Ist diese Welt perfekt?

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14 Antworten

Geht man vom Ursache-Wirkung-Prinzip aus, dann ist alles, was es gibt zwangsläufig, entspricht den sich wechselseitig verzahnenden Bedingungen und schließt Eingriffe durch freie Willensentscheidungen aus. Damit wäre (nach diesem Prinzip) die Welt immer perfekt.

Betrachtet man das gesamte Existierende (das Universum und ggf. noch mehr), dann gehört zur Perfektionierung aber auch jedwede mögliche Veränderung, und daß Dasein wird immer unperfekt sein, solange manche Veränderungen noch nicht erfolgt sind.

Der Begriff "perfekt" selbst ist lediglich eine menschliche Willkürfestlegung, die ausdrückt, was für die Bedarfe und Begehrlichkeiten der Menschen als ideal empfunden wird und für alles andere sonst noch Existierende durchaus auch schädlich sein kann.

Ebenfalls zu bedenken ist, daß das Emfinden von einem vermeintlichen "perfekt" nicht wirklich auf Wissen beruht, sondern auf alldem, was wir alles nicht wissen (was Trillionen mal mehr ist als das, was wir vermeintlich wissen). Schon ein einziges Quant an Mehrwissen kann im Fall des Falles unsere menschliche Ansicht über "perfekt" komplett verändern.

Der Terminus "perfekt" ist ein typisch wertender Begriff für funktionierende Systeme, die man nach menschlicher Einsichtsfähigkeit einer Beurteilung zuführen möchte. Wir können also diese Wertung immer nur dann anwenden, wenn wir Vergleiche dazu verfügbar haben. 

So etwa kann ein Auto im Gelände mit Vierradantrieb und Differentialsperre das Durchdrehen der Räder perfekt verhindern, oder der Schauapparat (die Blüte) einer Pflanze ist perfekt zum Anlocken von Insekten geeignet. 

Eine Welt ist jedoch ein so unendlich komplexes Gebilde, dass wir sie als ganzes mit so einer Bewertung nicht einfangen können. Daher sind diesbezügliche Aussagen eigentlich immer nur der Ausdruck eines Lebensgefühls von Einzelpersonen, d.h. wer spontan situativ von Glücksgefühlen durchdrungen ist, hat plötzlich die Anmutung, dass diese Welt doch perfekt ist, d.h. er erlebt sie als "glücksbringend" für sich. 

Wenn jemand dagegen in Krankheit und Leiden gebunden ist, Ungerechtigkeit und Vernichtungskämpfe auf allen Seiten erlebt, wird eben diese sich ihm bietende Welt als düster, dämonisch und böse erleben und das Attribut "perfekt" mit Hohn zurückweisen.

Trotzdem sollte man sich natürlich keine Denkverbote auferlegen und durchaus auch Gedanken zulassen, ob das Wirken der Naturgesetzte z.B. mit unserer etablierten Ethik in Einklang zu bringen ist. Ein sehr einleuchtendes Beispiel ist hier das Wirken der biologischen Evolution. Hier finden sich kaum einmal Rücksichtnahme und wohlwollende Behandlung von Fremden. Hartes Durchsetzen der eignen Interessen sind hier an der Tagesordnung, was wir in vielen Fällen als unmoralisch verurteilen würden. Aber ich denke, dass eben auf solchen Feldern der Begriff "perfekt" kaum als sinnvolles Kriterium zur Einordnung der Phänomene brauchbar ist.

Die reale Welt ist zum Perfekt-Sein nicht gemacht. "PERFEKT" spukt nur als selbstgemachtes Konstrukt in den Köpfen angst- und kopfgesteuerter Menschen. Schon der alte Heraklit hat 500 v.Chr. festgestellt: Panta rhei - alles fließt, oder das Sein ist ein unendlicher Prozess. Die Dynamiken von Prozessen werden von Ungleichgewichten bewegt, nicht von illusorischen Gleichgewichten. Gleichgewichte und ewige Ideen sind die ängstlichen Träume weltflüchtiger reine Statik Ersehnender. Sie wollen nicht wahrhaben, dass Statik nur ein ersehnter Sonderfall in einem winzigen, vorübergehenden Moment der Dynamik ist: Siehe Angst vor dem Klimawandel! Klimawandel ist der Nomalzustand von Klima. Oder Theologie: Gott ist die personifizierte Sehnsucht nach Statik, nach Gewissheit (Gewissheit ist Überwindung der Dynamik der Erkenntnis).

Es gibt in der Welt noch Entwicklung, deswegen würde ich sie nicht als vollendet ansehen.

Individuum79593 10.08.2016, 11:05

Guter Einwand nur wann hat diese Entwicklung ein Ende?

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Suboptimierer 10.08.2016, 11:11
@Individuum79593

Solange es Menschen gibt oder allgemeiner, solange es die belebte Natur gibt oder noch allgemeiner, solange Bewegung existiert, wird es Entwicklung geben. Das noch weiter auf Inmaterielles wie Bewusstsein, Seelen usw. auszudehnen traue ich mich nicht.

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Interessant, das in vielen Antworten stets Bezug auf die Menscheit genommen wird.

Die Menschen sind nicht die Welt.

Unsere Existenz ist in Bezug auf die Zeiträume, in denen die Welt existiert, nur eine Wimpernschlag.

Die Welt ist so, wie sie ist. Ob man das als perfekt bezeichnen kann, ist fraglich, da dies schon wieder subjektiv ist und menschliches Ermessen einbezieht.

Die Welt ist (wie alle Planeten) so, wie es die Bedingungen im Universum zulassen.

