Ist ein zu schwacher Verstärker schädlich für die Lautsprecher?

4 Antworten

Hallo TheAsker098,

Deine Frage ist eigentlich mit "nein....aber" zu bearbeiten.

Einige meinen der verstärker ist zu schwach und das das schädlich sein kann

Solange der Verstärker innerhalb des Bereiches, für den er gebaut wurde, betrieben wird, ist es vollkommen ungefährlich.
Solange das Eingangssignal ein Frequenzgemisch ist, wie es bei der Verstärkung von Musik der Fall ist, und nicht aus einem reinen Sinus-Ton, und dieses Eingangssignal nur so weit den Verstärker aussteuert, dass das Ausgangssignal die Endstufe nicht überfordert, ist alles okay.

Wenn aber folgendes der Fall ist, (ich beschreibe jetzt verschiedene Möglichkeiten, wo es gefährlich werden kann), kannst du Lautsprecher mit einer viel höheren RMS-Belastbarkeit zerstören:

  1. Das Signal ist Musik, Gesang oder Sprache und du übersteuerst den Verstärker, so dass die Höhe des Eingangssignals in den lautesten Stellen nicht nur für kurze Zeit (einige ms), sondern für einige Sekunden oder länger in der Endstufe eine deutlich höhere Ausgangsleistung erzeugen würde, für die sie nicht ausgelegt ist, wird dieses Signal in den Spitzen abgeschnitten, das ist das sogenannte "Clipping"Dabei entstehen Störfrequenzen, die einen hohe Energiedichte in den hohen Frequenzen haben und im angeschlossenen Lautsprecher fast nur den Hochtöner belasten.Wenn du jetzt einen Lautsprecher hast, der mit 500 Watt RMS angegeben ist, dann bedeutet das, dass der Konstrukteur von einem Frequenzgemisch ausgeht, das insgesamt die 500 Watt bringt. Das Frequenzgemischt, aufgeteilt auf den Tieftöner, Mitteltöner und Hochtöner, hat eine unterschiedliche Energiedichte, du kannst ganz grob sagen, dass etwa 70% auf den TT gegen (350 Watt), 20% auf den MT (100 Watt) und 10% auf den HT (50 Watt), das kann sich verändern, je nach dem, wo die Übergangsfrequenzen durch die Frequenzweiche hingelegt werden.Wenn du jetzt den Verstärker übersteuerts, er sehr stark clippt und dabei Störfrequenzen erzeugt die auf den HT gehen und mehr als 50 Watt betragen, kannst du ohne Probleme in einer 500 Watt RMS Lautsürecherkombination den HT killen.
  2. Das Signal ist ein Synthesizer-Signal (ein künstlich erzeugtes Signal, dass es so in der Musik mit natürlichen Instrumenten nicht gibt) und fast ein reiner Sinus, also nicht mehrere Grundtöne mit normalem Obertongehalt, und du spielst einen Ton von 6kHz mit voller Aussteuerung des Verstärkers, also ohne Clipping, dann geht dieser Ton wieder fast nur auf den HT....der kann aber thermisch maximal belastet nur 50 Watt verkraften (durch den Konstrukteur so dimensioniert), wenn er mehr Leistung verbraten soll, erhitzt sich seine Schwingspule und sie verbrennt. Jetzt knallst du ihm aber diesen einen Ton mit 200 Watt vor den Latz....und er ist hinüber.
  3. Es sind noch andere Betriebsmodi vorstellbar, die eine hoch- belastbare Box mit einem schwächeren Verstärker zerstören kann, fast immer ist es der HT, gefolgt vom MT und danach auch der TT, immer abhängig von Frequenzweiche und Übergangsfrequenz(en) bei 2-Weg oder mehr-Weg Konstruktionen.Solang du nicht übersteuerst (kein Clipping) und keine reinen Frequenzen, die im Bereich von MT oder HT liegen, mit zu großer Leistung für das entsprechende Chassis, erzeugst, passiert nichts, wobei ein stärkerer Verstärker zwar erst später Clipping produziert, aber wenn, dann deutlich stärker als die schwächere Endstufe....Exitus von MT und HT ist also auch vorprogrammiert.
  4. Was zeigt dir das? Bei Fehlbedienung kann alles zerstört werden!!. Ohne Kenntnisse der Schwingungslehre, elementare Kenntnisse der Physik, angewendet auf deinen Job, Musik zu machen, zu verstärken usw... also Tontechnik im Allgemeinen, geht schief, was nur schief gehen kann!!!

Grüße, Dalko

Ja!
Mit zu wenig Leistung auf der Hinterhand bekommt man Lautsprecher schneller geschrottet, als wenn man sie kurzzeitig überlastet.
Der Verstärker kann bei Überlast ins "Clipping" laufen und gibt dann auf den Lautsprecherausgängen einen Gleichstrom aus, der die Lautsprecherschwingspulen abrauchen lässt, egal wie potent der angehängte Lautsprecher ist.
Wie anfällig der Verstärker für Clipping ist hängt neben der Leistung auch vom Dämpfungsfaktor ab. Je höher der Dämpfungsfaktor um so besser.

Tendenziell ist es besser einen Verstärker bzw. Vorverstärker- Endstufenkombi zu haben, die minimum 50% mehr Leistung bereit stellen kann und diese nur halb aufdrehen zu müssen.

Dein Yamaha- Verstärker dürfte erfahrungsgemäß spät clippen oder vorher schutzabschalten, so dass das Risiko für deine LS verhältnismäßig gering ist. Wie lange der Verstärker das allerdings mitmacht ist fraglich(Glücksache), denn unterdimensioniert ist er definitiv und zwar reichlich!

Nein, ist kein Problem.

Nur andersrum, also starker Verstärker und schwache Lautsprecher, wäre problematisch.

Das denken viele - ist aber falsch! Die meisten Lautsprecher werden durch zu schwache Verstärker im Limit (Clipping) gekillt.

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Gute Antworten finden sich hier ja schon. Ich würde trotzdem gerne wissen von welchen Lautsprechern die Rede ist.

Dann könnte man konkret sagen, ob die Leistungsangaben realistisch sind oder nicht.

Die Potis einer Endstufe sind KEIN Lautstärkeregler - sondern regeln den Gain - also die Spannung mit der Vollaussteuerung erreicht wird. Wenn genug Volt reinkommen kommt auch das Maximale raus egal wo die Regler stehen!!!

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