Ist das Tischgebet veraltet?

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Zunächst:

Das Tischgebet, oder das Gebet im Allgemeinen ist nicht veraltet, zumindest sollte es nicht veraltet sein. Es stellt sich die Frage, wie wurde das bisher gehalten.

Bei deinem Posting sieht es so aus, als wäre es nicht so. Dann würde sich die Frage stellen, warum es überhaupt eingeführt werden sollte. Beten um des betens Willen ist meiner Meinung nach überflüssig. Auch als erziehrische Maßnahme ist Beten eher kontraproduktiv.

Natürlich soll man Beten, wenn man Das glaubt, was man da betet. Leere aus der Lehre ist meiner Meinung nach falsch. Gebete müssen mit Leben gefüllt und gefühlt werden. Wenn Beten als Ritual verkommt, kann man es sein lassen. Wenn man es aus tatsächlich religiösen Gründen einführt, dann und nur dann soll man das tun. Ein Gebet ist immer etwas neues. Es ist der Anfang von Kraft, die man an G-tt von seiner eigenen schenkt.

Etwas anderes ist, wenn man das Essen segnet. Ich meine damit nicht das Essen zu bekreuzigen oder so, viel mehr G-tt zu bitten die Speise zu segnen, um dadurch Kraft zu bekommen, seine Werke in seinem Namen auszuüben. Das ist viel mehr ein Ritual als ein Gebet, auch wenn die Übergänge da sicherlich fließend sind.

Abschließend nocheinmal meinen Standpunkt zusammengefasst.

- Ja, Beten ist zeitgemäß, gerade jetzt
- Beten um des betens Willen ist überflüssig
- Beten als erzieherische Maßnahme ist kontraproduktiv
- Beten als Ritual (abgesehen vom G-ttesdienst) ist für alle Beteiligten, insbesondere G-tt unfair

hej, eine sehr schöne Frage *

darf ich zu Hause als Mutter von Kindern etwas tun, was mir selber wichtig ist? darf ich

mich entscheiden, dies dann auch zu tun?

oder darf ich das "nur", wenn andere dazu ja sagen?

wir leben hier in Europa in einer Situation, wo das alltägliche Essen für viele selbst-

verständlich geworden ist; manche Kinder erleben sogar ( leider) wie

achtlos Mütter noch gut essbare Reste nicht wiederverwenden, sondern wegschmeißen.

...

wieder andere legen Wert auf eine schöne, lustige, entspannte Atmosphäre bei

Tisch, der Ort, an dem man sich zusammenfindet, teilhaben darf an Erlebnissen

der anderen, am Miteinander. Oft leben an solchen Familientischen bestimmte

Gewohnheiten * man wartet, bis alle da sind * man reicht sich die Hände und

wünscht sich "guten appetit" oder "gesegnete Mahlzeit" * oder man singt ein

jahreszeitliches Lied, reicht sich dann die Hände....etc  in anderen Familien

wird gebetet - aus der Fülle der Möglichkeiten ausgewählt, was den Erwachsenen für

Kinder / Familie anspricht.

Das wird dann so durchgeführt, " weil s bei uns so ist "  * weil s schön ist *

Wenn doch für alle Eltern deutlich wäre, in welchem Alter ihre Kinder sind, bzw welche

Entwicklungsschritte sie gerade durchmachen..........Wie in vielen anderen Erziehungs

situationen gilt auch hier: Erziehen heißt nicht  "leere Eimer füllen" - sondern

das Feuer der Begeisterung wecken.....

Wer kennt nicht den Fußball begeisterten Vater....? mit seinem Sohn ?   Vater macht -

dem Buben leuchten die Augen  :-))

vom Kleinkind an bis ca zur 4. Klasse ist diese Gepflogenheit des Tischgebetes

für die Kinder eine wunderbare, lebendig zu erhaltende Angelegenheit -

danach macht es Sinn, sich gemeinsam über eine lockere Form zu unterhalten,

z. B. auch ganz einfach mal nicht zu beten, sondern nur sich guten Appetit zu

wünschen, oder einer sagt: lasst s Euch gut schmecken....

ich wünsch viele gute Ideen und die notwendige Zivilcourage, das einzuführen, wozu

man sich entschieden hat.