Das auf unserem Planeten Leben entstanden ist, macht ihn weder perfekter, noch weniger perfekt.

Evolutionäre Prozesse führen immer zu den bestmöglichen Ergebnissen, die für einen bestimmten Zeitraum möglich sind. Passt das Ergebnis nicht ( mehr), ist die Existenz nur von kurzer Dauer.

Perfekt oder nicht, es ist wie es ist und wir werden daran absolut nichts ändern.

Auch wir werden irgendwann im Vortlauf der Evolution verschwinden. Es gibt keinen wissenschaftlich vernünftigen Grund, warum dieser Prozess ausgerechnet bei unserer Spezies stoppen sollte.

In etwa 5 Milliarden Jahren ist für die Erde sowieso Schluss, dann ist auch diese Episode beendet.

Individuum79593 10.08.2016, 11:04

Auf solche Antworten hatte ich gehofft. 

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Ach du scheiße ich hätte ja nicht erwartet solch eingeschränkte Antworten zu bekommen. Was ich euch entnehmen kann ist dass, weil der Mensch ja so schrecklich böse ist, nichts perfekt sein kann? Aber bleiben wir real. Na klar gibt es Leute (Und redet nicht immer von "der Menschheit" es sind nämlich nicht alle so schlimm und ihr gehört dazu) die Schaden und Leid an Stellen verbreiten wo es absolut unnötig ist. Aber es gibt eben auch das komplette Gegenteil und vielleicht (Ich sage vielleicht) bringt ja erst die Möglichkeit die Waage zwischen "gut und böse" individuell zu lenken die Welt in ihren absoluten Perfektionismus? 

Außerdem meine ich mit meiner Frage nicht nur das Sozialwesen von uns sondern kurz gesagt den ganzen Kosmos. Alles. Auch physisch, chemisch und biologisch betrachtet, ob ein Organismus wie mein Körper oder mein "Geist" in sich Perfekt ist und wie alles zusammenhängt. 

Jetzt denkt bitte nochmal nach.

 (Es hat mich etwas Überwindung gekostet das zu schreiben und vielleicht liege ich auch komplett neben der Spur aber bei Themen wie diesen lässt sich eben nur spekulieren).

Diese Welt ist weder scheinbar perfekt, noch anscheinend perfekt. Sie wimmelt nur so vor lauter Imperfektion, Fehlern, Mängeln und Problemen.

Was glaube ich ziemlich gut funktioniert ist, dass die Naturgesetze gelten. Es kommt nicht vor, dass in einem Gravitationsfeld plötzlich die Dinge anfangen zu schweben statt sich gegenseitig anzuziehen.

Besonders mängelbehaftet ist der Homo sapiens mit seinen ganzen Verrücktheiten und seiner Fähigkeit, seinesgleichen, die Tier- und Pflanzenwelt und Umwelt zu quälen und zu zerstören.

@ Individuum79593

Nichts auf der Welt ist perfekt, weil Menschen daraf leben, die nicht vollkommen sind, sondern Fehler machen.

Aber was hindert dich daran, dir "deine eigene Welt", dein persönliches Umfeld, dein Leben, für dich soweit es geht perfekt zu machen?

Alles was ausserhalb von dir geschieht, da hast du selten einen Einfluss darauf, aber was dich und dein Leben betrifft, da kannst du was bewirken.

 Ich würde diese Welt nicht als perfekt bezeichnen, sondern vielmehr als einzigartig.  Und in ihrer einzigartig kalt kann sie durchaus perfekt sein! 

 Wobei man die Welt hier allerdings nicht mit der Menschheit verwechseln darf. Die ist nämlich absolut nicht perfekt, in keinster Weise. 

Individuum79593 10.08.2016, 11:04

Dann ist der Mensch eben auch einzigartig.

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Perfekt? Sie könnte kaum weiter von Perfektion entfernt sein.

Es gibt viel zu viele Menschen, die alles an diesem Planeten vergiften und zerstören, sogar sich selbst.

Versteh mich nicht falsch, ich lebe gerne und weiss, dass auch ich an diesem Problem eine Mitschuld trage, aber obwohl ich mir der Probleme bewusst bin, habe ich keine Ahnung, was ich zur Lösung derselben beitragen könnte...

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Treffen sich zwei Planeten. "Na, wie geht's Dir?" - "Oh, schlecht, ich habe Menschen." - "Na, das ist ja schlimm. Aber mach Dir keine Sorgen, das geht schnell vorbei."

Vielleicht ist die wirkliche Welt perfekt, aber wir sind alle tot und das hier ist die Hölle?

Arbeiten, Einkaufen, Essen, Schlafen, Arbeiten, Einkaufen, Essen, Schlafen,... Und nie zufrieden werden. Bis in alle Ewigkeit.

ich denke, das diese welt das totale gegenteil von perfekt ist.

die lebewesen dieser welt bringen sich gegenseitig um, aus hunger, rachsucht und teilweise bestimmt auch aus spaß. es gibt menschend die vrhungern und andere die nicht wissen was sie mit ihrer kohle anfangen sollen.

natürlcih gibt es auch sehr viel schönes in dieser welt. es gibt mitfühlende und gütige menschen, es gibt unglaubliche schönheit in unserer natur.

allerdings würde ich sagen, ist diese welt sehr weit davon perfekt zu sein. egal ob scheinbar oder wirklich

ich denke, dass die Welt an sich schon ziemlich perfekt ist, allerdings ist die Menscheit alles andere als perfekt und diese hat die ziemlich perfekte Welt in vielen Belangen ziemlich unperfekt gestaltet.

Sie ist leider kein bisschen perfekt.

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