse" Hintergrund des Wortes völlig fehlt...

Unabhängig davon, ob man sich strafbar macht, wenn man einen Mörder als solchen bezeichnet frage ich mich eher, ob es besonders sinnvoll ist? Ein Mörder ist oft psychopathisch veranlagt, reagiert auf Beleidigungen also nicht besonders emotional. Andererseits hätte ich auch Bedenken, ob es nicht eher gefährlich ist? Ein Mörder könnte sich vielleicht provoziert fühlen und möchtest du sein nächstes Opfer werden? Ich würde schön meinen Mund halten. Und wo begegnet man eigentlich Mördern, die man hier beleidigen kann?

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