PS:  Kinder, die es nicht anders kennen (beten vor Tisch) fangen von sich aus an

nach dem Grund zu fragen, (wenn man sie im Erleben lässt !)  in einem Alter zwischen

9 - 12 Jahren; und da ist es dann natürlich richtig und auch erst sinnvoll möglich, etwas

von den Hintergründen zu erklären.

 

 

 

 

 

 

Was heißt veraltet...es ist halt eine Tradition und ein Ritual, das man durchführen kann oder nicht. Wer nicht übermäßig religiös ist macht es halt nicht (ich auch nicht, ich bin Atheist). Allerdings kann man ja auch ganz ohne religiösen Hintergrund für das Essen danken oder dem, der es zubereitet hat.

Ich würde die Kinder nicht zwingen, sondern wenn, dann ihnen das Gefühl geben, dass es ein schönes gemeinsames Ritual ist und das man dankbar ist, dass man einen Moment des Zusammenseins hat und etwas zu essen auf dem Tisch hat.

Eine gewisse Dankbarkeit und ein Bewusstsein dafür würde ich den Kindern schon mitgeben wollen, ob mit religiösen Hintergrund oder nicht.

Vielleicht kann man das ja alles etwas weniger starr handhaben und schauen, was einem an dem Ritual wirklich wichtig ist und ob die Kinder nicht vielleicht sogar auch auf "ihre Art" etwas sagen wollen.

Mal abgesehen von meiner persönlichen Meinung, kann ich Dir einen spielerischen Umgang / eine Methode an Herz legen, um mit Kindern das Thema aufzulockern. Es gibt Gebetswürfel. Auch wenn es nicht üblich ist, in der heutigen Zeit, ist das bei den Kindern in den kath. Kitasn in denen ich gearbeitet habe, und genau aus ählichen Gründen den Würfen verwendet habe, die Sache richtig gut angekommen. Wenns es deiner Tochter wichtig ist, religiöse Werte zu vermitteln, sollte die Fragestellung zu veraltet oder durchziehen, nicht für Abhilfe sorgen. Wenn Sie es weglässt, ärgerst sie sich vielleicht, da Ihr die Werte trotzdem wichtig sind. Ich denke, die Frage, wie vermittele ich so etwas, ist ausschlaggebend. Schließlich gibt es heutzutage auch viele andere Dinge, die äußerst wichtig sind, aber von vielen unterschiedlichen Meinungen und Trends als unwichtig abgestempelt werden. Wichtig wäre auch die Frage, wie alt sind die Kinder?!?

warum nicht? es geht nicht um veraltet oder nicht, auch eher weniger um religiös oder nicht.

 

es gibt durchaus auch "tischgebete" die nicht religiös angehaucht sind.

 

zudem sind tischgebete in KITAs teilweise an der tagesordnung, einfach um den kleinen einen gewissen rahmen zu bieten an dem sie sich orientieren können.

vor beenidgung des tischgebetes beginnt niemand mit dem essen, alle warten und fangen gemeinsam an, gebetet wird abwechselnd, wer möchte darf den tischspruch aufsagen, wer nicht möchte muß nicht,.....

 

man kann mit dem tischgebet außer "verhaltensregeln" auch noch inhaltlich den kindern dinge nahebringen, wie etwa die entstehung der einzelnen lebensmittel, dank fürs kochen und wie viel arbeit dahinter steckt,.....

 

vielleicht versucht sie es erst einmal mit einem recht kurzen und einfachen nicht thematisch roientierten "gebet" wie zB händehalten und "piep piep piep, wir wünschen einen guten appettit" oder ähnliches. natürlich sollte ein solcher spruch an das alter der kinder angepaßt werden.

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