Ikarus und Dädalus Interpretation?

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2 Antworten

Hier die Metrik: sie befindet sich jeweils über der Zeile; die Erklärung der Zeichen schicke ich dir als Kommentar:

 ⊥    ⏑ ⏑    ⊥  _  ⊥   _   ⊥   _  ⊥  ⏑   ⏑ ⊥x  

cum puer audaci coepit gaudere volatu

⊥ ⏑ ⏑ ⊥  ⏑     ⏑  ⊥     _  ⊥  ⏑    ⏑ ⊥ ⏑ ⏑    ⊥  x

deseruitque ducem caelique cupidine tractus

⊥⏑ ⏑ ⊥ ⏑ ⏑⊥   ⏑ ⏑ ⊥ _ ⊥⏑⏑ ⊥ x

altius egit iter. rapidi vicinia solis

⊥ ⏑   ⏑ ⊥  _  ⊥   _   ⊥    _    ⊥  ⏑ ⏑   ⊥ x

mollit odoratas, pennarum vincula, ceras;

⊥ ⏑ ⏑  ⊥    _  ⊥     _  ⊥     ⏑  ⏑  ⊥⏑  ⏑  ⊥ x

tabuerant cerae: nudos quatit ille lacertos,

 


Kommentar von rhenusanser
22.11.2016, 14:52

Die Metrik steht jeweils über dem Text:

| = betont

‿‿ = 2 Kürzen

_ = eine unbetonte Länge

x = anceps

 

Das heißt: der Hexameter besteht aus 6 Einheiten / Versfüßen:

Sie bestehen aus:

Daktylen = | ‿‿

ein Daktylus kann auch durch einen Spondeus (= | _ ) ersetzt sein.

Der 5. Versfuß ist idR. ein echter Daktylus und der letzte ist verkürzt (=| x)
_______________________________

die betonten Silben sind jeweils fett gedruckt.

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Kommentar von TaLaJaIstDa
23.11.2016, 19:37

Vielen Dank. :-)

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Stilmittel:

zunächst zu deinen gefundenen Stilmitteln: 

Eine Anapher (= gleiche Zeilen-/ Satz-/Wortgruppen-Anfänge) sehe ich NICHT!!!

1) Polyptoton:ceras … cerae (Zeile 4f.)

2) Homoioteleuton: odoratas … ceras (Zeile4), tractus … solis … ceras … lacertos (Zeilen 2 – 5) Zusätzlich zu deinem Homoioteleuton, kannst du noch ein

3) Homoioptoton: ceras … lacertos (Zeile 4und 5) hinzufügen

4) Hyperbata bei „audaci … volatu“ (Zeile 1), „altius … iter“(Zeile 2) „rapidi … solis“ (Zeile 2), „odoratas … ceras“ (Zeile 4) und „nudos …lacertos“ (Zeile 5)

5) Polysyndeton: deseruitque … caelique

6) Alliterationen bei: „cum … coepit … caelique cupidine … ceras … cerae“; „deseruitque ducem“ (Zeile 2)

7)Personificatio: rapidi … solis

8) Periphrase:„odoratas – vincula pennarum – ceras“

9) Durch die verschiedenen Zeiten, die verwendet werden: zuerst Perfekt (coepit, deseruitque, egit) – dann Präsens (mollit) – nun Plusquamperfekt (tabuerant) – und wieder Präsens (quatit): wird ein Spannungsbogen erzeugt.


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