Ist es eine Beleidigung einen Mörder einen Mörder zu nennen?

12 Antworten

Ja das ist es auf jeden Fall. Der Jurist nennt so etwas eine sogenannte "Formalbeleidigung", da gibt es auch einen Paragraphen dazu, der besagt, daß man einen Menschen auch nicht "wahrheitsgemäß" beleidigen darf. Wer seine Strafe abgesessen hat muß in seiner normalen Lebensführung so von der Gesellschaft behandelt werden, als habe er sie nie begangen.

Das hört man öfter, aber wie ist das mit Verbrechern die ihre Tat leugnen oder gerade begehen?

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@candybomberz

Grundsätzlich gilt: Jeder, der von einem Gericht (noch) nicht verurteilt ist, gilt so lange als unschuldig, bis das Gericht nicht seine Schuld festgestellt hat.

D.h. im Klartext:

Fall 1: Das Gericht spricht den Angeklagten frei => Du darfst den Freigesprochenen NICHT als Mörder bezeichnen, sonst ist das eine schwere, anzeigewürdige Beleidigung, die vielleicht noch härter bestraft würde, als ohne Freispruch; denn durch deine Beleidigung verhöhnst du ja dadurch den Staat, bzw. das Urteil des Staates. Du selbst kannst das Urteil natürlich für falsch halten, aber grundsätzlich gilt: Freispruch ist Freispruch => Du darfst den Freigesprochenen NICHT als Mörder bezeichnen.

Fall 2:Das Verfahren läuft noch und du sagst z.B. als Angehöriger des Opfers der Angeklagte sei ein Mörder. Prinzipiell ist er das noch immer nicht, weil das Verfahren ja noch läuft und das Urteil noch nicht gesprochen wurde. Insofern darfst du das zwar eigentlich auch nicht, aber ich glaube die deutliche Mehrheit der Richter hätte für so eine höchst emotionale Aussage, so nach dem Motto: "Du Mörder hast meine Tochter umgebracht!", durchaus Verständnis und geben i.d.R. kein Ordnungsgeld, oder gar Haft.

Fall 3: Ein Mörder begeht gerade eine Tat....ich glaube da stellt sich die Frage gar nicht, weil doch die Gefahr sehr groß ist, dass du vom Mörder auch ermordet wirst; Stichwort: Mord zur Verdeckung eine Straftat. Da würde ich also eher wegrennen, oder dem Opfer zu Hilfe kommen, anstatt den Mörder "Mörder" zu nennen.

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Es wäre besser einen Mörder mit der Tätowierung "Ich bin ein Mörder" durch die Welt laufen zu lassen als Ihn auf Staatskosten lebenslänglich hinter Gittern zu verstecken. Das wäre eine gerechte Strafe. Die Abschreckung wäre auch ungleich größer. Gleiches gilt für Kinderschänder. Vielleicht sehe ich das anders als Andere, bin Betroffener...

NEIN! Mörder sind auch Menschen. Menschen, die einen schweren Fehler begingen und eine schwere Straftat begingen, aber es sind Menschen! Alle Menschen können potentielle Mörder sein, man muss sie nur lange genug schickanieren.... ...der eine hat halt Glück und wächst auf der Sonnenseite auf, der andere wird schon in der Scheiße geboren.

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@Thomas2498

es gibt auch Menschen die eine sehr schlimme Kindheit hatten und die keine Mörder sind-jeder kann ich durch Pschotherapeuten helfen lassen

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Das ist eine sehr gute Idee...solltest du mal Angela Merkel vorschlagen :D

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in erster Linie bleibt ein Mensch ein Mensch. So sollte er mit seinem Namen bezeichnet werden und nicht mit seinen (Un)Taten.

Na komm aber..... Weshalb sollte ich oder die Medien einen Mörder nicht auch Mörder nennen dürfen? Ist ja letztendlich "nur" die Bezeichnung für das, was er getan hat.

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@bibi8888

Natürlich, ich gebe Dir ja gewissermaßen durchaus Recht. Aber früher hat ein Mensch, der getötet hat, seine Ehrenrechte verwirkt. Ganz so falsch war das mal nicht. Es fiele mir schwer, einen Mörder nett und brav als Herrn Soundso zu bezeichnen. Es sei denn, er hätte seine Tat wirklich und wahrhaftig bereut....

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@turalo

ja und weil das so schwer zu beurteilen ist, bezeichne ich lieber niemanden mit dem, was er getan hat, das tun schon genug andere...Mörder ist ja auch ein extrem krasses Beispiel. Die Tat ist das eine, dafür wird er hoffentlich bestraft, aber er bleibt trotzdem ein Mensch und nicht nur Täter.

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@bibi8888

Er hat sich zum Täter gemacht. Aber ich finde Deine Ansicht absolut hochherzig und nachahmenswert!

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@turalo

Na ja, wie ich weiter unten schon ausführte, könnte jeder Mensch ein potentieller Mörder sein - ist wohl nur eine Frage der Umstände und der Biografie. Darüber hinaus wäre die Frage, ob ein Mensch sich nach langer Zeit nicht ändern kann. Ok, ich weiß nun nicht, ob deutsche Knäste so beschaffen sind, dass sie einen Menschen zum positiven verändern können - aber zumindest für denkbar halte ich das.

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Erst wenn jemand nach Deutschem Recht verurteilt wurde kann man ihn so nennen...wenn du die Zeitungen genau lesen würdest dann wäre dir aufgefallen dass bis zu einer Verurteilung 'mutmasslicher' Mörder etc stehen muss.

Ein verurteilter was auch immer darf auch so bezeichnet werden. Ist er noch nicht verurteilt, ist das keine Beledigung, sondern Verleumdung. Und dafür dürfte es dann wohl mehr als ein paar Euro geldstrafe geben.

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